Test: Diablo III: Eternal Collection

Von Michael Prammer am 14. November 2018

Willkommen in der (Nintendo-)Hölle!

Es hat lange genug gedauert, bis Nintendo-Fans endlich in den Genuss des teuflischen Abenteuers aus dem Hause Blizzard kommen. Während PC-Zocker bereits seit über sechs Jahren viel Zeit mit Diablo III verbringen, durften Xbox- und PlayStation-Spieler immerhin zwei Jahre später im Rollenspiel einsteigen. Dank diverser Kollektionen und Erweiterungen wurde das Spiel nie langweilig und ist jetzt auch als „Eternal Collection“ auch auf Nintendo Switch erhältlich. Einziger Wermutstropfen: Trotz exklusivem Content, auf den wir nur grob eingehen werden, muss der Vollpreis gezecht werden, während Spieler auf anderen Systemen das RPG bereits für die Hälfte des Preises oder weniger erstehen können. Ob sich der mobile Höllenritt dennoch lohnt, verrät unser Test.

Ein Pakt mit dem Teufel

Wer Diablo nicht kennt oder noch nie davon gehört haben sollte, weiß vermutlich auch nicht, was Tetris ist und kann mit Videospielen generell wenig anfangen. Das Franchise ist außerordentlich beliebt und scharte über die Jahre eine große Fangemeinde um sich. Diablo III ist der aktuellste Ableger und wird durch Ingame-Events, kleinerem Content und Aktionen bis heute noch für alle Plattformen unterstützt; die Spieler zocken fleißig weiter. Ein paar einleitende Worte zur Story: Ein Stern oder Komet raste auf die Kathedrale der fiktiven Stadt Tristram zu und seit dessen Einschlag sind die Untoten wieder zum Leben erweckt worden. Warum das so ist, muss fortan der Spieler untersuchen. Ein von uns selbst erstellter Charakter ist für dieses Unterfangen verantwortlich. Im Laufe der Geschichte lernen wir viele Charaktere der vorherigen Teile kennen, ein Basiswissen der Vorgänger ist allerdings nicht vonnöten. Insgesamt ist die Geschichte spannend erzählt und nimmt viele unerwartete Wendungen. Auch viele Nebengeschichten und kleinere Tagebuchstorys von gefallenen Helden werden euch immer wieder im Spiel begegnen und sorgen für Abwechslung.

Die Charaktererstellung ist bereits ein erstes Highlight, denn hier wird der Grundstein für die nächsten Spielstunden gelegt. Aus sieben unterschiedlichen Klassen darf zu Beginn gewählt werden; die Eternal Collection liefert alles, was das Diablo-III-Universum bislang zu bieten hat. Die möglichen Anpassungen fallen an sich allerdings etwas dürftig aus und so bekommen wir nicht allzu viele Möglichkeiten, unseren Charakter zu personalisieren. Die Klassen sind jedoch allesamt verschieden und bieten viele Vor- und Nachteile. Das steigert immens den Wiederspielwert des kompletten Abenteuers, da sich die einzelnen Charaktere komplett unterschiedlich spielen. Ein Barbar beispielsweise setzt auf rohe Gewalt und Nahkampf, während ein Hexendoktor Skelette beschwört und die Arbeit für sich erledigen lässt. So ist aber auch ein Kreuzritter beispielsweise etwas robuster und kann mehr einstecken, büßt jedoch dafür bei seiner Beweglichkeit Punkte ein. Die einzelnen Klassen auszuprobieren stellt einen besonderen Spaß im Spiel dar und obwohl alle Charaktere die gleiche Welt bereisen und die gleichen Aufgaben erledigen, fühlt sich das Spiel jedes Mal ein wenig anders an.

Umfangreiches Rollenspielepos

Diablo III ist ein Action-Rollenspiel mit einer isometrischen Kameraansicht von schräg oben. Diese kann nicht verändert werden, was stiltypisch für die Diablo-Reihe ist. Das Abenteuer ist darauf ausgelegt, dass eben diese Kamera stets so positioniert ist, dass der Spieler das Abenteuer nie aus den Augen verliert und immer alles im Blick hat. Mit dem linken Stick wird der Held bewegt, der rechte Stick sorgt für Ausweichmanöver. Das kann zu Beginn etwas merkwürdig sein, da man von den meisten Spielen heutzutage gewöhnt ist, mit dem rechten Stick die Kamera zu bewegen. Die Aktionstasten führen Angriffe aus - zu Beginn des Spiels stehen nur wenige zur Verfügung, sehr bald kommen allerdings schon mächtige Angriffe hinzu. In einem komplexen Talentbaum lassen sich neue Angriffe erlernen, passive Fähigkeiten freischalten und die bereits erlernten Fähigkeiten durch Runen verfeinern. Das alles detailliert zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Tests allerdings sprengen.

