Test: Fortnite (Nintendo Switch)

Von Michael Prammer am 16. Juni 2018

Nach Nintendos E3-Direct wurde der Battle-Royale-Modus von Fortnite für Nintendo Switch veröffentlicht. Wir haben uns den Überlebenskampf auf der Hybridkonsole genauer angesehen.

Zunächst einmal sei erwähnt, dass Fortnite eigentlich gar kein Battle-Royale-Shooter im eigentlichen Sinne ist. Es war jedoch genau dieser Modus, der das Spiel über Nacht zum Star der Videospielbranche machte und sogar den Branchenprimus PlayerUnknown's Battlegrounds vom Thron stieß. Fortnite ist ein Koop-Survival-Spiel, welches sich eigentlich mit dem Kampf gegen Zombies und dem Ausbau einer ordentlichen Festung beschäftigt. Da PUBG boomte, entschied sich Entwickler Epic Games jedoch einen Battle-Royale-Modus nachzureichen und im Gegensatz zum Hauptspiel als Free-to-Play-Titel anzubieten. Jetzt kommen auch Nintendo Switch-Spieler in den Genuss der kostenlosen Version.

Battle Royale ist nach wie vor ein heißes Thema

Der Begriff Battle-Royale-Shooter sollte dem geneigten Videospieler von heute eigentlich bekannt sein, jedoch erklären wir der Vollständigkeit halber die Grundzüge. Ähnlich wie im Film „Die Tribute von Panem“ befinden sich Spieler auf einem Schlachtfeld und haben, im Gegensatz zum Film, zunächst kaum Ausrüstung dabei. Jeder startet mit den gleichen Voraussetzungen und es bleibt nur ein Ziel: von 100 Spielern der letzte Überlebende auf der Karte zu sein. Ähnlich wie in PUBG wird man aus einem Flugzeug oder in diesem Fall aus einem Bus mit Heißluftballons abgeworfen. Den Absprung bestimmt ihr selbst und nach dem Öffnen des Gleitschirms und der Landung, beginnt das eigentliche Spiel um Leben und Tod.

Als Besonderheit besteht in Fortnite die Möglichkeit, dass der Spieler dazu in der Lage ist, Material abzubauen und neue Gegebenheiten zu errichten. Das können Treppen, Wände oder ganze Gebäude sein, die wiederum neue taktische Möglichkeiten mit sich bringen. So könnt ihr ein eigenes kleines Lager errichten und euch darin verschanzen, um vor Gegnern in Sicherheit zu sein. Natürlich können die errichteten Bauwerke auch eingeschossen werden, somit ihr euch dort nicht auf ewig verstecken könnt. Und dann wäre da noch der Nebel, der im Spiel berücksichtigt werden muss. Zu Beginn des Spiels seht ihr noch die gesamte Spielkarte, die erkundet werden kann. Dann zieht sich im Laufe Spiel des Spiels jedoch der Nebel immer weiter zu und schnürt das Spielfeld sozusagen zusammen. Dadurch ist es nicht möglich, sich am äußeren Ende der Karte zu verstecken und zu warten, bis sich alle anderen gegenseitig ausgeschaltet haben.

Free-to-Play

Fortnite ist auch für Switch ein reines Free-to-Play-Spiel. Das bedeutet, dass ihr das Grundspiel kostenlos im eShop erwerben könnt. Jedoch gibt es allerhand Zusatzinhalte zu erwerben, die sich grob in zwei Richtungen aufgliedern. Zum einen darf eine Ingamewährung erworben werden, mit der ihr euch optische Verbesserungen für die Charaktere zulegen könnt. Zum anderen können Spieler einen Battlepass kaufen, der zusätzliche Herausforderungen freischaltet; dieser kostet etwa 10 Euro. Wer darauf verzichtet, der muss in Fortnite mit einigen Einschränkungen leben. Das betrifft vor allem die Anzahl der möglichen Herausforderungen, welche die Langzeitmotivation deutlich steigern können. Denn im Prinzip spielt ihr  ein Spiel nach dem anderen, bekommt Punkte dafür, steigt im Level auf und habt darüber hinaus eigentlich keine besonderen Ziele vor Auge.

Momentan gibt es sechs verschiedene Modi, die sich nur leicht voneinander unterscheiden und von denen jedoch manche wieder verschwinden dürften. Neben dem klassischen Soloausritt dürft ihr euch auch zusammen mit einem Partner als Duo ins Kampfgetümmel stürzen. Außerdem ist ein Vierspieler-Koop integriert, denn ihr über die Erstellung eines privaten Raums mit Freunden spielen könnt. Apropos Freunde: Fortnite bedient sich glücklicherweise nicht der Nintendo-Switch-App und so könnt ihr tatsächlich mit einem handelsüblichen Headset über die Konsole einen normalen Voice-Chat führen. Hoffentlich folgen andere Hersteller diesem Beispiel. Momentan gibt es noch einen 50-gegen-50-Modus und einen Modus, bei dem ihr nur Scharfschützengewehre benutzen dürft. Das bringt etwas Abwechslung, das Spielprinzip bleibt jedoch im Grunde immer sehr ähnlich.

Technisch muss sich die Nintendo-Switch-Version nicht verstecken, sie kann kann sich sogar durchaus sehen lassen. Dass der Detailreichtum der PlayStation-4-Variante nicht erreicht wird, sollte zwar jedem klar sein, jedoch kommt die Comic-Optik gut rüber und ist im Prinzip wie geschaffen für eine Nintendo-Konsole. Auch ansonsten läuft Fortnite relativ sauber über den Bildschirm und nervt nur ganz selten mit kleineren Ruckler, Pop-ups und andere Störfaktoren. Diese fallen jedoch kaum ins Gewicht und stören den Spielfluss nicht. Auch das Matchmaking klappt hervorragend und so kam es beim Testen bisher zu keinem einzigen Verbindungsabbruch oder Aufbaufehler.

Fazit:

Battle-Royale-Shooter sind nach wie vor angesagt und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ein prominenter Vertreter den Weg auf Nintendo Switch findet. Wir denken: Fortnite passt hervorragend auf die Hybrid-Konsole. Im Vergleich zum direkten Konkurrent PUBG ist der Titel etwas zugänglicher, nicht ganz so brutal und bietet, dank Bauoptionen, mehr taktische Tiefe. Außerdem muss man der Switch-Version zu Gute halten, dass es hier technisch gesehen fast nichts auszusetzen gibt. Und Fortnite ist kostenlos - was Segen aber auch Fluch zugleich ist. Denn man merkt dem Spiel nach einiger Zeit an, dass der meiste Spaß erst dann entsteht, wenn der Spieler dazu bereit ist sein Portemonnaie zu öffnen. Bis dieser Punkt allerdings erreicht ist, könnt ihr einige spaßige Stunden mit Fortnite verbringen. Unser Tipp: kostenlos herunterladen und unbedingt einmal ausprobieren!

Wertung:

8.0

Michael Prammer meint:

"Fortnite funktioniert auch auf Switch - unbedingt einmal ansehen!"
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Durchschnittlich
Technik: Gut

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