Die Meinungen der Redaktion zur Nintendo Direct E3 2018

Von Die Redaktion am 12. Juni 2018

Nintendo gewährte in einem Nintendo Direct einen Ausblick auf die kommenden Nintendo-Switch-Titel.

Konnte die Präsentation, die sich ausschließlich auf Spiele für Nintendo Switch konzentrierte, überzeugen? Die Meinungen der Redaktion.

Kamil meint: „Ein Satz hätte gereicht"

Zugegeben: Nintendo hat im Vorfeld angekündigt, dass die Präsentation von Super Smash Bros. ein großes Thema bei der heutigen Nintendo Direct sein wird. Doch dass dann mehr als die Hälfte der ohnehin knapp kalkulierten rund 45 Minuten über einzelne Kämpfer, Moves und Trophäen gesprochen wurde, habe ich in der Form nicht erwartet. Dabei hätte im Grunde ein Satz gereicht: Es handelt sich um die absolute Deluxe-Version von Super Smash Bros., alle jemals vorgekommenen Charaktere plus Ridley bilden das Kämpferfeld. Der Jubel wäre groß gewesen und Nintendo hätte weitermachen können. Am besten mit neuen Inhalten.

Was übrigbleibt ist somit eine für E3-Verhltnisse extrem unspektakuläre und auch enttäuschende Präsentation. Zwar haben mir sowohl das neue Mario Party als auch Fire Emblem gut gefallen, doch das Jahr 2018 scheint nicht einmal im Ansatz mit dem genialen Spiele-Lineup der ersten 9 Monate mithalten zu können. Und dass Super Smash Bros. Deluxe für mich als Fan ein absoluter Pflichtkauf wird - ja, das habe ich in der Tat auch schon vorher gewusst. Mal sehen, ob Nintendo zumindest im Rahmen des Treehouse noch die eine oder andere Überraschung im Köcher hat.

Deniz meint: „Zu viel Smash, zu wenig Neues!“

Wow, das war wirklich sehr viel Smash. Ich freue mich sehr auf das Spiel, Ridley sieht krass aus und das Kämpferfeld ist echt gigantisch – aber das war einfach zu viel des Guten. Das schnelle, actiongeladene Pacing der ersten Minuten, in denen wirklich coole Sachen wie Daemon X Machina und das neue Fire Emblem gezeigt wurden, wurde dadurch komplett zerstört. Von Nintendo selbst kam überraschend kein einziges bisher unangekündigtes Spiel abseits von Super Mario Party, welches früher oder später sowieso gekommen wäre. Auch von Metroid Prime 4 und Bayonetta 3 fehlte jede Spur, obwohl beide Spiele bereits letztes Jahr angekündigt worden sind. Sehr ärgerlich, Nintendo, da habt ihr wirklich einige Chancen vertan. Ich freue mich auf die Xenoblade-2-Erweiterung, Fire Emblem und Smash Bros., aber das Lineup bis 2019 ist etwas schmal und das könnte sich bald negativ auf die bisher noch florierenden Verkaufszahlen auswirken…

Nico meint: „2018 ist ein sehr maues Switch-Jahr“

Ich hätte mir etwas mehr Informationen zu Smash Bros. gewünscht, aber die ausführliche Präsentation aller Kämpfer und Features kann Nintendo glücklicherweise in die Treehouse-Streams verlagern. Ernsthaft: Super Smash Bros. Ultimate ist wirklich ein grandioses Gesamtpaket, doch mit dieser viel zu langen Besprechung hat Nintendo vielen Fans die Freude auf das Kampfspiel verdorben. Der Blick wanderte nach spätestens zehn Minuten immer wieder zur Uhr - sinnlos, da tatsächlich nach Smash schon Schluss war.

Vor dieser absolut missglückten Präsentation lief die Direct immerhin gut an: Bei Mario Party hörte Nintendo endlich auf die Fans und lässt die Spieler wieder einzeln übers Spielfeld laufen und Fire Emblem sah grafisch endlich so aus wie in den Trailern zu den 3DS-Teilen. Davon ab gab es leider nur kleinere Titel und keine einzige Überraschung. Eventuell lag der maue Inhalt der Direct einfach an den weiterhin hervorragenden Verkaufszahlen der Nintendo Switch, aber das wäre eine eher optimistische Sichtweise. Nüchtern betrachtet wird außer Smash in diesem Jahr kein großer Titel von Nintendo mehr kommen und das würde 2018 vor allem im Vergleich mit 2017 zu einer unglaublichen Enttäuschung machen.

