Teamplay #31: Das spielt die Redaktion

Von Die Redaktion am 30. Dezember 2018

In unserem Story-Format Teamplay wollen wir euch regelmäßig sonntags kurze Eindrücke darüber verschaffen, was die Redakteure von NplusX gerade zocken. Hier geht es zu unserer letzten Ausgabe von Teamplay. Und so fragen wir nach einer kleinen Verschnaufpause zum letzten Mal im Jahr 2018: Was war in den vergangenen Wochen los?

Jerry: Die Weihnachtszeit soll ruhig und besinnlich sein, tatsächlich ist sie jedoch oft das genaue Gegenteil. Trotz freier Tage bleibt nicht viel Zeit für Videospiele. Familienbesuche stehen stattdessen an. Die wenige Zeit, die ich in Videospiele investieren konnte, hab ich mit Astro Bot: Rescue Mission und The Town of Light verbracht. Ersterer Titel sollte jedem NplusX-Leser inzwischen ein Begriff sein, während es sich bei Letzterem um eine Indie-Produktion handelt, die bereits 2016 erstmals veröffentlicht wurde. Astro Bot macht richtig Laune und frischt das Jump-N-Run-Genre ordentlich auf, aber ich kann grundsätzlich nicht länger als eine halbe Stunde mit der VR-Brille verbringen. Anders als bei normalen Videospielen brauche ich regelmäßige Pausen, um mich von der Reizüberflutung zu erholen.

The Town of Light bietet ein krasses Gegenprogramm zu Astro Bot. In dem düsteren Walking-Simulator übernimmt der Spieler die Rolle einer jungen Frau, die als 16-Jährige um 1930 in eine psychiatrische Anstalt in Italien eingewiesen wurde und im Spiel in die inzwischen geschlossene, verfallene Anlage zurückkehrt, um ihre Erinnerungen an den Ort wiederzufinden. Die Geschichte, die angeblich auf wahren Begebenheiten beruht, befasst sich mit ersten Themen, die sonst viel zu selten in Videospielen zu finden sind. Leider ist das Spiel technisch bestenfalls auf frühem PS3/X360-Niveau und ruckelt auch noch leicht.

Andy: Was wäre weihnachtlicher, als tausende Rieseninsekten zu Klump zu ballern? Nicht viel, und deshalb läuft seit einiger Zeit Earth Defense Force 5 in meiner PS4. Der fünfte Teil der Serie, die ihren Anfang übrigens als PS2-Titel mit dem klangvollen Namen "Simple 2000 Series Vol. 31: The Chikyuu Boueigun" nahm, kann wie seine Vorgänger als eine Art "Dynasty Warriors mit Schusswaffen" bezeichnet werden. Auch diese Serie profitiert im Jahr 2018 davon, dass sie mit jedem Nachfolger erweitert wurde, sodass uns in EDF5 jetzt über 1.200 Waffen zum Sammeln, etwa 110 Missionen und dutzende Gegnertypen zur Verfügung stehen.

Spielerisch wirkt der fünfte Teil jedoch tatsächlich etwas rückschrittig. Das Gameplay ist mit einem recht eng gefassten Tunnelblick auf den Coop-Modus ausgestattet, sodass sich Solisten mit nutzlosen K.I.-Helfern abfinden müssen, die oft noch nicht mal eine Wegfindung einprogrammiert haben und einfach am Anfang des Levels stehen bleiben. Der daraus resultierende sehr hohe Schwierigkeitsgrad verträgt sich nicht ganz mit dem ansonsten stupiden Gameplay und den teils 20 Minuten langen, checkpointlosen Missionen. Ebenfalls nervig sind die vielen verschiedenen Fallen und Gegnertypen, die darauf ausgelegt sind, die eigene Figur festzuhalten - Im Coop-Modus soll man von seinen Mitspielern aus diesen Situationen befreit werden, aber als Solist verliert man somit ständig die Kontrolle über seine Spielfigur; Erinnerungen an "What a horrible night to have a curse" aus Castlevania II werden wach.

Ansonsten funktioniert das unterhaltsame Gameplay mit seiner bewusst trashigen Präsentation immer noch, aber zumindest Solisten würde ich tatsächlich eher das Remake des Vorgängers - also Earth Defense Force 4.1 - ans Herz legen. Teil 5 hat sich im direkten Vergleich kaum weiterentwickelt, und vor allem aus Sicht von Einzelspielern macht der vierte Teil tatsächlich einige Dinge besser.

