Test: Pirates: All Aboard

Von Michael Prammer am 20. April 2018

Ahoi, ihr Landratten! Und willkommen an Bord des Tests zu Pirates: All Aboard für Nintendo Switch.

Für wenig Geld ein kleines Spiel, das mit Piraten zu tun hat? Da sollte man gewiss kein Sea of Thieves erwarten, doch was kann der Titel für knapp sechs Euro denn bieten? An dieser Stelle sei schon mal verraten: Nicht viel.

Alle an Bord

Das Spiel hat keine Story und ist im Prinzip nur auf kurzweilige Arcade-Action ausgelegt. Dabei hat man die Wahl zwischen zwei Spielmodi: Entweder man duelliert sich mit anderen Piratenschiffen und versucht diese zu versenken oder der Spieler beweist sein Können im sogenannten „Endlessmode“, bei dem es darum geht, ein Schiff durch einen großen Geschicklichkeitsparcours zu manövrieren. Letzteres klingt aufregender, als es ist. Oft endet das Spiel sehr abrupt durch eine Kanonenkugel, die vor lauter Ausweichmanövern fast nicht zu sehen ist. Der Modus verkommt letztlich zu einer reinen Highscorejagd.

Die Piratenschiffe werden in einer Draufsicht mit nur wenigen Befehlen gesteuert. Hobbypiraten können schnell oder langsam Fahren, Kanonen abfeuern und eine Spezialattacke ausführen. Für Einzelspieler ist ein Übungsmodus vorhanden, bei dem gegen die CPU gekämpft werden darf. In knapp fünf Minuten gilt es dabei, so viele Schiffe wie möglich zu versenken, um einen Highscore in die Höhe zu treiben. Wird das eigene Schiff versenkt, ist das Spiel vorbei. Versenkte Schiffe generieren Energie, Items bringen Spezialattacken. So bekommt man zusätzliche Frontkanonen oder Enterhaken, die anderen Schiffen beim Rammen Schaden zufügen, allerdings ist immer nur eine dieser Fähigkeiten nutzbar und wird beim Einsammeln eines neuen Items durch ebendieses ersetzt.

Der Übungsmodus nutzt sich leider sehr schnell ab. Es gibt lediglich drei unterschiedliche Schiffstypen, die sich in Sachen Geschwindigkeit, Schusskraft und Verteidigung unterscheiden, wodurch die eintönige Highscorejagd rasch langweilig wird. Deutlich mehr Spaß kommt im Mehrspielermodus auf. Bis zu vier Spieler dürfen sich an einer Konsole duellieren. Dabei stehen ein „Last-Man-Standing“-Modus oder ein klassischer Punkte-Jagd-Modus zur Verfügung. Dank der Joy-Con-Controller ist der Party-Spaß auch unterwegs einsetzbar und kann jederzeit im Tabletop-Modus der Konsole bespielt werden. Leider fehlt ein Onlinemodus und so sind Freunde zwingend notwendig, will man sich mit Pirates längere Zeit beschäftigen. So oder so nutzt sich das Spielprinzip nach wenigen Schlachten ab, da es nichts zu entdecken gibt und kaum langfristig motiviert.

Technisch läuft Pirates: All Aboard zwar sauber, kann jedoch optisch nicht überzeugen - im Gegenteil. Die meisten Smartphonegames bieten einen höheren Detailgrad, schönere Animationen und hübschere Hintergründe. Selbst für den niedrigen Preis sollte das doch etwas besser aussehen. Immerhin kann der Sound überzeugen. Ob im Menü oder im Spiel selbst, ständig wird man von einer tollen Untermalung begleitet. Die Musik entschädigt fast für den Rest des Spiels.

Fazit:

Unser Test zu Pirates: All Aboard fällt nicht umsonst so kurz aus; es gibt nicht besonders viel zu berichten. Für relativ wenig Geld bekommt man kurzweilige Arcade-Action, die vor allem mit Freunden für ein paar Abende unterhalten kann und auch den ein oder anderen Solisten kurzen Spaß bietet. Für mehr reicht es allerdings nicht. Dem Spiel fehlt es an Substanz, angefangen bei einem fehlenden Online-Modus, bis hin zur kargen Grafikkulisse. Einzig die Musik kann überzeugen - aber ob das ausreicht, um knapp sechs Euro für ein paar Stunden Spaß zu investieren, muss jeder selbst entscheiden.

Wertung:

5.5

Michael Prammer meint:

"Kurzweilige Arcade-Action, der es an Substanz fehlt"
Spielerlebnis: Durchschnittlich
Umfang: Mangelhaft
Technik: Mangelhaft

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