Lars meint: „Niedrige Erwartungen noch unterboten“

Nintendo hat sich bemüht die Erwartungen auf Spur zu bringen. Fokus auf das neue Smash Bros. und Titel für 2018. Doch auch mit dieser Aussage schaffte es Nintendo leider die Erwartungen zu unterbieten. Wie zu erwarten war ist der neue Smash-Ableger für die Switch mit dem Zusatz "Ultimate" tatsächlich nur ein Port der Wii U Version mit allerhand Feintuning sowie allen Charakteren aus vergangenen Smash-Titeln und DLC-Paketen. Damit kommt das Spiel auf knapp 70 Spielbare Charaktere. Dieses riesige Paket nahm daher auch einen entsprechend riesigen Platz in Nintendos E3-Stream ein, der entsprechend eintönig daher kam. Wer nichts mit Smash anfangen konnte, musste sich an dem ansonsten recht dünnen und sehr japanolastigem Rest-Lineup bedienen. 

Das größte Problem von Nintendos E3 Auftritt sind aber die trotz des eng umspannten Zeitraumes ungeheuer unkonkreten Angaben. Der Port von Dark Souls ist vermutlich in der Entwicklerhölle gelandet, von den erwähnten weiteren Nintendo Labo Sets war weit und breit nichts zu sehen, genau so wie von dem neuen Yoshi-Spiel. Ebenfalls vermisst wurden einige andere eigentlich als gesetzt gegoltene Spiele, darunter die Spyro-Trilogie und das vielerorts geleakte Star Fox Grand Prix von den Retro Studios. Nach dem extrem straffen und perfide-perfektionistisch durchgeplanten ersten 9 Monaten der Switch wirkt Nintendo 2018 extrem chaotisch, unorganisiert und überfordert.

Andy meint: "Nintendo rudert absichtlich zurück"

Wenn ich schon Microsoft vorwerfe, dass sie mit ihrer Präsentation kaum Neukunden gewinnen werden - was muss ich dann erst über Nintendo sagen? Selbst Nintendo-Fans sind mit dieser Smash-Präsentation nicht zufrieden. Aus dem Blickwinkel eines Zuschauers, der mit vorsichtigem Interesse die Präsentation verfolgte und vielleicht darüber nachdenkt, sich eine Switch als Zweitkonsole zu kaufen, war sie komplett desaströs.

Nintendo erweckt den Eindruck, dass Super Smash Bros. Ultimate irgendwie das einzige Spiel ist, das 2018 noch kommt. Weil es ja irgendwie auch so ist. Nachdem Switch 2017 mit Breath of the Wild, Super Mario Odyssey und Xenoblade Chronicles 2 so unglaublich gut gestartet ist, holt Nintendo jetzt mit offenen Armen das Kiddie-Image zurück. Pokémon Let's Go, Labo und Co vergraulen jeden Spieler, dem es um ernsthaftere Spielerfahrungen geht. Die Chance, dem anlässlich der E3 etwas entgegenzusetzen, hat Nintendo nicht nur verpasst, sondern vorsätzlich nicht genutzt.

Also um es nochmal klar zu sagen: Diese Präsentation schadet aktiv den Verkaufszahlen von Nintendo Switch. So kann man auch gegen Lieferengpässe kämpfen. Mittelfristig könnte sich das jedoch rächen.

Jerry meint: "Da wäre mehr drin gewesen"

Mein Tag war nicht der beste. Ich musste länger in der Arbeit bleiben als geplant, anschließend bescherten mir ein Wolkenbruch und ein offenbar undichtes Fenster eine Wasserlache im Wohnzimmer. Nintendos Pressekonferenz passte dann noch perfekt in die Reihe.

Selbst wenn ich mit dem Spielprinzip von Super Smash Bros. (oder irgendeinem anderen Prügler) etwas anfangen könnte, wäre ich von Nintendos E3-Video enttäuscht gewesen. Das war insgesamt einfach zu wenig. Haben die 3rd-Party-Entwickler nicht mehr zu zeigen? Wo war Metroid Prime 4? Wo war Yoshi?