Kamil: Meine Daumen glühen! Neben diversen Runden Super Mario Party mit der Familie an den Weihnachtsfeiertagen wird aktuell besonders viel Zeit in Super Smash Bros. Ultimate investiert. Um möglichst keinen Fan der Reihe zu enttäuschen haben die Mannen um Masahiro Sakurai einfach alle bisherigen Kämpfer zu einer ultimativen Prügelorgie zusammengeführt, in der es ruppiger denn je zugeht. Das Gesamtwerk ist Nostalgie und Fanservice par excellence, das vor allem auch dank einer grandiosen Spielbarkeit und endlich wieder einem vollwertigen Abenteuermodus total motivierend ist. Auch für Einzelspieler!

Dabei habe ich nach diversen Kämpfen im VS- und Classic-Modus erst vor einigen Tagen mit dem Abenteuermodus "Stern der irrenden Lichter" begonnen und bin bisher sehr angetan. Im Prinzip lauft ihr hier über eine riesige Oberweltkarte, auf der ihr euch von Kampf zu Kampf bewegt. Die Kämpfe in der Story sind aber nicht unbedingt wie alle anderen, da dort die neu eingeführten Geister ins Spiel kommen. Jeder Geist verleiht euch bzw. euren Gegner verschiedenste Eigenschaften. So kämpft ihr unter anderem gegen einen kontinuierlich feuerwerfenden Mario, einen überdimensional großen Bowser oder findet euch auf einer Stage wieder, bei der der Boden gänzlich aus Lava besteht. Um als Spieler gegen die vielen kleinen Gemeinheiten ebenfalls besser gerüstet zu sein, könnt ihr eurerseits nach jedem Kampf Geister gewinnen und diese in zukünftigen Kämpfen strategisch einsetzen. Auch lassen sich die Geister durch häufigen Einsatz trainieren, sodass ihr im Verlaufe der Story immer stärker und konkurrenzfähiger werdet. Das ist mitunter auch wirklich nötig, denn einige der Kämpfe sind teilweise bockschwer und brauchen Zeit oder eben die richtigen Geister. Besonders cool sind zudem auch die tollen Cutscenes, die Nintendos All-Star-Team gekonnt in Szene setzen. Ich für meinen Teil bin mehr als nur angefixt und werde sicher noch so einige Stunden in das Spiel investieren. Einziger Wermutstropfen: der leider alles andere als optimale Online-Modus.

Matthew: Als ich mich in letzter Zeit erneut mit Octopath Traveler beschäftigt habe, neigten sich die Geschichten meiner zweiten Truppe dem Ende zu: Olbric, Cyrus, Ophilia und Tressa. Alle vier Wege waren bis zum Abschluss genauso fesselnd, wie die ihrer vier Vorgänger. Neben der Hauptpfade hat das Spiel viele Nebenquests, die trotz ihrer Kürze die Welt interessanter gestalten und weitere Kurzgeschichten beinhalten: Der davon gelaufene Sohn, der nach Jahren wieder zu seiner Mutter zurück kehrt; Der Abenteurer, der dank seiner Freunde den Mut fasst die Welt zu bereisen; den Wunsch eines zu Tode verurteilten Mannes, der erfahren möchte wie es seiner Frau geht. Ich habe sie alle genossen – nur die finale Quest steht mir noch bevor. Um diese in Angriff zu nehmen, habe ich Therion, Cyrus, Ophilia und Alfys zusammengetrommelt und sie durch langes Grinding auf  den Endkampf vorbereitet. Dieser Prozess ist jedoch so langwierig, dass es gegen Ende mehrere Stunden für einen Stufenaufstieg benötigt.

Zusätzlich habe ich mit Undertale ein weiteres Highlight durchgespielt. Extra aus Amerika habe ich mir die Limited Edition zukommen lassen, um dieses mit viel Liebe gefüllte Spiel erneut zu erleben. Trotz der Re-Erfahrung konnte mich das Spiel von Toby Fox in der kurzen Zeit emotional packen. Ausführlicher schwärme ich in meiner persönlichen Nutzerstory.

Deniz: Ich war unartig und habe ein neues Spiel angefangen, obwohl Xenogears noch nicht durch ist. In meinem Game Boy Advance SP steckt seit neuestem Tales of Phantasia, der erste Ableger der Anime-Action-RPG-Reihe von Bandai Namco. In letzter Zeit empfinde ich ältere JRPGs zunehmend als sehr anstrengend, weil ich mich inzwischen an die vielen Quality-of-Life-Improvements der letzten Jahren gewöhnt habe. Phantasia hat zwar extrem verwinkelte Dungeons, random Encounters und teilweise sehr spezifische Fortschrittsperren, zaubert mir aber trotzdem öfter mal ein Lächeln ins Gesicht. Die Weltkarte ist überraschend nützlich, das 2D-Action-Kampfsystem ist simpel, aber spaßig und auch die Story, die aus heutiger Sicht simpel erscheint und voller Klischees steckt, hält mich noch gut bei der Stange. Eine riesige Fantasy-Welt will entdeckt werden, vertrackte Dungeons mit harten Bossfights wollen erobert werden und das Rätsel um das Dahinschwinden der Manavorräte der Welt will gelüftet werden.

