Teamplay #30: Das spielt die Redaktion

Von Die Redaktion am 02. Dezember 2018

In unserem Story-Format Teamplay wollen wir euch regelmäßig sonntags kurze Eindrücke darüber verschaffen, was die Redakteure von NplusX gerade zocken. Hier geht es zu unserer letzten Ausgabe von Teamplay. Was war nun in den letzten zwei Wochen los?

Matthew: Als Gamer, der Spiele gerne komplettiert, habe ich mich nach längerer Pause wieder mit Bayonetta 2 (mein persönliches Review) beschäftigt, um mir noch die drei letzten Erfolge zu holen. Zunächst meinte ich das Spiel auf maximaler Schwierigkeitsstufe durchspielen zu müssen, tatsächlich war ich hier jedoch nur einem Übersetzungsfehler zum Opfer gefallen. Viele einzelne Passagen perfekt zu absolvieren war eher frustrierend und fühlte sich unfair an. Ebenfalls frustrierend war der Onlinemodus: Wäre dieser nicht für einen Erfolg vorausgesetzt gewesen, hätte ich die Finger davon gelassen, denn er ist einfach langweilig. Mit einem Freund könnte er vielleicht Spaß machen, aber hat man keinen zur Seite, bleiben einem nur Fremde oder CPU-Spieler. Ich zog die KI-Kumpanen einem Spieler, der stets übermütig die Missionen auf maximaler Schwierigkeit auswählte, nur um dann kläglich zu scheitern, vor.

Ein Höhepunkt war jedoch zweifelsfrei ein Geheimboss. Mit dem Platinum Ticket, das im spielinternen Shop erhältlich ist, durfte ich mich dem wohl härtesten Boss stellen, den ich seit langer Zeit begegnet bin. Ich bin sicherlich noch nie so oft und vor allem so schnell hintereinander gestorben. Drei Abende hat es gedauert bis mir das Spiel seine Angriffsmuster buchstäblich eingeprügelt hatte. Nachdem ich ihn endlich besiegt hatte, war die Erleichterung riesengroß. Ich kann hier ohne Übertreibung sagen: Ich habe schon lange nicht mehr so böse bei einem Videospiel geflucht wie in Bayonetta 2.

Andy: Dank der auch auf Europa überschwappenden Black-Friday-Angebote darf ich mich nun ebenfalls zu den Besitzern eines PlayStation-VR-Headsets zählen. Die Tech-Demos aus der Minispielesammlung PlayStation VR Worlds sorgten bei mir leider noch nicht für die Begeisterungsstürme, von denen Jerry in einer früheren Ausgabe berichten konnte. Zu enttäuscht war ich von der geringen Auflösung und der leichten Unschärfe, die die Bildqualität und somit auch den angestrebten Immersionsfaktor leider ordentlich beeinträchtigen.

Durch die Spiele, für die ich mir das Headset eigentlich gekauft habe, hat sich mein Eindruck nun etwas gebessert. So kommt zum Beispiel der neueste Ableger der vom Mainstream wohl meistgehassten JRPG-Serie aller Zeiten, Megadimension Neptunia VIIR, mit einem VR-Modus daher. Spieler dürfen in einem virtuellen Wohnzimmer Platz nehmen und bekommen über ein Dimensionsportal Besuch von den weiblichen Hauptfiguren des Spiels (Neptune, Noire, Blanc und Vert). Als nette Dreingabe erhalten Serienfans ein recht ordentliches RPG, das den Super-Low-Budget-Feel der Vorgänger mit einer robusten Engine, unterhaltsamen Dialogen und einem soliden Kampfsystem hinter sich lassen kann. Gänzlich andere Wege geht das innovative Musikspiel Beat Saber und gibt dem Spieler zwei Lichtschwerter in die Hand, die über die PlayStation-Move-Controller gesteuert werden. Mit dieser Bewaffnung müssen im Takt der Musik heranfliegende Würfel zerschnitten werden, während Hindernisse denen ich mit Ganzkörpereinsatz ausweichen muss für eine zusätzliche Herausforderung sorgen. Durch den mickrigen Umfang und die schlecht funktionierende Erkennung der Move-Controller spielt sich Beat Saber aktuell noch wie eine Early-Access-Version. Wenn diese Probleme noch gelöst werden können (und DLC-Pakete, die den Umfang fast verdreifachen werden, sind bereits offiziell angekündigt) sitzen die Entwickler hier auf einer potentiellen Spielspaß-Granate, die aber aufgrund der körperlichen Anstrengung nur für sehr kurze Spielsitzungen geeignet ist.