Nintendo hat zum Launch der Switch offenbar ein Strohfeuer abgebrannt und jetzt abgesehen von Smash Bros. nicht mehr viel in der Pipeline. Weitere große Titel der Japaner werden wohl erst 2019 das Licht der Welt erblicken. Das ist angesichts der nach wie vor famosen Verkaufszahlen der Hybridkonsole kein Beinbruch, aber dürfte Nintendos aktuellem Höhenflug zumindest einen Dämpfer verpassen. Tatsächlich erinnert mich die Situation sehr an Nintendos Wii. Auch diese Konsole ging mit einem von Kritikern und Spielern gleichermaßen umjubelten Zelda an den Start und verkaufte sich herausragend. Im ersten Jahr nach dem Launch folgten Titel wie Super Mario Galaxy, Metroid Prime Corruption und Mario Strikers. Dann folgte eine Dürreperiode, aus der nur Super Smash Bros. Brawl und Mario Kart hervorstachen. Die Switch scheint am gleichen Punkt angelangt, aber wir wissen ja: Auf jede Dürre folgt irgendwann wieder Regen.

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9 Kommentare:


Gast
vor 3 Monaten | 0
Dass ich mit der gesamten Redaktion einer Meinung bin ist wahrlich eine Seltenheit. Die Vorstellung hätte definitiv als "Smash-Direct" betitelt werden können. Tatsächlich haben mich nur Smash Ultimate und der Xenoblade 2 DLC interessiert. Mit viel Vorsicht aber auch, dass Mecha-Spiel, welches gleich als erstes präsentiert wurde.

Ansonsten hat Nintendo wieder oder immer noch sein Kiddie-Image zurück und forciert.

Nachdem ich, als Smash-Hardcorespieler, wieder zu mir gekommen bin, habe ich realisiert wie schlecht diese E3-Direct war (ohne Smash). Lediglich ein DLC zu Xenoblade 2, der wirklich sehr interessant aussah, stach hervor. Aber selbst mit Yoshi und Kirby hätte man niemanden abgeholt.

Die größte Schande, für mich und wahrscheinlich vielen anderen auch, war das Fehlen eines Metroid Prime 4- und Star Fox-Trailer. Nicht mal eine Schwarz-Weiß-Zeichnung. Enttäuschend!

Clessidor
vor 3 Monaten | 0
"Wie zu erwarten war ist der neue Smash-Ableger für die Switch mit dem Zusatz "Ultimate" tatsächlich nur ein Port der Wii U Version" Da es laut Trailer die Unreal 4 Engine nutzt, ist es das eher nicht.

Gast
vor 3 Monaten | 0
Ein Port sicherlich nicht, aber das Moveset von allen Charakteren wurde bestimmt zu 90% recycelt . Von daher kann man die Aussage des Redakteur auch nachvollziehen.

NXPro
vor 3 Monaten | 0
Man hätte die Präsentation anders gestalten müssen. FIFA18-WM, FIFA19, Fortnite, Daemon X Machina, Pokemon, Fire Emblem, MarioParty wie die ersten Teile :) , Wolfenstein 2, ein paar Indies und als Highlight noch ein sehr umfangreiches Smash Brother bringen.

Am Ende dann vielleicht noch ein paar Artworks von 2019 Games wie Pokemon in super Grafik, Metroid Prime, Bayonetta3 + X und alle wären zufrieden mit der Direct gewesen. Man hat es einfach vermasselt!

Falcon
vor 3 Monaten | 0
E3 nicht mehr wichtig. Einfach nur enttäuschend!

