Test: Gal*Gun: Double Peace

Nutzer-Story von Tobsen am 01. März 2018

Die Waffe im Anschlag wage ich mich immer tiefer ins Gebäude vor. Von Gegnerhorden noch keine Spur, allerdings ist diese Stille trügerisch. Jäh werde ich angegriffen: unter Tischen krabbeln sie hervor, brechen aus Schränken und kommen die Flure entlang auf mich zugesprintet. Es handelt sich um Schulmädchen.

Ja, in Gal*Gun kämpft sich der Spieler durch eine japanische Oberschule und die Gegner sind ausnahmslos Schulmädchen. „Warum das?“ werden sich einige fragen. Zum Glück liefert das Spiel darauf eine schlüssige Antwort. Dem Liebesengel Ekoro wird im Zuge ihrer Liebesengelabschlussprüfung die Aufgabe zuteil, den bei den Mitschülerinnen unbeliebten Protagonisten, Houdai Kudoki, mit einem Liebespfeil zu treffen und ihm so zu seinem Glück zu verhelfen. Just in dem Moment, als Ekoro zum Schuss ansetzt, entdeckt sie aus dem Augenwinkel die Dämonin Kurona, die ihrerseits ebenfalls ihre Dämonenabschlussprüfung zu absolvieren hat und deren Ziel auch Houdai ist. In Hektik geraten, feuert Ekoro ihren Schuss als erste ab, trifft, leider hat sie in all der Aufregung versehentlich die Stärke ihres Liebespfeiles um das 32-fache erhöht. Dies hat zur Folge, dass Houdai eine unzügelbare erotische Anziehungskraft auf alle Frauen und Mädchen seiner Umgebung ausübt, die es nun so sehr auf ihn abgesehen haben, dass sie alle willenlos auf ihn zustürmen. Eine Nebenwirkung der überhöhten Love-Dosis ist desweiteren, dass Houdai nur einen Tag Zeit hat, seine wahre Liebe zu finden. Sollte er dies bis Sonnenuntergang nicht geschafft haben, wird er auf ewig allein bleiben, da seine Kraft der erotischen Anziehung dann aufgebraucht ist. So machen wir uns also auf, die eine, die wahre Liebe zu finden. Storymäßig haben wir es in Gal*Gun: Double Peace also mit Standardkost zu tun.
DJ3JFPS_Messages_20180301_123551.jpgUm der Gegnerschar Einhalt gebieten zu können, wird Houdai eine Pistole überreicht, die Pheromon-Schüsse abfeuern kann. Werden die Mädchen davon einige Male getroffen, so sinken sie von Orgasmen übermannt kampfunfähig zu Boden. Könner ballern natürlich nicht wahllos auf die Mädels ein, sondern versuchen, kritische Treffer, im Spiel sogenannte "Ecstasy Shots", zu platzieren. Fährt man mit dem Fadenkreuz über die Mädchen, so ploppen an bestimmten Körperregionen Herzchen auf - diese Stelle ist dann der „sweet spot“ des Mädchens und ein Treffer dorthin genügt, sie auszuschalten. Diese sweet spots können entweder Kopf, Brust, Scheide oder Beine sein. 

SvnPGPS_Messages_20180301_123543.jpg

Das Kampfgeschehen selbst läuft in Form eines klassischen Rail-Shooters ab. Soll heißen, man bewegt sich in der Ego-Perspektive von selbst wie auf Schienen durch die Level und versucht, möglicht schnell und möglichst genau alle Gegner zu treffen und Collectibles durch Draufschießen einzusammeln. Auf der PlayStation 4, auf der ich das Spiel durchspielte, steuert man das Fadenkreuz mit dem Analogstick. Dabei dann noch sich bewegende Ziele zu treffen ist genauso frickelig, wie es sich anhört und macht nur leidlich Spaß. Auf der Wii habe ich Rail-Shooter (dank der Wiimote-Pointer-Steuerung) wirklich gern gespielt, aber ohne diese ist es wirklich arg fummelig. Die knapp zehn Level des Spiels sind überdies sehr kurz und sollten jeweils nicht länger als drei, vier Minuten dauern. Zwar ist der Spieler angehalten, das Spiel mehrfach durchzuspielen, um alle Enden freizuspielen; meiner Meinung nach wird der Umfang eines Spiels aber nicht maßgeblich dadurch aufgewertet, dass man eine ohnehin sehr begrenzte Spielwelt und -Situation einfach acht Mal durchläuft. Denn dann kann man, überspitzt gesagt, auch sagen, Persona 5 sei 600 Stunden lang, man muss es lediglich sechs Mal hintereinander durchspielen, um auf diesen Wert zu kommen.
yN3XPPS_Messages_20180301_123547.jpgDie Action-Abschnitte werden nach Beendigung durch kurze, VN-artige, Gesprächspassagen verbunden, denen allerdings jeglicher Biss oder Witz abgeht. Ich spiele durchaus gern abseiteige Spiele in ähnlichen Settings (Omega Quintet oder Akiba's Trip beispielsweise), doch dort hatten die Dialoge zum Teil Esprit oder Wendungen. In G*G ist das höchste der Gefühle, dass Houdai eine Frage gestellt wird und der komplette Witz darin besteht, dass man neben „Ja“ und „Nein“ auch „May i touch your boobs?“ antworten kann. 

WpGBlPS_Messages_20180301_123556.jpg

Die Musik schwankt zwischen J-Pop-Instrumental und Wartemusik in japanischen Foto-Kabinen. Lediglich das Intro-Lied ist, wenn man J-Pop nicht per se nicht leiden kann, wirklich nett und die Optik des Spiels ist, auch wenn der Begriff überstrapaziert ist, zweckmäßig. Im wahrsten Wortsinne erfüllt sie eben ihren Zweck: Sie ist da, sie funktioniert, sie ist nicht übermäßig hässlich, aber auch zu keiner Weise schön. Anime-Cel-Shading, wie man es aber schon dutzendfach hübscher sah. Gal*Gun sieht auf der PS4 aus wie ein Vita-Spiel in Full HD.

Wertung:

5.0

Tobsen meint:

"Wenn Skurrilität allein kein ganzes Spiel tragen kann."
Spielerlebnis: Durchschnittlich
Umfang: Mangelhaft
Technik: Durchschnittlich

Schreibe einen Kommentar:

5 Kommentare:


Denios
vor 3 Monaten | 1
die wichtigste Frage: Kann man denn ihre Boobs touchen?

JoWe
vor 3 Monaten | 1
Denke nicht - sonst hätte Kommentarschreiber Tobsen bestimmt zwei Punkte mehr vergeben

Tobsen
vor 3 Monaten | 0
Ich weiß es nicht, da ich diese Antwort nicht gewählt habe!
Aber Boob-Berührerei ist an anderen Stellen des Spiels definitiv möglich, ja.

McClane
vor 3 Monaten | 0
Ich finde es seht gut, dass das Spiel bei uns keine Freigabe durch die USK erhalten hat. Danke, USK.

Tobsen
vor 3 Monaten | 1
Das Spiel hat eine USK-Freigabe (16).