Beide Titel haben es jedenfalls geschafft, mir auf ihre jeweils ganz eigene Art und Weise Erfahrungen zu bieten, die in herkömmlichen Videospielen nicht möglich sind. Nun bin ich sehr gespannt darauf, welche Möglichkeiten die Technologie noch bereithält - vor allem, falls die Nachfolgekonsole der PS4 noch mit einer deutlich verbesserten Version des Headsets ausgestattet würde.

Schniko: Ich habe mich in meinem letzten #Herzhaft-Artikel bereits ausführlich über äußerst launige Runden der VR-Spielerei ausgelassen. Nun konnte ich mich in den vergangenen zwei Wochen noch intensiver mit den für mich neuen Inhalten beschäftigen. Neben der weiteren Eingewöhnung an den Aim Controller mithilfe von Firewall: Zero Hour und Farpoint habe ich mich erwartungsgemäß am meisten mit Astro Bot: Rescue Mission beschäftigt.

Und zu meiner großen Freude hat sich der wahnsinnig positive Eindruck, den ich nach dem Absolvieren der ersten Welt hatte, auch im weiteren Verlauf des Spiels voll bestätigt. Ich bin nun bis zur vierten Welt vorgedrungen und kann vor den Entwicklern nur alle meine Hüte ziehen. Astro Bot ist pickepackevoll mit tollen Ideen und cleveren Gameplay-Kniffen. Ständig gibt es irgendwelche kleinen Details zu entdecken, die häufig gar nicht so offensichtlich sind, das Spiel dennoch aber durch und durch launig, atmosphärisch und einfach besser machen. Wenn mein kleiner Bot sich einen Schwimmreifen anlegt und die Gegner mit Taucherbrille und Schnorchel anhoppeln, sieht das einfach drollig aus. Diese könnten übrigens genau so auch direkt neben den Gumbas am Strand des Seelandes in Mario Odyssey herumwuseln. Generell erinnern mich immer wieder Elemente des Spiels an diverse Hüpftitel aus der Nintendowelt. Eine Lorenfahrt kennt man schon von Donkey Kong, der Ausflug durch das innere eines Wals erinnerte mich lose an Banjo-Kazooie und auch die Suche nach den verlorengegangenen und überaus putzigen Jinjos ...ähm... Astro Bots weckte entsprechende Erinnerungen. Dennoch fühlte sich das für mich bisher zu keiner Zeit wie ein schludrig zusammenkopiertes Etwas an, sondern stets wie ein extrem hochwertiges und in sich absolut schlüssiges Werk. Zudem konnte ich bis dato auch keinerlei Abnutzungserscheinungen feststellen. Im Gegenteil, immer wieder bin ich überrascht, wie abwechslungsreich und faszinierend dieses Spiel ist - allein schon die Lorenfahrt in VR war saucool. Es ist einfach beeindruckend, wie intensiv dieses und viele weitere Erlebnisse durch die virtuelle Realität werden. Ich bin von der „Erfahrung“ Astro Bot unerwartet schwer begeistert und es ist für mich bisher mein persönliches Spiel des Jahres.

Michi: Ich habe die letzten beiden Wochen und damit insgesamt mittlerweile über 130 Stunden mit Dark Souls Remastered für Nintendo Switch verbracht. So lange habe ich noch nie an einem Videospiel gespielt, das ist mein neuer Rekord. Nachdem ich das Rollenspiel das erste Mal beendet habe, hat mich der Eifer gepackt und ich habe das New Game Plus beinahe bis zum Ende gespielt. Der „Artorias of the Abyss“-Teil, der im Original noch als DLC galt, war dabei mein eigentliches Ziel. Aber ich bin mittlerweile bei diesem Run kurz vor dem Endboss, bei dem ich allerdings noch scheitere. 

Warum mich dieses bockschwere Rollenspiel momentan so dermaßen packt, weiß ich selbst nicht, jedoch habe ich mich, im Gegensatz zur PS3-Version, in die Story reingefuchst. Story gibt es nicht? Mitnichten! Alle Gegenstandsbeschreibungen lesen, die NPC-Quests machen und sämtliche Dialoge der Charaktere und Bosse verfolgen, dann bekommt man genug Story zusammen. Und dann wird das Spiel noch interessanter, weil es dem Spieler nichts vorkaut, sondern weil man sich bei der Geschichte jeden Krümel selber verdienen muss.