michi1894
vor 3 Monaten | 1
Meine Reaktion fällt eher wütend, als enttäuschend aus, doch blicke ich einen Tag danach wieder etwas optimistischer drein. Metroid 4 fehlte jedem, da dürfte man sich einig sein. Ein kurzer Render-Teaser (siehe Halo Infinite) hätte da Wunder gewirkt und niemand hätte auch nur im Ansatz etwas auszusetzen gehabt. Selbst wenn man nichts zu zeigen hat, kann man eine E3 cleverer nutzen. Man macht zwei Wochen vor der E3 eine Pokémon-Direct und enthüllt die "Go-Ableger". Wenn ich schon nichts für ein mediales Großereignis habe, dann spare ich mir das für die E3 auf und zeige Pokémon Let's Go dort. Dann muss man den Microsoft und Sony machen und sämtliche Third-Party-Titel in die Show holen (Team Sonic Racing, exklusives Gameplay zu Starlink,...) und der Käse ist gegessen. Die Meute regt sich etwas über zu wenig Spiele auf aber der Shitstorm bleibt aus. Smash hätte mir fünf Minuten gereicht. Jetzt ist es sogar noch viel schlimmer, ich werde es wohl gar nicht kaufen, weil nichts dabei ist, was ich unbedingt bräuchte.
Schlussendlich spiele ich nun Fortnite, was meiner Meinung nach gut auf Switch passt, freue mich auf Fire Emblem und warte auf die "Japan-Fraktion" (Octopath, Shining,...) und im August Monster Hunter. Pokémon Let's Go nehme ich auch mit, dann ist mein Switch-Jahr halbwegs gefüllt.

Ramy
vor 3 Monaten | 0
Für mich hat Nintendo einmal mehr gezeigt (und diesmal ganz besonders eindrucksvoll), warum ich nach knapp 30 Jahren jetzt nicht mehr mit Nintendo mitgehe. Etwas, das ich überaus bedauere. Aber Nintendo liefert für meinen Geschmack mittlerweile einfach zu viel Japanolastiges ab und zu viele Neuauflagen von Games, die ich schon genau so oder so ähnlich auf der WiiU zocken konnte. Wäre ja alles kein Problem, wenn das nur ein Teil eines größeren Gesamtlineups wäre, bei dem ein gutes Kontrastprogramm ebenso dazugehört. Doch von einer ausgewogenen Vielfalt hinsichtlich Exklusivtitel kann für mich keine Rede sein. Klar, es gibt ja auch eine Drittherstellerunterstützung, die zumindest O.K. ist. Aber ganz ehrlich: Die meisten dieser Spiele gibt es bereits seit längerer Zeit günstiger und performancetechnisch besser auf anderen Konsolen. Zudem scheinen plattformübergreifend-gesehene Meilensteine wie Zelda - BOTW für Nintendo nach wie vor nur mit sehr viel Anstrengung und Zeit umsetzbar zu sein. Bedeutet: Sehr, sehr viel Leerlauf zwischen den Erscheinungsterminen solcher potenzieller Hochkaräter und somit eine ordentliche Staubschicht auf der Switch. Wenn ich denn eine Switch hätte. Aber vom Kauf dieser Konsole bin ich noch weiter entfernt als jemals zuvor. Wenn Nintendo mit diesem E3-Auftritt - neben einer Portion Langeweile - etwas bei mir ausgelöst hat, dann dass ich mich emotional von meinem einstigen Lieblingsunternehmen immer weiter entferne.

Matthew1990
vor 3 Monaten | 1
Nachdem ich da es jetzt suf mich wirken ließ, betrachte ich es doch recht ernüchternd, wenn man bedenkt, dass spätestens Frühjahr eine Direct wieder kommt.
Ich denke, bis Fire Emblem habe ich genug Zeug. Megaman Collection kaufte ich mir neu. Donkey Kong habe ich auch noch nicht.
Dann kommen Wolfenstein 2, Darksouls und Monster Hunter. Splatoon und Xenoblade DLCs.
Ende des Jahres dann Smash und The World ends with you.
Ich denke, nach der Überlegung ist noch genug da.

Buttergebäck
vor 3 Monaten | 0
Es ist wirklich schwer zu verstehen, warum man in der ersten Jahreshälfte Directs mit so vielen spaktakulären Ankündigungen raushaut, die eigentlich alle genau jetzt, auf der E3 angebracht gewesen wären. Hätte man nur mal die Octo Expansion und Pokemon Let's Go in die gestrige Präsentation eingefügt, hätte sich wohl kaum jemand beschwert. Mir persönlich ist es ja egal, schon allein das neue Fire Emblem macht mich hochzufrieden, aber diesmal kann ich die Enttäuschung der Leute über Nintendos Auftritt schon wesentlich besser nachvollziehen als sonst.