Teamplay #28: Das spielt die Redaktion

Von Die Redaktion am 04. November 2018

In unserem Story-Format Teamplay wollen wir euch regelmäßig sonntags kurze Eindrücke darüber verschaffen, was die Redakteure von NplusX gerade zocken. Hier geht es zu unserer letzten Ausgabe von Teamplay. Was war nun in den letzten zwei Wochen los?

Michi: Ich kenne Dark Souls bereits von der PlayStation 3 und habe das Spiel dort mit viel Kraft und Nerven beendet. Für mich zählt das bis heute als bestes Spiel dieser Generation, da es einen ganz eigenen Stil hatte, der auch heute noch zu begeistern weiß. Dabei ist das nicht einmal der Schwierigkeitsgrad, sondern vielmehr die vielen kleinen Geheimnisse, welche die Welt von Dark Souls parat hat, was die Faszination dieses Videospiels ausmacht. Und so habe ich mir natürlich die Remastered-Version für Nintendo Switch gegönnt, um das Spiel auch gemütlich im Bett spielen zu können. Obwohl ich viele Stellen kenne und eigentlich keine Probleme haben sollte, habe ich bereits drei Charaktere vermasselt und musste mein Spiel bereits zum vierten Mal neu anfangen. Das lag daran, dass ich einfach nie zufrieden war und immer das Optimum raus holen wollte. Dann gibt es leider unverzeihliche Fehler, die man innerhalb des Spiels machen kann, die einem den Spielstand verhageln können.

Nun endlich, nachdem ich im sagenumwobenen Anor Londo angekommen bin, entfaltet sich die volle Schönheit des Abenteuers und der Gipfel des Zwiespalts zwischen Freude und Frust. Was Dark Souls mit der Gefühlswelt eines Videospielers macht, ist schon aller erste Güte. Die Gefühlswelten können dabei binnen weniger Minuten komplett umschwenken, ich mach entnervt meiner Konsole aus und denke bereits fünf Minuten später wieder darüber nach, diese eine, verflixte Stelle noch schnell zu meistern. Die innerliche Befriedigung nach einem gelegten Boss, einer schwer zu meisternden Stell oder eines seltenen gefundenen Gegenstandes entlohnen all den Ärger. Und das ist für mich bis heute in ganz wenigen Videospielen zu finden.

Jerry: Die letzten Tage habe ich viel (zu viel) Zeit mit Red Dead Redemption 2 verbracht. Stunden über Stunden flossen in die Kampagne, von der ich zunächst nicht groß abweichen wollte. Dann allerdings hab ich mich auf meinen virtuellen Sattel geschwungen, um die Spielewelt ohne konkretes Ziel zu erkunden. Abseits der vorgegebenen Pfade gibt es viele interessante Dinge zu entdecken: Vor Saint Denis stolperte ich über einen alten Baum mit einer zerstückelten Leiche, die eine rätselhafte Nachricht des Killers parat hielt, sowie die heruntergekommene Unterkunft irgendeiner Sekte, deren Mitglieder noch als Skelette herumlagen. Im Norden fand ich ein Indianerreservat, eine Hobbit-ähnliche Erdhöhle mitten im Gebirge, Geysire und heiße Quellen. Das sind nur ein paar Dinge, die mir in Erinnerung geblieben sind. Red Dead Redemption 2 erschlägt seine Spieler förmlich mit Content. Unseren ausführlichen Test zum Spiel könnt ihr HIER nachlesen.

Abseits von Rockstars gigantischem Wild-West-Spektakel hab ich vor allem Spiele in VR gezockt. Letzten Samstag hatte Besuch, zwei Kumpel, die noch nie eine VR-Brille hatte testen dürfen. Selbst zwei Jahre nach dem Launch kann man noch Leute damit überraschen und sich über deren Reaktionen freuen. Das Standard-Spiel (beziehungsweise Erlebnis) für VR-Anfänger ist stets Ocean Descent aus VR Worlds. Bei dem virtuellen Tauchgang gibt es nichts zu tun, man kann sich einfach nur von der 3D-Welt berieseln lassen. Ich selbst hab mir dann spontan noch Astro Bot Rescue Mission gegönnt, allerdings noch nicht angespielt. Dazu werde ich sicher beim nächsten Teamplay etwas schreiben.