Nico: Zum Jahresende versuchte ich mich mit einem Kumpel noch einmal in der Zauberei - und zwar im Action-RPG Nine Parchments. Hier schließt man in einer kurzen Kampagne mit verschiedenen Zauberlehrlingen 32 Level ab, indem man die dort auftauchenden Gegnerhorden mittels einer Reihe an wirksamen Elementarzaubern ins Nirvana schickt. Mit bis zu vier Spielern kann man die Story angehen und hier nach und nach die verlorenengegangenen Pergamente der Akademie auflesen. Die Zauber lassen sich zwar nur in Strahlform kombinieren (und nicht etwa wie im Genre-Verwandten Magicka wild durcheinander), dafür kommt aufgrund der neun Charaktere, die jeweils in vier Ausführungen zur Verfügung stehen, nicht so schnell Langeweile auf, obwohl immer wieder die gleichen Level gespielt werden. Abwechslung gibt es hauptsächlich durch die verschiedenen Zauber, die nach einem Bosskampf freigeschaltet werden und das Repertoire der Protagonisten erweitern.

Der schwierige Permadeath-Modus ist zwar optional, muss zum Freischalten der letzten Charaktere und dem Hochsetzen des Level-Caps von 40 auf 60 aber durchgespielt werden. Das gestaltet sich im Einzel- wie im Mehrspielermodus herausfordernd. Alleine gibt es keine Teampartner, die die aktuelle Gegnerwelle nach dem eigenen Tod vielleicht noch abwehren können und so das Game Over verhindern, im Team muss jeder aber auf die Zauber der Mitstreiter aufpassen - Teamkill ist hier keine Seltenheit, macht aber auch den Reiz des Multiplayers aus. Insgesamt ein schönes Spiel, das aufgrund seines Gameplays und der hervorragenden Präsentation locker 20 Stunden Spaß bereitet.

Michi: Ich habe viel zu viele Videospiele und dabei viel zu wenig Zeit. Für zwei Spiele war dann aber doch ein wenig Zeit übrig und diese werden mich sicherlich noch einige weitere Stunden beschäftigen.

Zu Weihnachten lag für mich Pokémon: Let's Go: Evoli unter dem Christbaum, sodass sich derzeit die kleinen Taschenmonster in meiner Switch umhertummeln. Ich bin ehrlich gesagt recht positiv überrascht vom Spiel, auch wenn man dem Titel die Parallelen zu Pokémon GO deutlich anmerkt. Was mich jedoch erstaunt, ist die detailgetreue Nachbildung der Originalwelt des GameBoy-Klassikers Gelbe Edition. Diese hatte ich extra vor einigen Tagen noch kurz angespielt, um ein wenig Blut zu lecken. Pokémon geht einfach immer irgendwie und um für ein paar unterhaltsame Stündchen durch die Welt umherzustreifen und diverse Monster zu gangen ist Let's Go genau richtig. Außerdem werden wir dadurch auf das „große Abenteuer“ im nächsten Jahr eingestimmt.

Der zweite Titel, den ich momentan ausgiebig spiele, ist Dark Souls 3. Im Sale der Xbox One ist mir dieses Schmuckstück als Komplettedition in die Finger gekommen und als Fan der Serie konnte ich da einfach nicht widerstehen. Leider bin ich noch etwas von Dark Souls Remastered verwöhnt und so kann mich der dritte Teil der Serie nach ca. acht Stunden noch nicht vollends begeistern. Das Level- und Gegnerdesign wirkt zu sehr aus Bloodborne kopiert, die Areale sind verwinkelt, aber dennoch führen sie zu keinem Ziel und man bewegt sich oft sinnlos im Kreis. Der Charakter wirkt ziemlich schnell, was an sich nicht schlecht ist, nur merkt man zwischen den einzelnen Klassen kaum nennenswerte Unterschiede. Ein Ritter ist nur minimal langsamer als ein flinker Räuber mit leichter Rüstung. Noch schlimmer für mich persönlich: Es gibt kaum brauchbare Waffen und Rüstungen zu Spielbeginn. All das hindert mich natürlich nicht, mich noch in den Titel hineinzufuchsen und zu versuchen, das Spiel komplett durchzuspielen.

