Test: Mega Man Legacy Collection

Nutzer-Story von Matthew1990 am 01. Juli 2018

Konsole: Nintendo Switch
Release: 22.05.2018
Abschlussdatum: 01.07.2018
Spielzeit: ca. 15 Stunden

Spieleinhalt

Die Collection umfasst die ersten sechs Mega Man-Spiele für den NES. Dazu noch einen Herausforderungsmodus.

Spieleranzahl

Das Spiel lässt sich nur alleine durchspielen.

Mega Man

Der erste Teil der Mega Man-Reihe beginnt direkt mit der Auswahl von einem der sechs Bosse. Eine Storyeinleitung sowohl vor dem Spiel, als auch im Spiel selbst gibt es nicht. Nachdem man einen der Bosse ausgewählt hat, wird man direkt ins Level geworfen.

Das Leveldesign ist ziemlich linear und läuft eigentlich von Punkt A nach B, während sich manche Abschnitte sogar wiederholen. Auf dem Weg zum Ziel trifft man auf viele Gegner, die sich zwar berechnen lassen, sind aber mit ihrem zu schnellen Respawn eine nervige Plage, da meist kaum Freiheit zum Ausweichen ist. Darüber hinaus ist man sehr eingeschränkt im Angriff. Die einzigen Richtungen sind horizontal nach links und rechts.

Der Schwierigkeitsgrad ist enorm anspruchsvoll, definiert sich jedoch primär aus seinen Trial&Error-Verhältnis. Durch die Rückspul-Funktion des Emulators kann man daher den Schwierigkeitsgrad stark drosseln. Ich selbst plante eigentlich meine Fehler zu akzeptieren, doch diverse Stellen empfand ich für ziemlich unfair. So führte mich der Weg manchmal hinunter und fiel ohne Einfluss in ein Gegner hinein.

Die Bosskämpfe sind abwechslungsreich und interessant. Hat man diesen besiegt, bekommt man dessen Waffe als Upgrade und hat die Option, sich damit auszurüsten. Da jeder Boss eine Schwäche gegenüber einer anderen Bossmechanik hat, kommt man da gut ins Herumexperiementieren. Alternativ lassen sich die Schwachpunkte in der Datenbank nachschauen.

Nach dem Besiegen der sechs Bosse kann man sich dem finalem Level stellen, der mit vielen Metamissionen ausgestattet ist.

Auch technisch gesehen hat mir der erste Teil nicht gefallen. War im Spiel zu viel los, ging die Framerate den Bach runter und der Inputlag der Steuerung sorgte für stärkere Verzögerungen.


Mega Man 2

Mega Man 2 setzt die Geschichte vom Vorgänger direkt fort. Dr. Wily ist entkommen und baute erneut Roboter, um Mega Man auszuschalten. Zumindest haben wir hier ein kleines Intro erhalten und bekommen zwischen durch auch Unterstützung von Dr. Light, den Erschaffer von Mega Man. Die Fortsetzung bleibt seinem Vorgänger vom Gameplay treu, bringt jedoch acht neue Bossgegner mit ganz neuen Stages und ein hübscheres Menüdesign mit. Die Musik und das Leveldesign gefiel mir hier persönlich schon einmal besser, als in Teil 1. Dazu ist der Aufbau auch fairer gestaltet, da man weit aus weniger in den Tod springt oder unfair getroffen wird. Auch die Steuerung lässt sich viel präziser spielen und sämtliche technischen Probleme sind aufgehoben. Das Schwächesystem der Bosse und Übernehmen der Fähigkeiten blieben weiterhin im Spiel und gehören zu den Aspekten, die mir an Mega Man gefallen. Einzig und alleine stört es mich, dass der Standardschuss weiterhin nur in zwei Richtungen gefeuert werden kann: Links und rechts. Alternativ lässt es sich auch mit den Upgrades kämpfen, aber die streng limitierte Schusskapazität schränkt auch dies ein wenig ein, weshalb ich diese nur bei Bosskämpfen verwendet habe. 

Dazu kommt es jedoch, dass die Chance auf Items zu finden gestiegen ist, jedoch wurde auf das Highscore-System verzichtet. Dadurch konnte ich viel angenehmer das Spiel spielen ohne jeden Treffer direkt zu bereuen. Eine Neuerung wären die Energy-Tanks, die man im Inventar zur späteren Heilung aufnehmen kann, und drei Fähigkeiten, die durch das Hauptspiel dazu gewonnen werden, die das Plattforming vereinfachen, wie das Erschaffen einer Aufzugsplattform. Da diese Plattform-Fähigkeiten obligatorisch sein können, könnte es zu einem Dead End kommen, sollte man auch diese bereits aufgebraucht haben.