Andy: Nach viel anfänglicher Skepsis habe ich mal V-Rally 4 eine Chance gegeben. Das Rennspiel hat natürlich nichts mehr mit der klassischen Serie von den mittlerweile bankrotten Eden Studios zu tun - stattdessen hat sich der Entwickler Kylotonn Racing, der bis 2017 die offzielle WRC-Lizenz inne hatte, die Namensrechte unter den Nagel gerissen. Viele Kernaspekte der Vorgänger, darunter die eher arcadige, aber trotzdem nicht anspruchslose Fahrphysik, hat das Studio jedoch sehr gut umgesetzt. Die größte Stärke des Offroad-Racers ist definitiv das Streckendesign: Da sich KT ohne offizielle Lizenz nicht mehr den Bremsklotz der Realitätsnachbildung ans Bein binden musste, dürfen wir in V-Rally 4 über lebensgefährliche und visuell abwechslungsreich gestaltete Pisten donnern. Dank der flüssigen und stabilen Framerate und der zwar gewöhnungsbedürftigen, letztendlich aber sehr guten Steuerung macht das auch sehr viel Spaß.

Die Achillesferse des Offroad-Racers ist der völlig verkorkste Karrieremodus: Statt eines motivierenden Event-Kalenders geben uns die Entwickler eine Weltkarte mit zufallsgenerierten Wettbewerben an die Hand. Im Endgame müssen wir stundenlang auf das Erscheinen extrem seltener (Welt-)meisterschaften warten, deren Gewinn zum Abschluss des Spiels notwendig ist. Der unvorhersehbare Schwierigkeitsgrad der KI-Gegner, der manchmal sogar innerhalb einzelner Etappen zwischen "bockeinfach" und "unbesiegbar" schwankt, tut sein Übriges. Da ist es völlig nachvollziehbar, dass laut Trophäen-Statistik nur 0,5% der Käufer von V-Rally 4 den Abspann zu sehen bekamen. Nicht nachvollziehbar ist für mich der Metascore von 58 Punkten, mit dem das Spiel von der international Fachpresse abgewatscht wurde - denn bis auf diese Kritikpunkte hat V-Rally 4 eigentlich alles, was ein gutes Rally-Rennspiel braucht und hat mir mehr Spaß bereitet als die deutlich höher bewertete DiRT-Serie.

Deniz: Der Story-DLC zu Xenoblade Chronicles 2, Torna: The Golden Country, liegt zwar spielbereit auf meiner Switch, aber bevor ich das angehe, wollte ich mich noch etwas mit den Wurzeln der Xeno-Reihe beschäftigen. Das 1998 erschienene PlayStation-Spiel Xenogears kam leider nie nach Europa und leidet an unzähligen Problemen, gilt aber nicht ganz unbegründet trotzdem als Meilenstein im JRPG-Genre. 

Das Sci-Fi-Rollenspiel erzählt eine detailliert ausgearbeitete und tiefgründige Story um den jungen Protagonisten Fei, der zu Beginn des Spiels zwischen die Fronten eines langjährigen Krieges gerät, den mehrere Parteien aus unterschiedlichen Beweggründen austragen. Auf der Suche nach seinem wahren Ich und einem Platz in der Welt reist der an Gedächtnisverlust leidende Fei kreuz und quer über den Kontinent Ignas und lernt dabei neue Freunde, aber auch Feinde kennen. Sowohl mit bloßen Fäusten als auch in seinem Gear, einem meterhohen Kampfroboter, muss sich der friedliebende Künstler allerlei Gegnern erwehren, wobei er eine ganz neue, furchterregende Seite von sich kennenlernt. 

