Speicherstände in der Cloud - auf Switch nur mit Einschränkungen

Von Jeremiah David am 16. September 2018

Vor einigen Tagen hat Nintendo den Switch Online-Mitgliederservice in einer Nintendo Direct näher vorgestellt. Ein paar Details hat das Unternehmen jedoch verschwiegen.

Auf den Konkurrenzkonsolen gehört es längst zum guten Standard: Speicherstände werden auf einen Server - eine sogenannte Cloud - übertragen, damit diese bei einem Hardwaredefekt nicht verloren gehen können. Microsoft bietet diesen Service allen Xbox-One-Spielern an, unabhängig davon, ob diese ein Xbox-Live-Abonnement abgeschlossen haben oder nicht. Bei Sony ist der Service ein fester Bestandteil von PlayStation Plus. Mit dem Launch des Switch Online-Mitgliederservice bietet Nintendo zahlender Kundschaft nun ebenfalls einen Cloud-Speicher an, dort hat die ganze Sache jedoch ein paar Haken, die den ein oder anderen Spieler durchaus stören könnten:

Nicht alle Spiele sind mit der Cloud kompatibel

Wer sich Nintendos Informationsseite zum Cloud-Speicher genau anschaut, dem sollte eine Fußnote auffallen. Dort heißt es "Hinweis: Diese Funktion wird nicht von jeder Software unterstützt." Die amerikanische Nintendoseite liefert sogar noch etwas detailliertere Informationen, denn dort wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass "einige" Titel, z.B. Splatoon 2 oder 1, 2, Switch keine Daten in der Cloud ablegen können. Dies macht bei bestimmten Spielen sogar Sinn. In Splatoon 2 könnten Spieler den Cloud-Speicher sonst missbrauchen, um beispielsweise alte Online-Ränge wiederherzustellen. Allerdings sind auch etliche andere Spiele hiervon betroffen. Die Seite Gameinformer berichtete schon vor einer Woche davon, dass Dark Souls Remastered, Dead Cells, FIFA 19, NBA 2K19 und Pokemon Let's Go nicht mit der Cloud kompatibel sein werden.

Auf den Konkurrenzkonsolen werden ausnahmslos alle Speicherstände in der Cloud hinterlegt.

Nach Ablauf des Abos werden alle Speicherstände gelöscht

Der zweite Haken an Nintendos Cloud-Speicher-System: Die Daten ruhen nur so lange in der Cloud, wie Spieler bereit sind für den Online-Service zu zahlen. Danach werden sie - so scheint es zumindest - automatisch gelöscht und können nicht wieder hergestellt werden.

Auf die Frage, ob Speicherdaten nach Ablauf eines Abos gelöscht werden, antwortet Nintendos UK-Webseite in einer FAQ mit: "Save data stored with Save Data Cloud cannot be kept outside of the duration of your Nintendo Switch Online membership." Zu Deutsch: Speicherstände können nach Ablauf einer Switch-Online-Mitgliedschaft nicht mehr in der Cloud gehalten werden.

Auf der Xbox One gibt es diese Limitierung überhaupt nicht. Auf der PlayStation 4 werden Speicherstände zumindest noch 6 Monate nach Ablauf eines PlayStation-Plus-Abos in der Cloud festgehalten und können mit einem neuen Abo dann praktisch reaktiviert werden.


Stören euch diese Einschränkungen des Online-Service? 

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8 Kommentare:


Sefgodio
vor 1 Monat | 0
.....Allerdings stört mich das.

Gerade bei Spielen Pokemon und Splatoon 2 muss das doch funktionieren.....
Ich finde es echt Schade, dass Nintendo es scheinbar nie auf die Reihe bekommen wird.

Nintendo sollte dringend eine alternative zur Sicherung der Spielstände anbieten.

Leider ist der ganze Online Dienst ein großer Witz.
Und ich werde es dennoch zahlen, weil ich gerne Splatoon 2 spiele.

TraxDave
vor 1 Monat | 0
Cloud-Saving sollte kostenlos sein, insofern eine andere Möglichkeit (wie SD-Karten) versperrt wird.
Dass es bei Splatoon 2 verweigert wird wegen dem Rank - okay, wobei es sicher andere Lösungen gäbe. Immerhin ist dann nicht nur der Rank weg, sondern mein Level, meine Ausrüstung etc - doof.
Bei Pokémon Let‘s Go sehe ich den Sinn noch nicht, außer sie sehen es in Konkurrenz mit der PokéBank.

