Test: Light Fall

Von Michael Prammer am 05. Mai 2018

Limbo trifft Meat Boy - mit einer Verschmelzung dieser beiden Indie-Perlen könnte man Light Fall am ehesten beschreiben. Ob das Prinzip funktioniert, verrät unser Test.

Als Spieler schlüpft ihr in die Rolle eines kleinen, namenlosen Helden, der durch das dunkle Land Numbra reist. In jener geheimnisvollen Welt ist eine ewige Nacht ausgebrochen und es gilt einen Weg zu finden, wieder Licht in die Dunkelheit zu bringen. Die Eule Stryx gesellt sich dem Helden zur Seite und unterstützt ihn mit Ratschlägen auf seiner beschwerlichen Reise.

Licht ins Dunkel bringen

Die Story von Light Fall reißt wahrlich keine Bäume raus, hält den Spieler aber gepaart mit seinem ordentlichen Gameplay dennoch stets bei Laune. Dabei präsentiert sich der Titel als 2D-Sidescroller, der den Spieler meist von links nach rechts von einem Checkpoint zum nächsten und schließlich zum Ziel führt. Jedoch reicht es nicht aus lediglich munter durch die Welten zu hüpfen, da die Level mit einigen knackigen Fallen daherkommen. Der sogenannte Schattenkern unterstützt euch bei eurer Reise und kann via Knopfdruck zur Hilfe geholt werden. Dabei darf dieser nützliche und blockähnliche Gegenstand gleich viermal in Folge eingesetzt werden, ehe er seinen Effekt verliert. Der Block dient dabei als eine Art Kletterhilfe. Im Prinzip dürft ihr viermal in die Höhe springen und dann den Schattenkern als Untergrund nutzen und wieder weiterspringen, ehe er verschwindet. Wer jetzt denkt, dass der Plattformer dadurch sehr einfach wird, der irrt jedoch gewaltig.

Vielmehr ist es genau dieses Gameplay-Element, das Light Fall die nötige Würze verleiht und das Spiel zu einer echten Herausforderung macht. Die Fallen, die Abgründe, die erreichbaren Ziele und versteckten Extras sind nämlich stets so in die Spielwelt integriert, dass der strategische Einsatz des Schattenkerns unumgänglich ist. Zusätzlich könnt ihr den Schattenkern-Block auch verschießen, um neue Wege freizulegen oder Gegner zu beseitigen. Außerdem kann der Spieler den magischen Block dazu verwenden, um Fallen außer Kraft zu setzen und so im Spiel weiter voranzuschreiten. All das sorgt für eine gelungene Abwechslung im Spiel.

Ein kurzes Vergnügen

Einen großen Wermutstropfen gibt es dann aber doch: Das Abenteuer ist leider recht schnell vorbei. Bereits nach wenigen Spielstunden habt ihr das Ende gesehen und abgesehen vom Speedrun-Modus bietet das Spiel wenig Motivation, noch einmal von vorne zu beginnen. Das liegt auch ein wenig am Schwierigkeitsgrad, der zu Beginn recht moderat ist, dann jedoch stetig ansteigt und gegen Ende ziemlich knackig wird. Vor allem in den letzten Leveln scheinen die Checkpoints teilweise so weitläufig verteilt, dass in manchen Momenten eine große Portion Frust aufkommt. Für Freunde von knackigen Plattformern ist Light Fall aber auf alle Fälle genau das Richtige.

Bei der Präsentation macht das Spiel jedoch wieder sehr viel richtig. Light Fall präsentiert sich zwar minimalistisch, erzeugt jedoch durch seine dunkle Aura und den gut eingestreuten Lichteffekten eine wunderbare Atmosphäre. Auch im akustischen Bereich kann der Titel überzeugen. Der mystische Sound untermalt das Spielgeschehen zu jedem Zeitpunkt passend. Ebenso geht die simple Steuerung jederzeit tadellos von der Hand, wenn man auch - wie bei jedem Plattformer auf Nintendos Switch -  ein (besseres) Steuerkreuz zur noch genaueren Eingabe vermisst.

Fazit:

Light Fall ist ein unterhaltsamer und gegen Ende bockschwerer Plattformer mit einer tollen Präsentation. Die Stimmung aus Limbo trifft in Light Fall auf ein knackiges Spielerlebnis nach dem Vorbild von Meat Boy. Zusammengehalten wird das Konstrukt von einer Story, die zwar an sich wenig spektakulär ist, dennoch zum guten Spielgefühl beiträgt. Leider ist Light Fall auch für den aufgerufenen Preis von 14,99 Euro recht kurz geraten und gerade im finalen Part von einigen Frustmomenten geprägt. Das liegt vor allem an den teils ungünstig gelegenen Checkpoints. Außerdem bietet der Titel, abgesehen von einem Speedrun-Modus, kaum einen Wiederspielwert. Unter dem Strich bleibt jedoch ein knackiger Plattformer, der vor allem atmosphärisch zu begeistern weiß.

Getestet: Nintendo-Switch-Version

Wertung:

7.0

Michael Prammer meint:

"Knackiger Plattformer, der zwar sehr kurz ist, aber vor allem atmosphärisch überzeugt."
Spielerlebnis: Gut
Umfang: Durchschnittlich
Technik: Sehr gut

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