Ramy: Ein Gamingjahr geht zu Ende, das mich vor allem im letzten Drittel des Jahres durch den guten Nachschub an VR-Spielen begeistern konnte. Nachdem ich Astro Bot komplett durchgespielt habe und Firewall Zero Hour immer wieder für eine Runde gut ist - aber eben nicht jeden Tag von mir gespielt wird - habe ich mich wieder dem Mammut-Projekt Skyrim VR zugewandt. Nach einem Dreivierteljahr Pause wurde es wieder Zeit das VR Headset aufzusetzen und mit Movecontrollern bewaffnet nach Himmelsrand zu reisen. Zur Weihnachts- und Winterzeit kann ich mir aktuell kaum ein besseres Spieleprogramm vorstellen. Ein atmosphärisch dichter Titel dieser monumentalen Größe ist in der virtuellen Realität schlichtweg ein faszinierendes Erlebnis. Wahnsinnig immersiv, episch, toll!

Zu Bethesdas Rollenspiel gesellt sich seit Weihnachten ein weiterer VR-Titel, der zwar um einiges kleiner aber nicht minder märchenhaft daherkommt. Moss. Ich muss zugeben, dass ich nach dem Jump´n´run Highlight Astro Bot ein wenig Vorbehalte gegenüber dem älteren Moss hatte. Werden mich Spiele dieser Art überhaupt noch catchen können, jetzt wo Astro Bot die Messlatte so hochgelegt hat? Zum Glück lassen sich beide Titel nicht wirklich miteinander vergleichen. Das liebevoll gestaltete Abenteuer rund um die kleine Maus Quill schafft es von der ersten Sekunde an, mich in eine Märchenwelt zu entführen, aus der ich kaum wieder raus möchte. Ähnlich wie bei Astro Bot weiß ich jetzt schon, dass ich traurig sein werde, wenn ich Moss durchgespielt habe. Ein wirklich schönes Spiel!

Und da wäre noch Beat Saber. Eine Mischung aus Rhythmusspiel und Fruit Ninja. Mit dem VR-Headset auf dem Kopf und mit den Movecontrollern als Lichtschwertern in den Händen, ist dieses Spiel einfach eine Mordsgaudi. Vor allem, wenn man Freunde und Familienmitglieder beisammen hat, die alle ebenso motiviert auf der Jagd nach Highscores sind. Ein simples Spielkonzept, das toll umgesetzt wurde. Und während ich mit der guten Bewegungserkennung im Rhythmus der Musik Blöcke mit meinen Lichtschwertern zerteile, komme ich mir tatsächlich so vor, als sei ich ein Jedi-(Schnetzel)Meister. Sehr cool!

Mit welchen Spielen habt ihr die Feiertage verbracht?

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4 Kommentare:


Matthew1990
vor 10 Monaten | 0
Super Smash Bros. Ultimate spiele ich aktuell nur 1vs1. Bisher kaum mich mit dem Singleplayer auseinander gesetzt. :)
Pokémon Let's Go Eevee müsste ich auch mal anfangen. Ich hoffe, ich komme 2019 dazu. :D
Skyrim VR klingt sehr interessant. Würde mich sehr reizen es im VR zu zocken.

Asinned
vor 10 Monaten | 1
Ich plane zur Zeit ein wenig, was ich noch bis KH3 spielen kann. Im Moment bin ich ziemlich in Spiderman versunken. Der Coolectathon macht ziemlich Laune und der DLC wird sich auch auf jeden Fall gekauft. Ist der Fernseher blockiert oder nicht da, wird SSB World of Light weiter gezockt.

Etzloets
vor 10 Monaten | 3
Zu viel. Viel zu viel. Auf der Xbox One habe ich RDR2, AC Odyssey und PES. Auf der PS4 habe ich im Sale bei dem Spider-man DLC zugeschlagen. Und auf der Switch häuft es sich Dank Weihnachten. XC2 Torna, Smash Bros, Pokemon Pikachu und Yooka Laylee laufen momentan abwechselnd und Captain Toad liegt noch eingespielt da. Wie übrigens auch Thronebreaker auf der One. Weiß gar nicht, wie ich das schaffen soll. Vor allem, da bald Tales of Vesperia erscheint und ich das auch gerne erneut spielen würde.

TraxDave
vor 10 Monaten | 2
Die letzten 2 Wochen waren heruntergebrochen eigentlich nur das:

- Super Smash Bros. Ultimate (Multiplayer, wenn Freunde da und sonst Abenteuer)
- Pokémon Let's Go Evoli mit der Freundin
- 1x eine Session Tales of Beseria (sehr cool bis jetzt) mit der Tales-Gruppe

also mal schön entspannt und Zeit gehabt fürs Zocken :D