Test: Bayonetta 2

Nutzer-Story von Matthew1990 am 23. November 2018

Konsole: Nintendo Switch

Release: 16.02.2018

Abschlussdatum: 23.11.2018

Spielzeit: ca. 125 Stunden


Spieleinhalt

Ich habe das Hauptspiel mit allen Erfolgen abgeschlossen. Darunter das Spiel auf der maximalen Schwierigkeitsstufe abgeschlossen, sämtliche Herz- und Magieteile gesammelt, Umbra-Haine geschafft und den geheimen Endboss besiegt. Dazu habe ich im Online-Modus sämtliche Verskarten freigespielt.


Spieleranzahl

Das Spiel lässt sich komplett alleine spielen. Im Online-Modus könnt ihr zu zweit Verskarten auswählen und diverse Kämpfe zusammen abschließen.


Story

Bei Bayonettas Einkaufsbummel wird die Stadt von Engeln angegriffen und die Jagd auf die Umbra-Hexe wird fortgesetzt. Doch ganz alleine ist Bayonetta nicht, denn Verstärkung kommt bereits und ihr könnt zusammen den Angriff erfolgreich abwehren, doch der Preis ist die Seele von Bayonettas Freundin Jeanne. Im Kampf konnte sich der von Bayonetta beschworene Dämon los reißen und das Leben ihrer Freundin aushauchen. Damit beginnt die Reise in die Hölle, um die Seele ihrer Freundin zu retten. 


Review

Bayonetta 2 schließt direkt an ihrem Vorgänger an und führt die erzählte Geschichte fort. Ohne große Vorkenntnisse lässt sich die interne Geschichte zwar mitverfolgen, dennoch empfiehlt es sich Bayonetta zuvor ebenfalls gespielt zu haben – sonst erkennt ihr, wie ich, gewisse Zusammenhänge nicht. Meinen persönlichen Geschmack trifft die Geschichte nicht und spielte für mich nur eine sekundäre Rolle. Abgesehen von "Tomorrow is mine" gab es für mich auch kaum nennenswerte Musikstücke, die das Spiel für meinen persönlichen Geschmack aufwerten ließ.

Dennoch konnte mich Platinum Games mit dem Hauptelement überzeugen: Das Gameplay. Ganze 16 Kapitel besitzt das Spiel, die alle in Verse (Abschnitte) aufgeteilt sind, manche mehr – manche weniger. Diese Verse sind meist ein abgeschnittene Areale mit einer endlichen Anzahl an Engel und/oder Dämonen, die bekämpft werden wollen, oder ein Bosskampf. Der interessante Aspekt ist es, die unterschiedlichen Gegner- und Bosstypen zu studieren und ihren Angriffsmustern zeitnah auszuweichen, um über eine Zeitlupen-Mechanik in die Offensive zu gehen. Mit vielen verschiedenen Waffen könnt ihr eure Hexe ausrüsten und mit diversen Kombos auf eure Kontrahenten einprügeln oder haltet euren Kombomultiplikator mit Schüssen aus eurer Pistole aufrecht, denn am Ende jedes Verses wird euer Kampf über Kriterien benotet. Ihr erhaltet eine Medaille für einen schnellen Abschluss des Kampfes mit einer höchst möglichen Kombopunktzahl, wobei ihr so wenig wie möglich Schaden erlitten habt.

Zwischen manchen Versen könnt ihr euch in einem abgegrenzten Gebiet frei bewegen und den kleinen Abschnitt nach Objekten, Truhen oder Geheimnissen absuchen. Wenn ihr euch alles genau anschaut, findet ihr nicht nur zerstörbare Objekte um Heiligenscheine (Ingame Währung) zu sammeln, sondern auch zusätzliche Verse für Extrabelohnungen in Form von Herzteilen, Musikstücke oder Konzeptzeichnungen. Diese Collectibles lassen sich ebenfalls in zahlreich versteckten Truhen finden.
Damit lohnt es sich sogar die schön, aber schlicht gehaltene Spielwelt intern der Kapitel gründlich abzusuchen und Geheimnisse aufzuspüren.

