Test: INSIDE (Nintendo Switch)

Von Michael Prammer am 25. Juli 2018

Zusammen mit Limbo wurde auch Inside auf Nintendo Switch veröffentlicht. Wir haben uns auch diesen außergewöhnlichen Indie-Titel nochmal angesehen.

Entwickler Playdead hat mit Limbo (zum NplusX-Test) einen sehr atmosphärischen Titel entwickelt, der sich vor allem ein außergewöhnliches Spielgefühl auf die Fahne schreiben kann. In Sachen Abwechslung und Umfang ließ der Titel jedoch noch viel Luft nach oben. Der geistige Nachfolger, Inside, greift ein ähnliches Setting auf und erinnert an vielen Punkten an das erste Werk der Produzenten.

Die Story von Inside ist dabei ebenso minimalistisch gehalten wie die Aufmachung. Ein namenloser Junge dient als Protagonist und wird auf eine mysteriöse Reise geschickt. Von Beginn an auf der Flucht merkt der Junge schnell, dass mit seiner Umgebung etwas nicht in Ordnung zu sein scheint. Offensichtlich willenlose Gestalten bewegen sich zielstrebig auf bestimmte Punkte zu und zombieartige Schweine greifen unseren Protagonisten grundlos an. Es liegt nun am Spieler selbst, den eigenartigen Vorkommnissen nachzugehen.

Limbo 2?

Wer Limbo gespielt hat, sollte auch mit Inside sofort warm werden. In 2D-Platformer-Manier geht es von links nach rechts, eine Taste gibt es zum Interagieren mit Gegenständen und eine Taste zum Springen. Mehr zur Spielmechanik muss an dieser Stelle nicht erwähnt werden. Nun will der namenlose Junge durch die etwa vierstündige Geschichte navigiert werden, um sich auf die Suche nach der Wahrheit hinter den mysteriösen Ereignissen zu begeben. Der Weg dorthin ist gespickt mit allerlei Rätseln, Fallen und Geschicklichkeitsaufgaben. Das kann von einfachen Sprungpassagen bis hin zu etwas komplexeren Schalterrätseln reichen und später werden sogar Bereiche unter Wasser erkundet. Was zu Beginn noch recht simpel ist, gestaltet sich später doch mehr und mehr knifflig und erfordert hier und da einige „Trial-and-Error-Passagen“. Dank der gnädig gesetzten Checkpoints ist das allerdings kein Problem; auch Einsteiger sollten keine Probleme mit dem Spiel haben.

Wer Inside einmal durchgespielt hat, legt den Titel jedoch vermutlich sofort auf die Seite und rührt ihn nicht mehr an. Bis auf einige versteckte Geheimnisse gibt es leider nichts, weswegen man das Spiel noch ein zweites Mal starten wollen würde. Bis es allerdings soweit ist, erwartet den Spieler ein atmosphärisch herausragendes Spielerlebnis. Gerade der minimalistische Stil der Optik und gleichzeitig der wohl durchdachte Einsatz von Licht- und Schatteneffekten wurden phänomenal eingebunden. Anders als Limbo wurde bei Inside noch etwas mit Farbe gearbeitet, was dem Titel richtig gut tut und das Spiel noch besser aussehen lässt. Es sind auch die vielen kleinen Details, die Inside so einzigartig machen. Kleine Luftblasen etwa, welche beim Eintauchen ins Wasser zu sehen sind, lassen den Titel schon sehr detailliert und liebevoll wirken. Auf richtige Musik wird verzichtet, jedoch sind es vor allem die kleinen Soundeffekte und Hintergrundgeräusche, die die düstere Atmosphäre weiter unterstreichen.

Fazit:

Inside ist ein kurzer, aber dafür intensiver Trip, auf den man sich ruhig einlassen sollte, wenn man sich von einer relativ kurzen Spieldauer nicht abschrecken lässt. Der Titel zählt nach wie vor zu den atmosphärisch stärksten Spielen auf dem Markt und spielt sich auch auf Nintendo Switch fantastisch. Im Vergleich zu Limbo kann der Titel eine kleine Schippe drauf legen, doch auch bei diesem Spiel kommen wir einfach nicht an die internationale Wertung heran. Zu gering ist der Wiederspielwert, zu monoton das eigentlicheSpielprinzip. Was allerdings absolut überzeugt, ist die Präsentation des Titels.

Wertung:

7.5

Michael Prammer meint:

"Atmosphärisch herausragend, inhaltlich etwas dünn."
Spielerlebnis: Herausragend
Umfang: Durchschnittlich
Technik: Gut

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2 Kommentare:


Falcon
vor 1 Monat | 0
Inside ist auf jedenfall im Vergleich zu Limbo das bessere Spiel. Bessere Optik, mehr Spielzeit und zumindest auch ein wenig mehr Abwechslung.

Piisworld
vor 1 Monat | 0
Stimme euch fast immer in den Bewertungen zu aber 7,5? Die Kritik der Monotonie und dem Umfang ist absolut berechtigt. Aber warum sollte der Wiederspielwert als Negativpunkt in einem Singleplayer mit einfließen? Das ist doch wirklich nicht üblich bei "only Story Games". Sollte ein solcher vorhanden sein, könnte man dies höchstens als besonders positiv betrachten.