Eine weitere Neuerung ist die finale Welt: Nachdem alle acht Bosse besiegt sind, wird man erneut durch eine  feste Anzahl an Level geleitet, um weitere Bosse zu bekämpfen. Nur dieses Mal hat man zwischen den Abschnitten eine kleine Karte, um den aktuellen Standpunkt zu sehen.


Mega Man 3

Mega Man 3 stürzt direkt wieder ins Auswahlmenü der Bosse ohne ein großes Intro und wir bekommen nur ein wenig Storyline nach dem finalen Boss. Ansonsten warten wieder acht neue Bosse auf uns, die uns ebenfalls wieder mit acht verschiedenen Power-Ups versorgen.

Das meiste orientiert sich an Mega Man 2, dennoch gibt es einige kleine Mechaniken, die sich unterscheiden und ausgebessert wurden. Wir haben im Hauptspiel vier weitere Missionen dazu bekommen. Auch lassen sich nun neben den Energy-Tanks auch ?-Tanks finden, die Heilung oder Munition enthalten können, wenn man diese abschießt.

Das Menü wurde optisch ausgebessert und praktischer zusammen gefasst. Es wurden Icons zu den Upgrade-Kürzeln hinzugefügt, damit man nicht mehr auswendig lernen braucht, welche Bedeutung die Kürzel haben. Die Energy-Tanks sind auch als Zahl zusammen gefasst worden, wodurch die Kapazität gesteigert wurde. Dazu kann man zur Start-Taste auch endlich den A-Knopf zur Auswahl verwenden. Die alten Hilfstalente für das Beschwören von Plattformen wurden ersetzt durch einen neuen Charakter: Rush, einen Roboter-Hund, den man herbei rufen kann. Dieser unterstützt uns als Sprungfeder, als U-Boot oder als Rakete. Leider ist auch er wieder limitiert, was bei bestimmten Passagen zu einem Dead End führen kann. Es wird jedoch auch ein weiterer Charakter vorgestellt: Proto Man, der erste Roboter von Dr. Light. Auf ihn stoßen wir hin und wieder. Je nach Situation ist er gerade Feind oder Freund.

Auch das Moveset wurde ausgebaut, da man nun auch über den Boden rutschen kann. Dies macht den Charakter ein wenig mobiler und das Spielen angenehmer. Das Leveldesign ist wieder nett thematisiert und abwechslungsreich, ebenso die neuen Fähigkeiten.


Mega Man 4

Im Jahre 200X lebt die Welt in Frieden mit ihren Haushaltsrobotern. Erschaffen von Dr. Light sollen sie den Menschen helfen bis sie eines Tages von Dr. Wily übernommen wurden und die Welt in Chaos versinken lassen sollten. Ein Roboter gefüllt mit dem Sinn für Gerechtigkeit konnte dagegen ankämpfen: Mega Man. Dreimal wurden bereits Dr. Wilys Pläne vereitelt und der Weltfrieden wieder hergestellt, doch die nächste Bedrohung wartet bereits: Dr. Cossack erschuf acht Roboter, um Mega Man auszuschalten.

Mit diesem Intro startet Mega Man 4 und bietet uns zum ersten Mal einen richtigen Einblick in die Geschichte. Daraufhin startet das übliche Menü mit der Auswahl aller acht Missionen.
Die Länge des Spiels fiel auch wieder zurück auf den vorherigen Stand und ließ die vier zusätzlichen Missionen aus Mega Man 3 raus, geht aber stärker auf ein Storytelling ein und haben für meinen Geschmack abwechslungsreicheres Leveldesign. Man stoßt auf Elemente, wie Regen, der beim Springen den Spieler zurück schiebt, oder Sand, in dem wir versinken.
Mega Man besitzt nun den Mega Buster, wodurch er seinen Standardschuss aufladen kann. Das Menü wurde nun komplett überarbeitet. Wir haben den kompletten Bildschirm, wodurch alle Fähigkeiten auf eine Seite passen. Selbst die Namen sind teilweise ausgeschrieben, wodurch es nun sehr angenehm ist, die passende Fähigkeit auszusuchen. Und unser Robo-Hund Rush ist ebenfalls wieder mit von der Partie. Abgesehen vom Jet-Modus blieben seine Funktionen gleich. Die Rakete lässt sich nicht mehr präzise steuern, sondern fliegt automatisch los. Es lassen sih nur leicht die Geschwindigkeit und Höhe variieren. Dazu haben wir einen neuen Helfer, der hin und wieder in einem Level erscheint und euch mit nützlichen Items versorgt: Eddie!