Deniz: Ich spiele gerade parallel das erste und das aktuell letzte Spiel von Monolith-Gründer Tetsuya Takahashi. Mit Xenogears hab ich auf meiner PSP ja schon vor ein paar Wochen angefangen, bin aber immer noch bei unter 30 Spielstunden, da mich trotz der genialen Geschichte schon so ein paar Gameplayaspekte etwas nerven und ich deswegen immer nur in kleinen Häppchen weitermache. Xenoblade Chronicles 2: Torna ~ The Golden Country läuft währenddessen in meiner Switch und auch wenn ich da erst ein paar Stunden reingesteckt habe, liebe ich es jetzt schon abgöttisch. Das Hauptspiel war für mich schon ein absolutes Highlight und das Standalone-Addon hat in einigen Aspekten sogar noch einen draufgelegt: Das komplexe, aber etwas langsame Kampfsystem von Xenoblade 2 wurde überarbeitet und ist nun eine ganze Ecke flotter, die verbesserte Engine sorgt für deutlich weniger Einknicke in Framerate und Auflösung, die Charaktere sind mindestens genauso sympathisch wie im Hauptspiel, die englischen Voice Actors machen einen VIEL besseren Job... Es ist einfach großartig und erstaunlich, wie viel Liebe und Fleiß im Projekt Xenoblade Chronicles 2 steckt.

Mit welchen Spielen habt ihr eure Konsolen verwöhnt?

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7 Kommentare:


Matthew1990
vor 1 Woche | 1
Dark Souls muss ich mir auch noch antun. Finde ich cool, dass Michi da so lange sich mit beschäftigen kann. Klingt wieder nach einem Spiel, dass mich endlos festhalten wird. :)
Und ist gut zu wissen, dass sich die Lore aus allem raus lesen lässt, selbst Gegenstandsbeschreibungen - diese lese ich nämlich nie. xD
PS: Coole Guides! Ich denke, darauf werde ich irgendwann noch einmal zurück kommen, wenn ich Dark Souls irgendwann für die Switch beginne. :)

Und Torna habe ich auch noch nicht angefasst. x.x Darauf freue ich mich auch schon, sobald ich das Hauptspiel abgeschlossen habe. :) - Klingt cool, dass es so gut gefällt. :D

YxinX
vor 1 Woche | 1
Das neue Spider-Man zufrieden abgeschlossen (dabei mag ich normalerweise nicht einmal Superhelden Spiele), jetzt sind entweder Dragon Quest 11 oder Ni No Kuno 2 an der Reihe, Darksiders 3 wäre aber auch noch eine Option. Außerdem sollte ich noch Donkey Kong Tropical Freeze absolvieren.

Buttergebäck
vor 1 Woche | 1
Tropical Freeze solltest du in der Tat absolvieren.


Solltest du wirklich.

mega
vor 1 Woche | 0
Ich finde ja das man bei "Torna: The Golden Country" bei der Musik einen ziemlichen Rückschritt im Vergleich zum Hauptteil gemacht hat. Gleiches muss ich von der Sprachausgabe sagen. Beide waren bzw. sind im Hauptspiel deutlich stimmiger oder auch genialer. Kommt leider überhaupt nicht an das Hauptspiel heran, auch von der Atmosphäre her...

Denios
vor 1 Woche | 1
Die Musik ist halt viel jazziger, wenn man das nicht mag, mag man das halt nicht^^ aber die Sprachausgabe? Also da meine ich eine objektive deutliche Steigerung rauszuhören. Gerade die Sprecher von Rex und Nia fand ich im Hauptspiel am schlimmsten und die sind ja hier nicht dabei. Die Sprecherin von Mythra hat sich imo verbessert und der Rest macht seine Sache auch ziemlich gut.
Von der Atmosphäre her... joa, wie man es nimmt, aber mich haben einige Sidequests in Torna tatsächlich emotional mehr mitgenommen als so manches Main Event im Hauptspiel^^ Damit will ich nicht sagen, dass Torna eine "bessere" Atmo hat, aber es ist eben alles ein wenig... bedrückender.
Jedenfalls schade, dass dir Torna nicht so zu gefallen scheint, ich habe aber mega Fun damit gerade.

Falco
vor 1 Woche | 0
Habe echt wieder gut Rocket League angefangen. Catcht doch wieder sehr schnell. Zum vergangenen Splatfest wollte ich auch Splatoon wieder spielen. Ich konnte allerdings mit einem Kumpel keine Gruppe gründen und wir bekamen ständig Verbindungsabbrüche, sodass das leider schleifen gelassen wurde. Aber bald ist Smaaaaash angesagt.

TraxDave
vor 6 Tagen | 0
Ich habe eigentlich nur in den letzten paar Tagen gespielt - und zwar Kingdom Hearts Dream Drop Distance am 3DS. Seit langem wieder mal am 3DS, wurde trotzdem gefesselt und hab‘ es nach einer langen Pause gleich in der zweiten Welt in 2-3 Tagen dann durchgespielt. Jetzt nur noch - ich zitiere den genauen Titel - Kingdom Hearts HD 2.8 Final Chapter Prolouge 0.2 Birth By Sleep: A Fragmentary Passage. Dann bin ich frei für KHIII!

Ab morgen ist sowieso Smash angesagt!