Test: Squids Odyssey

Von Nico Zurheide am 13. Juli 2018

Tintenfische liegen weiter voll im Trend. Nintendo hat die farbige Action aus Splatoon zu einer profitablen Serie ausgebaut und bereichert den zweiten Teil immer weiter mit Updates. Schon vor einigen Jahren kamen die Entwickler von The Game Bakers außerdem auf die Idee, den Tentakeltieren ein ganzes Spiel zu widmen. Das fischige Projekt nannten sie Squids und machten daraus ein rundenbasiertes Strategiespiel in bunter Optik. Den Nachfolger zum einstigen Smartphonespiel, Squids Odyssey genannt, bekommen wir nun nach dessen Release auf Wii U und 3DS auch auf Nintendo Switch. Ob bei Squids Odyssey wohl mehr dahinter steckt als der unscheinbare Look vermuten lässt?

Squids Odyssey - Episode 1: Die dunkle, schleimige Bedrohung

Die einst friedliche Welt der kleinen Squids befindet sich in höchster Gefahr: Furchteinflößender Modder überzieht die Unterwasserlandstriche und verdirbt jedes Lebewesen, das mit ihm in Berührung kommt. Vor allem Krabben und Krebse scheinen von diesem Phänomen betroffen. Einige der älteren Tintenfische können sich noch an das letzte Mal erinnern, als eine Katastrophe diesen Ausmaßes über das Land hereinbrach und stellen sich nun zusammen mit mutigen und jungen Artgenossen der Gefahr entgegen.

Für den Spieler geschieht dieser Kampf in einem rundenbasierten Taktikspiel. Eine Gruppe von vier Squids werden auf einer nicht allzu großen Karte in den Ring geschickt, um gegen die vom Modder befallenen Krabben zu kämpfen. Dabei müsst ihr wie beim Curling einen eurer Kopffüßer auf möglichst viele Gegner zugleich schießen und diese bestenfalls aus dem Ring respektive vom Rand der Karte schubsen, was einen sofortigen Tod nach sich zieht. Dies gilt allerdings auch für eure kleinen Freunde, also ist taktisches Vorgehen in den Kämpfen ganz besonders gefragt. Wenn alle Feinde auf einer der etwa 90 Karten besiegt sind, ist das Level geschafft.

Nicht nur durch die tödliche Randbegrenzung der Karten ist Taktik von besonderer Wichtigkeit. Insgesamt gibt es vier Klassen von Squids: Pfadfinder können während eines Stoßes einen Extraschub bekommen und haben die stärkste Durchschlagskraft, mit Heilern kann man seine Kameraden heilen, Schützen können einmal pro Zug auf Gegner schießen und Stürmer lösen auf Befehl eine Druckwelle um sich herum aus. Man selbst wechselt sich bei den Zügen immer mit dem Gegner ab und somit ist gescheite Planung - besonders in späteren Levels - überlebenswichtig. Zusätzlich besitzt jede Karte noch unterschiedliche Faktoren, die es zu beachten gilt. So lenken etwa Unterwasserstrudel die Akteure in ganz andere Bahnen und müssen beim Stoßen berücksichtigt werden oder geschickt eingesetzte Seeigel helfen dabei, dem Gegner beizukommen. Nicht zuletzt gibt es auch eine Vielzahl an verwendbaren Items, die sich im spielinternen Shop erwerben lassen.

Des Tintenfischs neue Kleider

Und an dieser Stelle kommen auch Rollenspielelemte hinzu: Im Shop, in dem mit für abgeschlossene Level erhaltenen Perlen bezahlt wird, gibt es nicht nur Items für die Verwendung im Kampf zu kaufen. Auch Verbesserungen und Verkleidungen für eure Weichtiere stehen zur Verfügung. Durch verschiedene Aufrüstungen können die kleinen Kämpfer noch weiter verstärkt werden. Diese gibt es vorzugsweise in Form von über 60 Hüten, welche die Kampfwerte, wie Schlagkraft oder Gesundheit der Squids, beeinflussen. Auch lebensverlängernde einmalige Maßnahmen wie Sushi oder Tentakel können helfen, die Level zu überstehen. Zu guter Letzt können auch ganz neue Squids gekauft werden, die sich in eine der vier Arten einordnen lassen.

Durch die Erweiterungen auf Vordermann gebracht, schickt ihr eure immer stärker werdenden Octopoden gegen ebenso stärker werdende Gegner in insgesamt acht Kapitel mit verschiedenen Themenschwerpunkten in den Kampf. In jedem Level können dabei bis zu drei Sterne ergattert werden, die einem weitere Perlen einbringen. Die höchste Punktzahl wird erzielt, wenn alle seine kleinen Kraken überleben, die vorgegebene Rundenzahl eingehalten und darüber hinaus noch einen versteckter Stern entdeckt wird. Wer übrigens einmal den Überblick über die möglichen Aktionen seiner Kämpfer verliert, bekommt im Hauptmenü eine umfassende Hilfestellung angeboten.

Die Optik ist dabei zweckmäßig für diese Art von Spiel, man kann dem Titel die eigentliche Smartphone-Herkunft zwar noch ansehen, insgesamt geht die dargebotene Optik aber in Ordnung. Auch die fröhlich dudelige Musik passt gut in dieses Schema. Demgegenüber stehen flache B-Movie-Dialoge und hakelige Animationen. Immerhin wird die Technik der Switch einigermaßen genutzt, die Kalamari lassen sich nämlich mittels Touchsteuerung kontrollieren - natürlich kann auch einfach ein Controller verwendet werden.

Fazit:

Skepsis ist immer angebracht, wenn ein Smartphone-Minigame eine Portierung auf eine stationäre Heimkonsole bekommt. Meist sind erfolgreiche Handyspiele gerade wegen der vorhandenen Mobilität so beliebt. Auch Squids Odyssey merkt man zwar seinen Ursprung an, doch Liebhaber rundenbasierter Strategie dürfte der Titel wohl trotzdem ansprechen. Allerdings: Auch wenn die Taktik von Bedeutung ist, haben The Game Bakers hier einiges an vorhandenem Potenzial verschenkt, es gibt beispielsweise nur vier Kämpferarten. Die Präsentation auf Switch ist in Ordnung und reicht für diese Art von Spiel auf jeden Fall aus. Das Spielkonzept („nur schnell ein Level“) funktioniert natürlich bedeutend besser im Handheldmodus. Auf geübte Curlingspieler wartet außerdem noch ein Pro-Modus, der die Spielzeit deutlich erhöht und weitere Herausforderungen bietet.

Wertung:

6.5

Nico Zurheide meint:

"Trotz netter Präsentation im Grunde nur für Fans des Genres interessant."
Spielerlebnis: Durchschnittlich
Umfang: Sehr gut
Technik: Gut

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2 Kommentare:


JoWe
vor 3 Monaten | 0
Danke für den Test! Gibt es eigentlich Unterschiede zur WiiU-Version?

nibez
vor 3 Monaten | 2
Die DLC sind schon enthalten, ansonsten keine.