Test: GRIP: Combat Racing (Nintendo Switch)

Von Michael Prammer am 28. November 2018

Mit GRIP: Combat Racing wagen sich die Entwickler von Caged Element in ein Segment der Videospielbranche vor, in dem es nur einen wahren Platzhirschen gibt: Mario Kart. Ob der Titel im Bereich der Funracer mithalten kann, verrät euch unser Test.

Zugegeben, ein waschechter Funracer ist GRIP im Prinzip gar nicht. Jedoch bietet das Rennspiel viele Elemente, die sehr stark für dieses Subgenre sprechen. So geht es im Racer nicht nur um das schnellstmögliche Erreichen der Zielflagge, sondern vielmehr auch darum seine Gegner von der Piste zu fegen. Dafür werden dem Spieler diverse Hilfsmittel auf die Strecke gelegt. Ähnlich wie bei Nintendos Rennpisten-Ausflügen gilt es auch in GRIP zahlreiche Waffen und Extras einzusammeln, um diese möglichst effizient gegen seine Kontrahenten einzusetzen. Dabei kommen in GRIP - irgendwo muss der Beiname Combat Racing ja herkommen - jedoch Raketen, Maschinengewehre und Minen zum Einsatz. Es rummst also mitunter so richtig. Doch auch das Streckendesign an sich bietet wie bei vielen anderen Funracern weitere Möglichkeiten, wie zum Beispiel Beschleunigungsspuren und Abkürzungen, um sich beim Wettrennen einen Vorteil zu verschaffen.

Mario Kart trifft auf Wipeout

GRIP spielt sich unter dem Strich wie eine Mischung aus Wipeout und Mario Kart. Dem grundsätzlich pfeilschnellen Gameplay mit futuristischen Rennboliden wird das Waffensetting und die Nutzung von Beschleunigungstreifen zur Seite gestellt, sodass im positiven Sinne ein ziemlich chaotisches Rennerlebnis zu Stande kommt. Dabei ist das Geschwindigkeitsgefühl von GRIP wirklich sehr gut gelungen und die Fahrzeuge fühlen sich allesamt wuchtig und die Steuerung sehr direkt an. Bereits in den ersten Fahrminuten wird somit klar, dass das Gameplay-Gefühl ein gutes Grundgerüst für einen spaßigen Racer bietet.

Anders als bei einem Mario Kart haben die Entwickler das Hauptaugenmerk jedoch auf die Kampagne und nicht auf den Mehrspielermodus gelegt. Die Kampagne besteht dabei aus unterschiedlichen Events, an dessen Ende stets eine Art Bosskampf auf euch wartet. Mit Abschluss dieses Duells schaltet ihr jeweils den nächsten Rang frei und arbeitet euch so Stück für Stück durch die Geschichte. Von einer echten Geschichte zu sprechen wäre jedoch übertrieben, sie wird uns lediglich als solche verkauft. Die Entwickler hätten vor allem auch deutlich mehr an der Präsentation schrauben dürfen, denn die Inszenierung der Kampagne wirkt recht unspektakulär und fast schon etwas steril. Die Events an sich sind dafür jedoch sehr abwechlungsreich, es geht nicht nur um das reine Gewinnen der Rennen. Mal gilt es als Erster die Zielflagge zu erreichen, während im „Death-Match“ möglichst viel Schaden an gegnerischen Fahrzeugen produziert werden soll. Dabei haben die Entwickler dank insgesamt 22 verschiedenen Strecken, die sich stark voneinander unterscheiden, auch bei den Pisten für viel Abwechslung gesorgt. Zusätzlich lassen sich insgesamt 15 Fahrzeuge freischalten, was die Langzeitmotivation ebenfalls positiv beeinflusst. 

Besonders viel Spaß machen Rennspiele im Mehrspielermodus und so kommt GRIP neben einem lokalen Vierspielermodus auch noch mit einem Online-Multiplayer-Modus daher, der in unserer Testphase erstaunlich gut funktioniert hat. Warum wir dies explizit ansprechen? Nun, weil die grundsätzliche Performance von GRIP in der Version für Nintendo Switch leider alles andere als gelungen ist. Zu unserem Testzeitpunkt gab es den Day-One-Patch bereits, zuvor soll das Spielgeschehen sogar katastrophal ausgesehen haben. Doch auch mit dem Patch kommt es wohl aufgrund des hohen Tempos regelmäßig zu Framerateaussetzern, was dem Spielgefühl natürlich nicht zu Gute kommt. Auch die Grafik an sich sieht oftmals sehr grobkörnig aus, Texturen wirken verwaschen und die gesamte Auflösung ist recht gering; es mangelt dem Titel ganz offenbar an vielen Stellen am Feintuning. 

Erstaunlicherweise gilt die Problematik vor allem für den Handheldmodus, wo die geringe Auflösung und die groben Kanten noch stärker ins Auge stechen und die Framerate schlechter ist als im Dock-Modus. Spielt ihr am TV ist die Performance besser, aber leider auch nicht so gut, wie ihr sie auf anderen Plattformen erleben könnt. Der Sound hingegen geht absolut in Ordnung, da die rasanten Techno-Tracks gut zum Geschwindigkeitsgefühl des Racers passen.

Fazit:

GRIP: Combat Racing ist eigentlich ein tolles Rennspiel. Mit einem ordentlichen Umfang, einem tollen Spielgefühl und jeder Menge Action ausgestattet, bietet der Flitzer eigentlich alles, was das Genre-Herz begehrt. Vor allem die Mischung aus Hochgeschwindigkeits-Rennen und Rennspiel-Ballerei weiß zu gefallen, zumal auch der Multiplayer-Modus sehr viel richtig macht. Weniger schön ist allerdings die technische Seite der Nintendo-Switch-Version. Von matschigen bzw. grobkörnigen Texturen über die viel geringere Auflösung, die vor allem im Handheldmodus auffallen, bis hin zu einigen Performanceproblemen braucht der Nintendo-Spieler ein etwas dickeres Fell. Wer auf solche Dinge keinen allzu großen Wert legt, bekommt dennoch einen guten Racer spendiert. Auf anderen Plattformen läuft das Spiel aber zum aktuellen Zeitpunkt flüssiger und kommt zudem in deutlich schickerer Optik daher.

Wertung:

6.5

Michael Prammer meint:

"Ein gutes Rennspiel, welches auf der Switch aufgrund technischer Defizite leider unnötig ausgebremst wird. "
Spielerlebnis: Gut
Umfang: Sehr gut
Technik: Mangelhaft

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2 Kommentare:


NXPro
vor 2 Wochen | 0
Schöner Test, aber den letzten Satz vom Fazit nochmal anschauen. :)

kraid
vor 1 Woche | 0
Einen Vergleich mit Mario Kart und somit Fun Racern braucht es meiner Meinung nach nicht.
Es gibt schon das Subgenre der Future Racer, dessen Vertreter wie Exreme G oder Wipeout ganz genau über die selben Mechaniken (Rennen fahren und Gegner abschießen) verfügen.