Zwei weitere Punkte machen die Spiele von Platinum Games ebenfalls aus: Der recht hoch gehaltene Schwierigkeitsgrad und die schrägen Ideen verknüpft mit überdrehtem Humor. Gerade auf Unendlich-Klimax solltet ihr ein Gentleman sein und Bayonetta ordentlich führen können, da es sehr schnell passieren kann, dass sich andere dämonische Hände an ihr vergreifen und sie von euch wegzerren, da ein Game Over-Bildschirm nicht weit entfernt ist, aber auch auf dem normalen Schwierigkeitsgrad solltet ihr im Verlauf der Kapitel eine starke Lernkurve besitzen, um nicht zu schnell mit Frust aus dem Kampf geworfen zu werden.

Vom schrägen Humor, den ich bereits aus The Wonderful 101 sehr gut kennenlernen durfte, sah ich leider etwas wenig von. Die Geschichte an sich wirkt etwas ernster und Bayonetta reagiert nicht mehr ganz so spöttisch auf die Gegner, wie in ihrem Vorgänger. Nach dem Prolog fällt mir neben dem Poldance an einer Zeitstange, die zur Rekonstruierung zerstörter Gebäude dient, keine weiteren Momente mehr ein, die die Ernsthaftigkeit nahmen. Merkwürdig geformte Engel kommen zwar ebenfalls wieder vor, doch die neuen Dämonen wirken ebenfalls nicht ganz so makaber, wie ich es gewohnt bin. Dafür kann Bayonetta 2 mit ihren dämonischen Beschwörungen und schön inszenierten Zerfleischungen aus der Hölle wieder einmal punkten. Ebenso dürft ihr euch auf wenige, aber nette Elemente freuen, die abseits des gewöhnlichen Gameplays sind.

Die wirklichen Wermutstropfen des Spiels sind die unfair gehaltenen Checkpoints. Wer sich an ein Kapitel heran wagt und es im Puren Platin absolvieren möchte, sollte dementsprechend auch eine reine Perfektion vorweisen können, denn wenn nur ein einziger Vers nicht perfekt abgeschlossen wurde, geht der gesamte Spaß von vorne los. Es fehlt eine Möglichkeit den zuletzt abgeschlossenen Vers zu wiederholen, um seine alte Wertung ggf. auszubessern.

Die amiibo-Funktion ist im 2.Teil ziemlich hilfreich, da ihr mit euren Figuren eine gute Anzahl an Ringen erhalten könnt, die ihr sonst im Spielverlauf mühselig zurecht sammelt müsstet, um den Geheimboss mit allen anderen Items freizukaufen. Manche amiibo sorgen sogar dafür, dass ihr ein Nintendo-Cosplay für Bayonetta freischaltet, lassen sich jedoch alle ebenfalls durch ingame Währungen freikaufen.

Der Online-Modus stellt euch eine Anzahl von 53 Verskarten zur Verfügung. Ihr könnt zu zweit oder mit einem NPC zusammen nacheinander sechs verschiedene Karten auswählen, woraufhin ihr in eine zur Karte passende Arena mit dementsprechenden Gegnern transferiert werdet. In diesem Modus könnt ihr dann online-exklusive Kämpfe freispielen und Heiligenscheine für das Hauptspiel erspielen. Ihr erhaltet ebenfalls nach jedem Kampf eine Benotung und der Sieger wird aus der besseren Bewertung gekürt. Trotz des kooperativen Systems existiert hier zwar ein Konkurrenzverfahren, dient jedoch nur dazu Bonusringe und Entscheidungsgewalt der nächsten Verskarte zu erhalten, denn primär spielt ihr eigentlich zusammen als Verbündete. Dies kristallisiert sich gerade dann heraus, wenn ein Spieler stirbt und sich durch seinen Mitspieler wiederbeleben lässt.


Wertung:

7.5 / 10

Matthew1990 meint:

"Für einen anspruchsvollen Tanz ist die Hexe immer zu haben, auch wenn sie etwas wackelig auf den Beinen ist."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Gut
Technik: Gut

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