Test: Wolfenstein II: The New Colossus

Nutzer-Story von Matthew1990 am 25. Juli 2018

Konsole: Nintendo Switch

Release: 29.06.2018

Abschlussdatum: 24.07.2018

Spielzeit: ca. 30 Stunden


Spieleinhalt

Ich habe die Hauptstory und alle Uberkommandanten- und Nebenmissionen abgeschlossen. Sämtliche Upgrades und Collectables (Gold, Conept Arts, Star Cards, Max' Toys, Soundtracks) gefunden und alle Vorteile (Achievements) maximiert.


Spieleranzahl

Das Spiel lässt sich nur alleine durchspielen.


Story

Als B.J. Blazkowicz wacht ihr nach einer starken Erschütterung auf und werdet von eurem Team gerettet und auf ein U-Boot verfrachtet. Während eurer Genesung erwacht ihr aus einem Koma und befindet euch mitten in einem Enterversuch der germanistischen Streitkräfte. Während sich eure Besatzung gegen den Angriff des Deutschen Reichs wehrt, zieht ihr euch in den nächsten Rollstuhl, schnappt euch eine Waffe und ballert als Terror Billy los, um eine Revolution gegen die Nazis zu starten und für Amerika ein Leuchtfeuer zu erschaffen, erneut in den Krieg gegen den Kanzler Hailer zu ziehen!

Review

Die Geschichte fängt genau da an, wo der erste Teil geendet ist. Sollte man den Vorgänger nicht gespielt haben, ist dies auch kein Problem, denn nach der verwirrenden Anfangssequenz setzt es die Geschichte fort ohne Vorwissen benötigen zu müssen. In Deutschland wurde zwar alles zensiert, ich vertausche da keine Begriffe und bringe es hier direkt auf den Punkt: Hitler hat den zweiten Weltkrieg gewonnen, die Nazis haben Amerika überrannt und nun ist es unsere Aufgabe neue Verbündete zu finden und deutsche Stützpunkte in Amerika auszuschalten. Dabei entsteht eine Verfolungsracheaktion, die ziemlich ansprechend war. Auch die Inszenierung der Story und dem Handlungsstrang fand ich positiv überraschend. Selbst der Protagonist wurde mit einer  wesentlich spannenderen Vorgeschichte und Charakterzügen ausgestattet, als ich erst annahm.

Leider lassen sich die einzelnen Kapitel der Geschichte nicht mehr wiederholen. Stattdessen setzt das Hauptspiel nach dem Abspann mit Uberkommandantenmissionen fort, um in älteren Bereichen zurück zu kehren. Dadurch lässt sich das Hauptspiel frei begehen mit ein paar kleinen Erweiterungen, doch können diverse Abschnitte auch nicht erneut wiederholt werden. Nebenbei lassen sich auch von Crew-Mitgliedern auf der Hub-Welt, welche ein U-Boot darstellt, Nebenmissionen annehmen. Die einzelnen Kapitel beinhalten auch wieder viele verschiedene Sammelobjekte, wie Gold, Musikstücke oder Konzeptzeichnungen. Nur die Umgebungskarte ist etwas eingeschränkt, denn ihr könnt nur eure aktuelle Ebene betrachten. Zwischendurch werden dort die Sammelobjekte angezeigt, wollt ihr jedoch die anderen Ebene begutachten, müsst ihr eben zu jener zu Fuß wechseln.

Für ein abwechslungsreiches Spielgefühl sorgen die drei verschiedenen Modi, um eure Angriffe auszuführen, die gleichzeitig in einen Fertigkeitenbaum durch verschiedene Ausführungen ausgebessert werden können. Solltet ihr einen heimlichen Spielstil haben, baut ihr eher darauf, die Gegner still durch ein Beilwurf auszuschalten oder ähnliche Aktivitäten ohne Alarm zu schlagen. Der chaotische Aspekt besteht aus direkter Konfrontation und erzielt Punkte durch Kopfschüsse oder Granaten. Die Technik ist ein Hybrid, da es darauf aufbaut, die Umgebung mit einzubeziehen, wie das Zurückwerfen von Granaten oder Verwenden von Explosionsfässer. Durch das Kombinieren der drei Kampfstile könnt ihre Vorteile erhalten, die euch im Kampf unterstützen und diverse Attribute erweitern.

Mehr Flexibilität bietet nicht nur die Waffenauswahl, sondern auch die diversen Upgrades, die man an den einzelnen Waffen anbauen kann. Ebenfalls erhaltet ihr im Spiel eine Erweiterung, die sowohl für den Kampf als auch zur Erkundung gedacht ist. Somit bekommt das Gameplay ebenfalls genug Tiefe, um ein individuelles Spielgefühl zu ermöglichen.

Die Oberwelt ist euer U-Boot Hammerfaust, welches erst nach dem Hauptspiel an Relevanz gewinnt, denn dort könnt ihr neben den Sammelobjekten die Uberkommandanten-Missionen auswählen. Die Enigma-Maschine, die eben jene Missionen freischaltet, findet ihr ebenfalls an Deck, so wie viele verschiedene NPCs, die euch mit Nebenmissionen versorgen. Eine Schießehalle könnt ihr ebenfalls vorfinden, um einen Parcour abzusolvieren und eure Schießkünste unter Beweis zu stellen. Die größte Überraschung war jedoch der Spielautomat, auf dem ihr Wolfenstein 3D komplett durchspielen könnt.

Die Steuerung stellte für mich in manchen Situation ein gewisses Problem dar, da sich Funktionen einfach überschnitten. Wollte ich das Waffenrad aktivieren, warf mein Charakter eine Granate. Wollte ich ein Nahkampfangriff ausführen, warf ich stattdessen ein Beil. Das Sprinten war auch ungewohnt belegt. Die größere Kritik gilt jedoch der Zensur, da es schon albern auffällig ist, wenn Adolf Hitler rasiert  und der Namen abgeändert wird und die Hakenkreuze durch Dreieckssymbole ausgetauscht wurden. Vor allem, weil es bereits ein Spiel ab der Altersstufe 18 ist und Inhalte bietet, wie nackte Frauenbrüste oder absprengende Körperteile, da sollten historische Symbole der deutschen Geschichte keine Probleme darstellen.

Wertung:

8.5 / 10

Matthew1990 meint:

"Wolfenstein II ist ein gut inszeniertes Spiel, dem ich weniger Zensur gegönnt hätte. "
Spielerlebnis: Herausragend
Umfang: Sehr gut
Technik: Sehr gut

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