Test: Journey - Collector's Edition

Nutzer-Story von Tobsen am 23. April 2018

Das Dreigestirn bestehend aus flOw, Flower und Journey vereint auf einer Blu-ray im Test.

Der Höhepunkt des Werkes vom Studio thatgamecompany dürfte sicherlich Journey sein, das ebenso wie seine beiden älteren Geschwister flOw und Flower auf dieser Disc in Form einer Collection beinhaltet ist; doch eins nach dem anderen.

„flOw“ ist das am einfachsten zu beschreibende der drei Spiele: Der Spieler steuert durch Neigen des PlayStation-4-Controllers eine Art Amöbe in 2D-Draufsicht durch verschiedene Ebenen eines Tiefsee-Settings. Das Wechseltierchen sollte dabei andere kleinere Lebewesen fressen, um zu wachsen, in tiefere Ebenen vorstoßen zu können und dort wiederum etwas größere und komplexer aufgebaute Tiere zu fressen. Das erinnert spielerisch stark an Snake vom Nokia 3210 oder Katamari. Das Spiel hat - ebenso wie Flower und auch Journey - praktisch keinen Schwierigkeitsgrad, allerdings auch nicht deren kontemplativen, schwelgenden Ansatz. So bleibt am Ende hier nur ein Geschicklichkeitsspielchen mit interessanter Optik.

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„Flower“ wagt den Sprung in die dritte Dimension. Der Spieler steuert hier nicht die namensgebenden Blumen, sondern den Wind. Allerdings nicht indirekt wie in The Legend of Zelda: The Wind Waker, sondern gänzlich unmittelbar: Man ist der Wind. Man rauscht (ebenfalls via Six-Axis-Steuerung) in den Levels über Wiesen hinweg und zwischen Häuserschluchten hindurch, nimmt dabei Blütenblätter auf und gewinnt dadurch an Volumen. Auf den Maps sporadisch verteilte verdorrte Bäume oder verfallene Gebäude werden durch umhersausen gewissermaßen wiederbelebt, beziehungsweise wieder aufgerichtet. Flower ist viel weniger ein klassisches Videospiel als flOw es war. Es ist vielmehr eine Art Anwendung. Heutzutage würde man eventuell Experience dazu sagen. Es gibt keine Rätsel, keine Handlung, keine wirkliche Interaktion mit der Spielwelt. Das Thema Umweltverschmutzung wird natürlich impliziert, allerdings saust man im Kern einfach durch die wunderschöne Welt, hört den entpannenden Soundtrack und das war's. Nichtsdestotrotz hat mir dieses „Spiel“ sehr gefallen. Auch, weil ich persönlich kein Problem mit derlei Spielen habe und mich gut darauf einlassen kann. Auch Electroplankton vom Nintendo DS gefiel mir zum Beispiel sehr. Wer das nicht kann oder ein „reguläres“ Spiel erwartet, ist bei Flower (und bei der vorliegenden Collection als Ganzes) einfach nicht gut aufgehoben.

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„Journey“ ist das aktuellste Werk auf der Spielesammlung und auch das wichtigste; nicht umsonst ist es titelgebend. Es obliegt dem Spieler eine bekittelte Spielfigur durch dessen Welt zu steuern und zu einer, stets in der Ferne erkennbaren Lichtsäule auf einer Bergspitze zu leiten. Man steuert die Figur hier direkt via Stick und Knöpfen und muss sogar Kleinsträtsel lösen. Dennoch ist Journey in der Flower-Ecke zu verorten: der Koffer ist gewissermaßen die Reise, allerdings viel intensiver und weniger beschwingt als Flower. Die Spielwelt wirkt fremder, die Musik ist durch Cello- und Bratschen-Einsatz viel dumpfer als das in Flower vorzufindende Klavierspiel. Die optische Gestaltung Journeys ist wirklich rundum gelungen und auch technisch super. Es sieht einfach umwerfend gut aus - ich habe jede Minute mit dem Spiel genossen. Doch auch hier abermals der Hinweis: Journey ist ebenso wie Flower kein wirkliches Videospiel! Und ebenso wie Flower ist es sehr kurz. Nach 90 Minuten ist der Zauber vorüber - flOw bereits nach 45.

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Diese Spielesammlung ist für Sammler sicher nicht uninteressant, die froh sein dürften, sich derart kleine „Experimente“ in Disc-Form ins Regal stellen zu können. Für die meisten anderen dürfte ein Download von Journey allein allerdings sicher ausreichen.

Wertung:

7.0

Tobsen meint:

"flOw naja, Flower solide, Journey toll. Kein Pflichttitel, aber durchaus interessant."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Mangelhaft
Technik: Herausragend

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