Ich habe bisher nur eine Handvoll Stunden gespielt, kann aber jetzt schon einige Parallelen zu den geistigen Nachfolgern, den Xenoblade-Spielen, feststellen. Auch wenn es unwahrscheinlich ist, hoffe ich sehr, dass eines Tages ein umfangreiches Remake des fehlerbehafteten (und quasi nicht ganz fertiggestellten) Epos für die aktuelle Konsolengeneration in Arbeit gegeben wird, denn diese epische Story verdient es, von vielen Spielern erlebt zu werden.

Nico: Eine frisch gestartete Runde in Sid Meier's Civilization V lässt sich durchaus mit einer neuen Leinwand vergleichen, auf der ein Künstler in den kommenden Augenblicken sein nächstes Meisterwerk verewigen wird. Zumindest, wenn ihm dabei noch eine Handvoll andere Künstler wild durcheinander mit Pinselschwüngen das Schaffen erschweren würden. Ich habe nun bereits weit über 650 Stunden mit der rundenbasierten Strategie verbracht und jedes Mal packt mich beim Start einer neuen Partie wieder die Vorfreude auf all die mir offenstehenden Möglichkeiten und die schier endlose Anzahl unvorhersehbarer Ereignisse. Das Spiel gegen Bots ist natürlich ausreichend unterhaltsam und dabei stets so fordernd wie ich es vor der Runde eingestellt habe, mit menschlichen Mitspielern macht Civilization aber doch nochmal deutlich mehr Spaß. Zumal solch ein gemächliches Spieltempo neben all der sonst üblichen Gaming-Action für einen gelungenen Ausgleich sorgt. Den fünften Teil spielen wir übrigens trotz der grafischen Ansehnlichkeit des Nachfolgers noch, da wir hier einfach eine viel größere Auswahl an Zivilisationen bekommen; ganz nebenbei haben wir uns natürlich schon stark auf die Spielmechanik von Civ V eingestellt. Obwohl ich bereits 180 Stunden in Civilization VI investiert habe, fehlen dem Spiel auch zwei Jahre nach Release noch etliche Inhalte. Bis dieser Umstand ausgebessert wurde, wird der Stundenzähler im fünften und auch erfolgreichsten Teil der Reihe wohl noch weiterlaufen.

Mit welchen Spielen habt ihr die letzten Tage verbracht?

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7 Kommentare:


Asinned
vor 1 Woche | 0
RDR2. Sehr geil und man hat das Gefühl, dass man mit jeder Stunde noch tiefer in das Spiel eingezogen wird.

Matthew1990
vor 1 Woche | 0
Bei mir rotiert wieder Xenoblade Chronicles 2. Nebenbei etwas Monster Hunter Generations Ultimate. :)

Denios
vor 1 Woche | 0
naja, die Module rotieren ja nicht... :D
aber du spielst gerade NG+ und noch nicht Torna, oder?
Matthew1990
vor 1 Woche | 0
Ja, genau. Ich wollte erst das Hauptspiel abschließen. :)


Tobsen
vor 1 Woche | 1
Ich habe nach Shenmue nun auch bei Shenmue II die Platin-Trophäe gegettet und bin nun bestens für den Dreier vorbereitet. Story, Lore und Charaktere sind jetzt wieder richtig präsent. Hat sich mega gelohnt!
Jetzt 20 Jahre fast forward und wieder RDR2.

McClane
vor 1 Woche | 1
Eher 99 rewind.

TraxDave
vor 1 Woche | 0
Super Mario Odyssey (endlich): Die Hauptstory durchgespielt (bis auf den zweiten Extra-Part) und dann Monde gesammelt, was mich nach wie vor beschäftigt. Finde den Koop-Modus recht gelungen!
Das war's eigentlich im Großen und Ganzen, God Eater Ressurection musste pausieren, wird aber bald wieder drankommen.