Activision Blizzard steckt in der Krise

Von Andreas Held am 11. Januar 2019

Der Großkonzern verliert nach zahlreichen Kontroversen zwei seiner größten Marken, mehrere ranghohe Mitarbeiter und fast 45% seines Marktwerts.

Activision und Bungie gehen ab sofort getrennte Wege. Dies bedeutet konkret, dass Destiny in Zukunft nicht mehr unter dem Activision-Banner vertrieben wird. Das Toys-to-Life-Franchise Skylanders soll aufgrund stagnierender Verkaufszahlen ebenfalls nicht mehr fortgesetzt werden. Auch Call of Duty: Black Ops IV ist nicht der gewünschte Erfolg: Der Shooter konnte sich an seinem Release-Wochenende zwar über 8 Millionen Mal verkaufen - die Investoren werteten diese Zahl jedoch als Flop. Seitdem ist der Shooter wegen seiner nachträglich veröffentlichten Mikrotransaktionen in Verruf geraten.

Blizzard musste in den letzten Monaten des Jahres 2018 ebenfalls viel Schelte einstecken. Die Büchse der Pandora wurde zur Blizzcon geöffnet, als auf großer Bühne ein neues Diablo exklusiv für Smartphones angekündigt und prompt vom Publikum ausgebuht wurde. Seitdem zog der Konzern mehrere Kontroversen auf sich, von denen vor allem Overwatch und Hearthstone betroffen waren.

Die negative Stimmung gegenüber Activision Blizzard hat nun offenbar zahlreiche Konsequenzen. Mit Spencer Neumann, Jack Dorsey und Mike Morhaime haben in den letzten Wochen zwei CFOs und der Blizzard-Gründer, der bis Ende 2018 noch als CEO agierte, entweder freiwillig oder unter Zwang ihren Job aufgeben. Blizzard soll seine Mitarbeiter dafür bezahlen, die Firma zu verlassen, um mittelfristig Personalkosten zu sparen. Und der Aktienkurs des Unternehmens ist in den letzten drei Monaten des Jahres 2018 um fast 45% gefallen: Von 72 Euro auf 40 Euro. Seit Anfang Januar erholt sich die Aktie wieder.

Wie Activision Blizzard wieder in tieferes Fahrwasser gelangen will, ist noch relativ offen. Ende März veröffentlicht der Publisher den From-Software-Titel Sekiro: Shadows Die Twice, das sich dann der Dark-Souls-Fanbase stellen muss - und der Frage, wie gut diese mit den am Spielsystem gemachten Änderungen leben kann. Ansonsten steht für den Juni noch das HD-Remake Crash Team Racing Nitro Fueled in den Startlöchern. Darüber hinaus listet der Publisher keine noch unveröffentlichten Titel auf seiner Homepage.

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3 Kommentare:


TomParis
vor 2 Monaten | 0
Ist Crash Bandicoot nicht auch von Activision? Dann bin ich mal gespannt, ob Crash Team Racing wie angekündigt im Juni rauskommt.

Vyse
vor 2 Monaten | 0
CTR hatte ich glatt vergessen ^^

Denke schon dass das normal erscheinen wird. Es wird ja von Beenox entwickelt und Activision ist nur der Publisher, und die N.-Sane Trilogy sowie die Reignited Trilogy waren ja durchaus erfolgreich. Außerdem ist das Remake jetzt auch nicht gerade ein Entwicklungskosten fressendes Großprojekt ;)

Slash-Kamei
vor 2 Monaten | 1
Ich hoffe das crash Team Racing noch kommt. Diese s..... Investoren und Aktionäre gehen mir so langsam auf den Sack. Die machen mit ihrer Gier die ganze Spielebranche und unser Hobby kaputt. Vor 20 Jahren war alles besser...vor allem die Spiele