Unplugged: Pen-&-Paper-Rollenspiel "Das Schwarze Auge"

Von Michael Prammer am 19. Februar 2018

In unserer Kategorie Unplugged widmen wir uns heute dem Genre Pen-&-Paper-Rollenspiele und blicken auf eines der berühmtesten Spiele: Das Schwarze Auge.

Lasst uns zunächst einmal mit der Erklärung des Genres beginnen. Pen-&-Paper-Rollenspiele sind fiktive Abenteuer, die erzählerisch gespielt werden. Stift und Papier (daher der Name) helfen dem Spieler, die Übersicht zu behalten und mittels Charakterbögen den Fortschritt des Abenteuers festzuhalten. Rollenspiel-Abenteuer, Regelwerke und Würfel zählen zu den Grundelementen von Pen-&-Paper-Rollenspielen. Dabei besteht eine Spielrunde aus mindestens einem Spielleiter und einem oder mehreren Teilnehmern, die mittels Charakterbögen an der Spielrunde teilnehmen. Der Spielleiter erzählt nicht nur die Geschichte des Abenteuers, sondern übernimmt auch die Rolle von Charakteren, die zufällig im Spielgeschehen auftauchen können. Er ist dafür verantwortlich, durch eine lebhafte und improvisatorische Erzählweise das Abenteuer möglichst spannend zu gestalten. Handlungen und Kämpfe werden durch Würfeln ausgetragen. Anhand des Rollenspiels "Das Schwarze Auge" erklären wir euch, wie genau so ein Spiel ablaufen kann.

Das Schwarze Auge zählt zu den berühmtesten Pen-&-Paper-Rollenspielen und wurde 1984 von Ulrich Kiesow aus Deutschland veröffentlicht. Auch heute kann man das Spiel noch kaufen und anhand des Regelwerks 5 in der aktuellen Version spielen, das 2015 auf den Markt kam. Das Abenteuer führt den Spieler in die fiktive Welt von Aventurien. Der Spielleiter heißt hier Meister. Die Spieler dürfen sich anhand eines Charakterbogens ihren Helden erstellen. Dabei gibt es je nach Regelwerk und je nach Abenteuer bestimmte Vorgaben, die bereits in die Bögen eingetragen werden dürfen. Dazu zählen diverse Talente, Fähigkeiten, Stärken und Schwächen. Dadurch wird sowohl dem Spieler, als auch dem Spielleiter hilfreich zur Hand gegangen. Elfen, Menschen, Zwerge und Orcs schöpfen dabei das gesamte Fantasy-Klasement aus, das der Charakterentwicklung zur Verfügung steht. Wer auf Vorgaben verzichten kann und genug Fantasie mit bringt, erstellt seinen eigenen Charakter und würfelt bei Bedarf seine Fertigkeiten aus – auch das ist bei DSA zulässig und wird sogar im Regelwerk beschrieben.

Wie bereits erwähnt erstellt der Spieler zunächst einen Charakter, den er zuerst aus einer Rasse auswählt. Hier kann das Regelwerk zur Hilfe genommen werden und dem Spieler Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Rassen aufzeigen. Je nach Beruf, der gewählt werden kann, kommen dann noch unterschiedliche Grundfertigkeiten dazu, die dem Charakter in einigen Situationen helfen können. Sind die Attribute, Fertigkeiten und Stärken im Charakterbogen dokumentiert, kann der Meister das Spiel eröffnen. Dabei hat er die Wahl, sich ein komplett eigenes Abenteuer auszudenken oder auf eine vorgefertigte Geschichte zurückzugreifen. Bei diesen Geschichten werden oftmals auch Gegnerprofile beschrieben, auf die die Helden während des Abenteuers treffen. Der Spielleiter übernimmt dann auch diese Gegner. Kommt es zu Kämpfen, werden die Spielwürfel ausgepackt. Diese bestehen bei DSA aus 20 Seiten. Der Spielleiter würfelt für den Feind, der Spieler für den eigenen Charakter. Je nach dem, wie gut Feind und/oder Held sind, sind die zu würfelnden Zahlen höher oder niedriger, um Erfolg zu haben. Dadurch kommt zwar auch eine Portion Glück mit ins Spiel, jedoch ist die Charakterentwicklung das entscheidende Element im Spiel.

Eine klassische Runde DSA kann sich dabei wie folgt gestalten: Die Spieler haben einen Charakter erstellt und der Meister beginnt mit dem Abenteuer. Er beschreibt eine Situation, die sich vor den Spielern bildlich darstellt. Ein banales Beispiel: „Ihr befindet euch an einer Weggabelung. Auf der rechten Seite erblickt ihr in weiter Ferne eine dunkle Höhle, auf der linken Seite führt der Weg in ein Dorf. Wofür entscheidet ihr euch?“ Die Spieler stehen nun vor der Wahl und können sich beispielsweise für den Höhleneingang entscheiden. Spielleiter: „Ihr betretet die Höhle, als plötzlich von der Seite ein Bandit angreift.“ Nun wird erklärt, was gewürfelt werden muss, um den Bandit zu besiegen. Es werden mehrere Runden gewürfelt, da der Bandit laut Charakterbeschreibung relativ stark ist. Der erlittene Schaden wird bei jedem Spieler in den Bogen eingetragen. Nachdem jeder Spieler einmal am Zug war, hat der Bandit keine Energie mehr und ist gefallen. Anhand der Beschreibung des Abenteuers wird nun festgelegt, wie viel Erfahrungspunkte die Spieler für ihren Charakterbogen erhalten. Außerdem wird beschrieben, was für Belohnungen die Spieler für den erlegten Feind erhalten.

Eine klassische Runde DSA kann sich dabei über mehrere Spielstunden erstrecken und erfordert neben etwas Einarbeitungszeit auch etwas Ausdauer und vor allem sehr viel Fantasie. Letztlich kommt es aber vor allem auf den Spielleiter an, der die Abenteuer auch gut rüberbringen muss. Für Rollenspiel-Fans ist "Das Schwarze Auge" genau der richtige Einstieg in die Pen-&-Paper-Rollenspiel-Welt. Es gibt neben einem gut gegliederten Regelwerk unzählige Abenteuer, die teilweise sogar alleine gespielt werden können. Der größte Spielspaß kommt aber definitiv mit mehreren Spielern auf. 

Habt ihr "Das Schwarze Auge" oder ein anderes Pen-&-Paper-Rollenspiel schonmal gespielt? Wie waren eure Erfahrungen?

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3 Kommentare:


Sam
vor 8 Monaten | 1
Wer sich übrigens für das Hobby interessiert (oder mal ein anderes System austesten will): Am Samstag ist Gratisrollenspieltag.

Matthew1990
vor 8 Monaten | 0
Ich habe damals auch DSA gespielt mit Freunden. Das hatte damals immer sehr viel Spaß gemacht. Meist hatte wir jedoch mehr Charaktere erstellt, als eigentliche Abenteuer bestritten. Haha! xD

JoWe
vor 7 Monaten | 0
Pen'n'Paper-Zeiten, das war echt spaßig. Hatten in unserer Gruppe mit DSA angefangen und dann einige andere ausprobiert. Am meisten erinnern kann ich mich da noch an Shadowrun und irgendwann noch Vampire. Shadowrun hat mir am meisten Spaß gemacht, bin eher der Cyberpunk-Liebhaber