Besiegte Gegner, abgeschlossene Aufträge und das Voranschreiten der Geschichte bescheren unserem Charakter Erfahrungspunkte, die seinen Level steigen lassen. Außerdem gibt es Gold zu verdienen, das wir in Ausrüstung und Waffen investieren können. Mit neuer Erfahrung und höheren Leveln werden dann weitere Fähigkeiten und Talente freigeschaltet. An und für sich wird der Charakter allerdings durch Waffen und Rüstungen stärker. Wer diese nicht kaufen möchte, findet sie überall im Spiel. Man könnte fast behaupten, dass der ganze „Loot“ uns hier regelrecht erschlägt und teilweise bereits nach wenigen Minuten das gesamte Inventar randvoll gefüllt hat. Vieles davon wird anschließend entweder verkauft oder weggeworfen. Dadurch wird schnell klar, dass Händler beinahe ausschließlich die Funktion besitzen, das gefundene Gut in Gold umzuwandeln. Gegenstände zu kaufen lohnt sich fast nicht, da es irgendwann sowieso etwas besseres zu finden gibt.

Diablo III ist wahnsinnig umfangreich. Das liegt nicht nur an den ganzen Erweiterungen, die Blizzard hier in diese Collektion gesteckt hat, sondern auch an den ganzen Möglichkeiten, die dem Spieler gegeben werden. Da wären zum Beispiel die 13 Schwierigkeitsgrade: Je nachdem, für welchen wir uns entscheiden, gibt es mehr Erfahrung und mehr Gold, wobei natürlich nicht alle zu Beginn zur Verfügung stehen. Hardcorespieler wagen sich an einen Modus, der den Spieler komplett sterben lässt, wenn die Energieleiste aufgebraucht ist. Dann heißt es Game Over und das gesamte Spiel ist vorbei. Allerdings gibt es hier auch die meiste Erfahrung zu ergattern. Nintendofans freuen sich außerdem über ein weiteres Schmankerl. Via vier Joy-Con dürfen vier Helden gleichzeitig an einer Konsole in die Untiefen der Hölle der Brut den Garaus machen. Online darf auch gespielt werden, ein kostenpflichtiges Online-Abo von Nintendo vorausgesetzt.

Apropos Nintendo. Das japanische Unternehmen darf auf seiner Konsole zusätzliches Equipment anpreisen, das es nur auf Nintendo Switch gibt. Eine Ganondorf-Rüstung, ein Rahmen, ein tierischer Begleiter und weitere Goodies gibt es im Spiel zu finden. Die Rüstung ist dabei gar nicht so einfach zu erhalten und zum Spielbeginn auch nicht verfügbar. Es handelt sich um eine kostspielige Ingame-Angelegenheit, so viel sei an dieser Stelle verraten. Insgesamt braucht sich das Rollenspiel auf Nintendos Hybrid-Konsole nicht verstecken, schon gar nicht was die Performance betrifft. Das Abenteuer packt am Fernseher die 60 Bilder pro Sekunde und läuft absolut ruckelfrei. Im Handheldmodus ist mir jdeoch bei dem ein oder anderen Kampfgetümmel doch ab und zu ein leichter Stocker aufgefallen, gerade dann, wenn sehr viele Gegner gleichzeitig bekämpft wurden. Wirklich gestört hat das glücklicherweise nicht.

Fazit:

Diablo III ist auch auf Nintendo Switch ein absolut packendes Rollenspiel, das man sich auf jeden Fall zulegen sollte, wenn man das Abenteuer noch nie gespielt hat. Der Vollpreis mag im ersten Moment natürlich abschrecken, vor allem auch im Hinblick auf die Tatsache, dass man bei der Konkurrenz für die Hälfte zuschlagen kann. Allerdings gibt es das gesamte Paket erstmals mobil und auf einer Nintendokonsole und das auch noch mit exklusivem Content. Außerdem spielt man hier Diablo unterwegs ganz ordentlich, auch wenn es auf dem Fernseher etwas flüssiger läuft. Der Umfang des Spiels ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben und dürfte über Wochen und Monate hinweg Fans des Abenteuers an die Konsole fesseln. Dank unterschiedlicher Ingame-Aktionen, die von den Entwicklern immer wieder ins Spiel gestreut werden, bekommen wir dazu eine Menge Abwechslung abseits des Hauptabenteuers. Wer Diablo III schon gespielt hat und kennt, der hat für das Warten auf einen Preisnachlass eine Ausrede. Alle anderen sollten aber unbedingt zugreifen.

Wertung:

9.0

Michael Prammer meint:

"Auch auf Nintendo ein wunderbarer Höllenritt."
Spielerlebnis: Herausragend
Umfang: Herausragend
Technik: Gut

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2 Kommentare:


Tatze
vor 4 Wochen | 1
Also einen Stocker hab ich bisher nicht ein einziges Mal erlebt. Egal was auf dem Bildschirm ablief es lief durchgehend perfekt.

Bin gerade mitm Kreuzritter bei grift 55/Qual11/Paragon350 und da ist noch ordentlich Luft nach oben - nur keine Motivation. Das Set diese Season ist einfach unfassbar langweilig .. und die anderen droppen nicht. =_=

Nu zock ich erstmal den Sorc weiter.

nintenman
vor 3 Wochen | 0
Das Spiel ist jetzt für 49€ bei Amazon erhältlich,zuschlagen!