Mega Man 5

Im Jahr 20XX griff eine Armee von Robotern die Welt an, angeführt von Proto Man, welcher Dr. Light entführte. Damit beginnt das Abenteuer mit der üblichen Bildschirmauswahl von acht gegnerischen Robotern. Erneut haben wir neue Welten mit neuen Bossen für neue Fähigkeiten. Zusätzlich finden wir in jedes der acht Level ein Buchstabe zum Mitnehmen, welches im kompletten Paket MEGAMANV ergibt. Doch in Mega Man 5 haben wir nicht nur zum ersten Mal Collectables, sondern zu den E-Tanks auch M-Tanks, die sowohl Lebensenergie als auch die Munition komplett auffüllen. Dafür flogen die ?-Behälter wieder raus.
Auch Rush bekam eine erneute Überarbeitung. Zum einen haben wir eine andere Sprungfeder-Mechanik: Rush springt selbst, sobald wir auf ihn stehen, und können so noch einmal abspringen. Zum anderen nahm man ihm seine U-Boot-Form. Als Entschädigung dafür gab es den Super Arrow. Auch wenn Eddie ein wenig zu kurz kam, bekamen wir eine weitere Fähigkeit als Begleiter hinzu: Der Robo-Vogel Beat, der die Gegner automatisch anvisiert und angreift, während wir uns verteidigen.
Ansonsten blieb es im Groben seinem Vorgänger treu, abgesehen von der leicht fortsetzenden Geschichte um Mega Man, Proto Man und Dr. Wily.


Mega Man 6

Wir befinden uns weiterhin in 20XX, das erste Roboter-Turnier findet statt mit den acht stärksten Robotern der Welt, doch Mr. X, Sponsor des Turniers, übernahm die Kontrolle über die Teilnehmer und begann mit der Übernahme der Welt und offenbart, dass all die Zeit er hinter der Manipulation von Dr. Wily steckte. So macht sich Mega Man zusammen mit seinem treuen Begleiter Rush auf, um Dr. X zu stoppen.

Auch im letzten Teil in der Collection ändert sich nichts und startet mit acht frei auswählbaren Leveln, die alle thematisiert um den beinhalteten Boss sind. Auch hier finden wir kleine Änderungen zum Vorgänger. Die Collectables wurden durch geheime Ausgänge ersetzt. Dazu wurde Rush umfunktioniert, sodass er sich in einer Anzugerweiterung umgewandelt wurde. Somit können wir selbst wieder für eine bestimmte Zeit fliegen oder rissige Wände einschlagen. Hier wurde auch endlich die Ressource zum Ausführen regenerierbar eingefügt.
Der M-Tank wurde auch entfernt, dafür findet man ein Energy Balancer eingefügt, den man in einer Mission finden kann. Dieser ordnet automatisch die Energie-Kapseln zu dem Power Up zu, das es am dringendsten braucht. Neu ist auch eine kleine Vorschau nach einen Robot-Master, um einen kurzen Blick auf das neue Power Up zu bekommen.


Fazit

Die Entwicklung der ersten Mega Man-Spiele konnte man ganz gut mit der Collection mitverfolgen und haben sich meiner Meinung nach gut entwickelt. Gerade der erste Teil schreckte mich ein wenig ab und hinterfragte die Fanbase dahinter. Gut gealtert sind diese Spiele nicht und gerade technisch leider nicht ganz akzeptabel. Der erste Teil kämpft mit Input-Lags, die Fortsetzungen mit Einbrüchen der Framerate, wenn auf dem Bildschirm zu viel los ist.
Das Balancing ist nicht immer vollkommen ausgereift und ich selbst bin kein Fan solcher Oldschool Hardcore Games, die zu stark bestrafen. Die Collection bietet für alle sechs Teile die Option zwischen zu speichern oder kurz zurück zu spulen, welche beide eher in den Bosskämpfen eingesetzt wurden. Dazu bekommt man eine Datenbank von Zeichnungen, Gegnern und Verpackungscovern der Klassiker.
Am Ende hat man sechs Teile, die sich in kleinen Bereichen immer etwas ausbessern und als Reihe voran schreitet, aber im Endeffekt ist es nur "more of the same".

Ansonsten bietet der Herausforderungsmodus als Speed Run für bestimmte Areale in den Mega Man-Teilen, um ein Highscore aufzustellen und diese global oder mit Freunden zu vergleichen.

Ich selbst empfinde die Collection ganz praktisch, um die Wurzeln von Mega Man zu erleben und einen Einblick zu erhalten.

Wertung:

6.5 / 10

Matthew1990 meint:

"Es ist ein guter Einblick in die Ursprünge von Mega Man, aber dafür nicht sonderlich gut gealtert"
Spielerlebnis: Gut
Umfang: Durchschnittlich
Technik: Durchschnittlich

Schreibe einen Kommentar: