Test: The Fall Part 2: Unbound

Von Michael Prammer am 06. April 2018

Was in der Film-Trilogie The Matrix bereits vor Jahren thematisiert wurde, ist auch Hauptgegenstand in The Fall Part 2: Unbound - künstliche Intelligenz übernimmt immer mehr die Macht über die Menschheit.

Wie der Beiname „Part 2“ bereits vermuten lässt, handelt es sich um eine konsequente Fortsetzung des ersten Teils von The Fall. Damals ging es um den Wissenschaftler Josephs, der auf die Hilfe der selbst erschaffenen KI Arid angewiesen ist. Diese übernimmt die Kontrolle seines Raumanzugs und rettet seinen Schöpfer vor dem Tod. Während dieser Reise entwickelte die KI ein immer ausgeprägteres Eigenleben, das nun seinen Höhepunkt erfährt.

Freiheit für die KI

Die Story um Arid ist düstere Zukunftsmusik, die auch genauso spannend erzählt wird, wie das im ersten Teil der Fall war. An dieser Stelle sei euch dieser wärmstens ans Herz gelegt, auch um die Handlung noch besser zu verstehen. War unsere KI im ersten Teil noch in einer Forschungseinrichtung unterwegs, verschlägt es die künstliche Dame jetzt in ein Computernetzwerk. Spezialisten wollen Arid via Virus ausschalten und somit der Protagonistin ein Ende setzen. Drei weitere KIs, die im Computernetzwerk zu finden sind, stellen die Verbindung zur Außenwelt her und sind der Schlüssel zum Erfolg im Spiel.

The Fall Part 2: Unbound ist ein 2D-Sidescroller, der eine Mischung aus Erkundung, Rätseln und kleineren Action-Einlagen bietet. Mittels eines Lichtkegels nimmt man unterschiedliche Objekte in Augenschein, scannt diese und löst gegebenenfalls Mechanismen aus, die den Spieler im Fortschritt weiter bringen. Auch werden durch das Scannen von Objekten verschiedene Informationen in Erfahrung gebracht, welche an anderen Stellen nützlich sein können und bis Dato versperrte Schleusen öffnen. In klassischer Point-&-Click-Manier begibt sich der Spieler durch die unterschiedlichen Räume und trifft relativ früh im Spiel auf Feinde. Diese müssen durch Ausweichen und Beschießen ausgeschaltet werden, die Kampfpassagen erweisen sich hier als alles andere als einfach.

Die Steuerung ist leider nicht so präzise, wie wir uns das gewünscht hätten. Wenn der Spieler versucht, den Lichtkegel für die Erkundung nach oben zu richten, kann es passieren, dass dieser sich nicht auf die gewünschte Position richtet. Hier ist etwas Übung von Nöten, um die Kniffe der Steuerung herauszufinden. Auch die Kämpfe leiden etwas am unpräzisen Eingabeverhalten. Während das Ausweichen vor gegnerischen Schüssen noch wunderbar funktioniert, sind eigene Treffer nicht immer präzise zu setzen und gehen manchmal ins Leere. Das ist insofern ärgerlich, als dass sich bis dahin der Feind bereits zum Gegenschlag erholt und einen Treffer landen, man selbst aber noch nicht selbst zum Ausweichen ansetzen kann. Das Ende des Lieds ist der Game-Over-Bildschirm, der leider oft zu sehen sein wird. Gespeichert werden darf übrigens nur an gewissen Punkten und so sind manche Passagen des Öfteren zu wiederholen.


Optisch und akustisch ist The Fall Part 2: Unbound grundsolide und vom Stil her recht hübsch anzusehen. Leider gibt es da die ärgerlichen Abstürze, die uns während der Testphase ab und zu begleitet haben. Sorry, liebe Entwickler, das darf nicht passieren und muss dringend nachgepatcht werden. Sound und Atmosphäre passen allerdings wirklich gut und bringen das düstere Setting glaubwürdig auf den Bildschirm.


Fazit:

The Fall Part 2: Unbound ist eine interessante Zukunftsvision, von der wir vielleicht gar nicht mehr so weit entfernt sind. Die spannende Story unterhält von Beginn an und fesselt sofort. Die knackigen Rätsel laden zum Erkunden ein und die Kämpfe sind trotz der teils schwammigen Steuerung fordernd und nur selten unfairer Natur. Es ist da fast schon bedauernswert, dass der Titel hin und wieder abstürzt. Das darf einfach nicht passieren. Ich kann euch nur empfehlen: wartet auf den Patch und gebt dem Spiel dann seine verdiente Chance. Wer mit den gelegentlichen Abstürzen leben kann und sich von einer großartigen Geschichte fesseln lassen möchte, ist hier bereits jetzt goldrichtig.

Von uns getestet: Nintendo-Switch-Version

Wertung:

6.5

Michael Prammer meint:

"Tolle Story, leider mit Bugs. Bitte nachpatchen, dann wird’s ein Hit."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Gut
Technik: Mangelhaft

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2 Kommentare:


Farbi11
vor 6 Monaten | 0
Part 1 auf dem Mac stürzte mir im neuen Zwischensequenzen zuverlässig ab. Daher musste ich abbrechen. Die Story ist faszinierend, daher will ich beide Teile noch mal auf der Switch erleben. Hoffentlich kriegen sie das mit den Abstürzen auf der Switch noch in den Griff! Wenn es technisch sauber wäre, könnte es sich eine deutlich höhere Wertung verdienen.

Farbi11
vor 6 Monaten | 0
Ach so, ein Entwickler haben mir übrigens verraten, dass Part 1 auch auf die Switch portiert werden soll.