JeWe
vor 1 Monat | 2
Frage: Das Problem, alte Speicherstände bei Online-Games wiederherstellen zu können, mussten die anderen Anbieter doch auch lösen können, nicht?
So oder so finde ich das Abo-Angebot bisher kein gutes. Aber wer online spielen möchte wird wohl kaum daran vorbeikommen...

Matthew1990
vor 1 Monat | 0
Genau da liegt auch mein Problem: Wer online spielen möchte, muss halt nun zahlen. Ob das Angebot gut ist oder nicht, steht da gar nicht in Frage.
Tobsen
vor 4 Wochen | 0
*zur Debatte. :-*


michi1894
vor 4 Wochen | 0
Ob wir wollen oder nicht, spätestens Anfang Dezember wird ein Großteil der Nintendo Anhänger zum online Dienst greifen. Den Cloud Speicher können die sich dahin schieben, wo die Sonne nie scheint. Eine Frechheit ist das trotzdem, denn man zwingt seine Kunden, wie einen Drogen abhängigen, ständig Kohle zu investieren. Ich halte das für sehr bedenklich.

NXPro
vor 4 Wochen | 1
Meiner Meinung ist das Abo vorallem dazu gedacht um eine Bindung zu den Spielern beizubehalten und nicht so schnell wieder zu verlieren. Wenn man das Abo für ein Jahr besitzt (1,67€ pro Monat), dann verkauft man eben nicht seine Switch und wird sie womöglich sogar häufiger benutzen, weil man eben dafür bezahlt.

Den Preis finde ich fair, die Umsetzung an einigen Stellen aber noch nicht gut gelöst. Ein Cloudspeicherdienst sollte umsonst sein oder ab dem Moment wo man 1x ein Abo kauft nicht wieder weggehen. Ebenso sollte man überlegen, ob es zu jedem Spiel ein paar Freistunden pro Monat gibt. Wäre wohl sogar doppelt positiv, da Nintendo so die Spieler anfixen könnte. Ob die Smartphone-App dauerhaft sinnvoll werden kann, muss sich auch noch herausstellen.

Das NES-Spieleangebot incl. der neuen Onlinemodi und Multiplayermöglichkeiten finde ich hingegen sehr nice für den Preis. Mal schaun was da noch so in der Zukunft dazukommt und wie die speziellen Angebote für Abo-Kunden aussehen werden.

-> für die meisten wird sich das Abo lohnen und in 2 Jahren wird keiner mehr darüber meckern. War bei Sony und Microsoft genauso.

kraid
vor 4 Wochen | 2
Das bei Spielen wie Splatoon nicht standartmäßig der Spielfortschritt auf Servern gespeichert wird, ist für mich einfach unverständlich.

Gerade bei Online Spielen ist das doch eigentlich üblich die Spieler-Statistiken zentral zu speichern.

Eine Tolleranzzeit bei Cloud-Spielständen wäre auch angebracht.
So könnten die Spielstände auch für ein paar Monate vorgehalten werden, falls das Abo nur pausiert oder eben bei der nächstmöglichen Gelegenheit zurückgespielt werden auf das System.

Hinzu kommt noch das man für weitere Features so ne blöde Smartphone-App nutzen muss und die VC mal wieder mit uralten NES Games anfängt.

Sorry Nintendo, zu diesen Konditionen werd ich mir kein Online Abo holen und ich hoffe das viele andere auch so denken.
Nur auf diese Weise wird man die Herren aus Kyoto evtl. noch zum umdenken bzw. nachbessern bewegen können.

Hier mal ein paar Stichpunkte, damit das denken nicht so schwer fällt:
- cloud Speicher für alle Spiele außer reine online Spiele, welche zentral auf Servern speichern
- Dedicated Server statt P2P für Spiele wo es sinnvoller ist
- Voice Chat und Text Chat direkt über die Konsole
- eine Auswahl von sehr guten NES, SNES, N64, GB, GBA, DS und evtl. sogar GC und Wii Spielen für die VC, statt 20+ teils mittelmäßigen NES Games.
- Kaufoption für VC Titel für Leute ohne Abo
- falls der ein oder andere VC Titel bereits auf Wii, WiiU, 3ds gekauft wurde, sollte man diesen auf Switch nicht erneut kaufen müssen.
(verknüpfte NNID vorrausgesetzt)