Test: Senran Kagura Reflexions

Von Michael Prammer am 24. September 2018

Der nachfolgende Test ist für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet.

Zugegeben - die Einleitung ist etwas übertrieben, hinsichtlich des Inhalts von Senran Kagura Reflexions für Nintendo Switch jedoch nicht völlig aus der Luft gegriffen. Die Senran-Kagura-Reihe ist in Japan eine relativ bekannte Marke und vor allem für eines berühmt: Freizügigkeit. Und damit sind natürlich die Protagonistinnen gemeint, die fast alles zeigen, was der liebe Gott ihnen beschert hat. Hin und wieder gab es in der Reihe sogar mal ein Videospiel, welches auch zurecht als solches zu betiteln war. Diese sind hauptsächlich im Universum der Beat 'em Ups anzusiedeln. Besonders ausgefeilte Spielmechaniken oder eine bahnbrechende Story darf man in keinem der Spiele erwarten. Dafür gibt allerdings viel nackte Haut.

Sex sells

Nintendo Switch hat nun mit Reflexions keinen Hauptableger der Serie bekommen, welcher dem Genre der Kampfspiele zuzuordnen wäre, sondern eine Art Spin-Off. Wenn man es richtig nimmt, handelt es sich um eine Massagesimulation. Richtig gelesen, der Spieler darf freizügig gekleidete Damen massieren. Eine Story soll das ganze auch haben: Ihr trefft Protagonistin Asuka an einer Kampfakademie alleine im Klassenzimmer in einem Schulmädchenkostüm (was auch sonst). Die junge Dame ist verwirrt und weiß selbst nicht, warum das so ist und der edle Ritter, der rein zufällig gerade in der Egoperspektive im Klassenzimmer erscheint, kann ihr helfen. Und wie? Na klar, durch eine sinnige Handmassage wird sich die Dame ihrer Probleme entledigen.

Klingt bescheuert? Ist es auch. Und es wird noch besser. Es reicht für Asuka nämlich nicht aus, ganz einfach nur die Hände auszustrecken, sondern die junge Frau muss beim Ausstrecken der Arme unbedingt ihre beiden Doppel-D-Körbchen so zusammenpressen, dass der komplette Bildschirm beinahe nur mit Brüsten ausgefüllt ist. Anschließend soll man die Handflächen massieren, um Asuka in Trance zu versetzen und ehe man sich versieht, landet man mit der bildhübschen Frau an einem anderen Ort. Je nach massierter Stelle ist das dann entweder ein Bett, ein Wald oder andere Orte. Und selbstverständlich hat die Lady auch nicht mehr ihre Uniform an, sondern teilweise fast gar nichts mehr.

Massieren geht über Studieren

Wer denkt, dass es jetzt richtig zur Sache geht, der sei daran erinnert, dass wir hier immer noch von einem Videospiel sprechen. Zunächst muss die Dame an verschiedenen Stellen massiert werden. Dazu dienen zwei Hände, die an dem zierlichen Körper platziert werden können. Dabei dürfen nicht alle Körperregionen berührt werden und so wird sich Asuka schon zu Wort melden, wenn ihr etwas nicht gefällt. Auch das geschieht auf eine ziemlich erotische Art und Weise, sodass sich die Dame relativ exzessiv nach vorne beugt und den Spieler auf das Fehlverhalten hinweist. Hat man schließlich die richtigen Stellen gefunden, geht es eine Stufe weiter. Nein - immer noch nicht das, was der ein oder andere gerne hätte, sondern es darf „nur“ weiter massiert werden. Hier kommen mehrere Minispiele zum Einsatz, bei denen eine Leiste aufzufüllen ist. Sollte dies geschafft sein, darf man dank einer abschließenden Animation noch mal etwas zusätzlichen Fanservice genießen, wenn man bis hierhin noch nicht genug davon hatte.

Die Steuerung funktioniert entweder über das Gamepad, was allerdings sterbenslangweilig ist, da man einfach nur ein wenig in der Gegend herum drückt. Oder - die deutlich interessantere Methode - die Joy-Con-Controller mit ihrer HD-Vibration kommen zum Einsatz. Denn für diese Steuerung wurde Senran Kagura Reflexions eigentlich programmiert. Und das funktioniert auch erstaunlich gut. Man spürt je nach Körperstelle eine mehr oder weniger starke Vibration des Controllers, wenn man die junge Frau massiert. Als Techdemo für die HD-Vibration ist das Spiel also allemal zu gebrauchen. Jedoch gibt es keine Bewegungssteuerung und die Hände werden nur über die Sticks bewegt. Technisch erscheint der Titel ansonsten einigermaßen gelungen und er funktioniert immerhin einwandfrei.

Fazit:

Senran Kagura Reflexions ist vielmehr eine Techdemo für die HD-Vibration als ein vollwertiges Videospiel. Es wird dennoch genug Käufer finden, da man mit Erotik geradezu überschüttet wird. Das mag dem ein oder anderen zwar gefallen, wer allerdings ein Videospiel sucht und nicht eine Alternative zu gewissen Nachtprogrammen im Fernsehen, der dürfte enttäuscht werden. Die banalen Minispiele und die teils plumpen Anspielungen reichen beileibe nicht aus, um eine Kaufempfehlung für dieses Spiel auszusprechen. Technisch sauber wurde das ganze dennoch umgesetzt, von daher sprechen wir hier nicht von einem kompletten Reinfall.

Wertung:

5.5

Michael Prammer meint:

"Viel Erotik, wenig Spiel."
Spielerlebnis: Mangelhaft
Umfang: Mangelhaft
Technik: Gut

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3 Kommentare:


Tobsen
vor 1 Monat | 7
Ich frage für einen Freund: Gibt es eine Option, das Spiel nur mit einem Joycon zu spielen, sodass man die andere Hand frei hat, um sich beispielsweise Notizen zu machen?

michi1894
vor 1 Monat | 1
Du kannst deinem Freund ausrichten, theoretisch kann er den zweiten joycon auch mal beiseite legen. Aber generell braucht man beide.

Denios
vor 1 Monat | 2
Oberschenkel, Oberarme und Bauch. Keine Fußmassage möglich. Tarantino wäre enttäuscht. Deswegen werde ich leider nicht zugreifen können.