Test: Into the Breach (Nintendo Switch)

Von Michael Prammer am 07. September 2018

Into the Breach hat es auf Nintendo Switch geschafft. Wir haben den Strategie-Titel auf der Hybrid-Konsole einem Kurztest unterzogen.

Vor sechs Monaten hat mein Kollege Lars das Spiel Into the Breach hier auf NplusX für PC getestet. Der erste Kommentar unter seinem Test stammte ausgerechnet von mir: „Würde ich gerne auf Nintendo Switch sehen.“ Ich wage zu bezweifeln, dass die Entwickler diese Bitte gelesen haben, dennoch ist es jetzt tatsächlich soweit, was eigentlich nicht verwunderlich ist, denn das Spiel ist wie gemacht für Nintendos aktuelle Spielkonsole.

Advance Wars trifft Schach

Was ist Into the Breach? Warum sind so viele Spieler von dem Titel begeistert? Ich verweise an dieser Stelle gerne an den Test meines Kollegen Lars (hier klicken) und fasse nur ganz kurz zusammen: Am einfachsten lässt sich der Titel als eine Mischung aus Schachspiel und Advance Wars beschreiben. In einer Draufsicht hat der Spieler das ganze Geschehen strategisch im Blick und navigiert rundenbasiert seine Einheiten. Von Letzteren stehen drei zur Verfügung, die da wären eine Mech-Einheit, eine Artillerie und ein Panzer. Zunächst positioniert ihr eure Einheiten und könnt euch so schon unter Umständen einen Vorteil verschaffen. Das Ziel jeder Mission ist es zu überleben.

Das ist einfacher gesagt als getan, denn der Spieler ist mit seinen drei Einheiten in jeder Mission in der Unterzahl. Nun gilt es, eine bestimmte Anzahl an Runden ins Land ziehen zu lassen und die Schlacht zu überstehen – nur so kommt man im Spiel weiter. Heißt also, wer keine Lust auf Konfrontation hat, schließt einen Level ohne Feindberührung ab. Diese geben allerdings Erfahrungspunkte und dadurch levelt man seine Einheiten auf.

Gespielt wird auf vier Inseln, die es von Aliens zu befreien gilt. Ist eine Insel befreit, darf diese jederzeit wieder angewählt werden. Stirbt man allerdings, beginnt man alle Missionen der Insel von vorne. Dank dreier Schwierigkeitsgrade kommen auch Anfänger ins Spiel. Jedoch ist Into the Breach kein Zuckerschlecken. Man stirbt, stirbt, stirbt und stirbt. Und obwohl immer wieder von vorne begonnen wird, ist eine Lernkurve festzustellen, anhand derer ein enormer Suchtfaktor entsteht. Das Spiel selbst wird nie unfair, sondern zeigt dem Spieler gnadenlos seine taktischen Defizite auf. Einfach beim nächsten Mal besser machen.

Bockschwer mit hoher Lernkurve

Und genau hier liegt die Faszination des Titels. Denn irgendwann erlernt man die taktischen Grundzüge seiner Gegner, weiß mit der Umwelt zu interagieren, hat die eigenen Einheiten kennengelernt und schickt anhand der örtlichen Gegebenheiten mit feinen Finessen seine Alien-Feinde über den Jordan. Und genau dann, wenn man sich mehrere Stunden in eine Insel verbissen hat, um dann herauszufinden, wie das Spiel funktioniert und wie es der Spieler für sich selbst arbeiten lassen kann, dann macht sich ein Gefühl der inneren Befriedigung breit und es wird schnell vergessen, dass gerade wieder wertvolle Stunden des Lebens einem Videospiel zum Opfer gefallen sind.

Nintendos Switch ist geradezu prädestiniert für ein Spiel dieser Art. Mal gemütlich auf der Couch spielen, unterwegs eine Runde Aliens von der Insel scheuchen oder am großen Fernseher die Pixel-Optik genießen – all das macht Nintendos System aus. Dabei erlaubt sich das Gerät keine Schnitzer und die Version für die Hybridkonsole macht einen tadellosen Job. Beinahe? Andere Seiten berichten von Startschwierigkeiten in der Form eines schwarzen Bildschirms, der den Einstieg verzögert. Es handelt sich hierbei um ein bekanntes Problem, das mir allerdings beim Testen jedoch nie aufgefallen ist. Ein anderes, definitiv vorhandenes Manko: Leider müssen wir uns auf Nintendo Switch mit englischen Untertiteln begnügen. Deutsche Texte gibt es nicht.

Fazit:

Into the Breach ist auf Nintendo Switch genau das, was Fans von Spielen wie Advance Wars brauchen. Vielleicht sogar noch mehr, denn es handelt sich fast schon um ein eigenes Genre, das es so bisher nicht gegeben hat. Dank einer steilen Lernkurve und eines knackigen Schwierigkeitsgrades sind sowohl Anfänger, als auch Profis weder überfordert, noch gelangweilt. Was sich als netter Zeitvertreib für Zwischendurch anhört, kann ganz schnell zur zeitfressenden Suchtfalle werden, die euch für eine ganze Weile nicht mehr loslässt. Die charmante Präsentation tut ihr übriges dazu. Wer einen ausgeklügelten, süchtigmachenden Strategie-Titel sucht, kommt um Into the Breach nicht herum.

Wertung:

9.0

Michael Prammer meint:

"Süchtigmachender Strategiehit, der auch auf Switch voll rein haut."
Spielerlebnis: Herausragend
Umfang: Sehr gut
Technik: Gut

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