Test: SteamWorld Dig

Von Michael Prammer am 03. Februar 2018

Cowboyhut und Spitzhacke in der Hand: In SteamWorld Dig buddelt sich ein Western-Roboter in den Boden, um glitzernde Schätze und Geheimnisse zu bergen.

Schon im Wilden Westen haben Bergleute und Abenteurer nur eines im Sinn gehabt: reich werden und das zu jedem Preis. Die schnellste Methode war es dabei einst, sich auf die Suche nach Gold zu begeben. Auch heute noch gibt es Menschen, die sich mit dem Bergbau auseinandersetzen, um an Reichtümer zu gelangen. Mittlerweile gibt es für Gamer jedoch eine deutlich ungefährlichere Methode, um sich in dunkle Bergstollen oder Minen zu begeben. Zunächst auf dem Nintendo 3DS, dann auch für Wii U und sämtliche andere Plattformen erschienen, hat es SteamWorld Dig nun auch in den eShop der Switch geschafft. Wir haben uns erneut auf Schatzsuche begeben und berichten vom außergewöhnlichen Buddel-Abenteuer.

Steampunk-Welt trifft auf den Wilden Westen

Die Geschichte von SteamWorld Dig: A Fistful of Dirt, so der komplette Name des Spiels, handelt von einem kleinen Roboter namens Rusty. Roboter? Richtig, Robotor. Denn wie der Name SteamWorld schon erahnen lässt, spielt sich die komplette Handlung in einer Steampunk-Welt ab, die zudem vom Wilden Westen inspiriert ist. Rusty landet in einem Dorf, das schon bessere Tage erlebt hat. Zufällig hat sein Onkel in diesem Örtchen eine Mine. Doch vom besagten Onkel findet sich im Dörfchen keine Spur und auch die anderen Dorfbewohner beklagen Monster im tiefen Stollen, sodass kein Bergbau mehr möglich ist. Unser Protagonist soll sich nun in den tiefen Schacht begeben und der Herkunft der Monster auf die Schliche kommen.

Gleich zu Beginn des Abenteuers findet der Held die Spitzhacke seines Onkels. Mit dieser kann sich Rusty horizontal und vertikal in der Mine seine Wege graben. Das Spielprinzip erinnert dadurch stark an Boulder Dash. Dazu gesellt sich eine ganze Prise Metroid. Das betrifft vor allem das Upgrade-System. Der Spieler findet im Laufe des Abenteuers allerlei nützliche Verbesserungen, die den Weg in die Tiefen des Stollens erheblich erleichtern. Das Erkunden der Mine birgt dabei einen nützlichen Nebeneffekt. Ihr stoßt bei eurer Erkundungstour auf alle möglichen Schätze. Diese tauscht ihr gegen Geld ein und kauft euch somit die nützlichen Hilfsmittel. Andere Erweiterungen lassen sich hingegen direkt im Spiel finden und sind für das Voranschreiten in der Story unabdingbar. Zusätzlich gibt es in der Mine auch einige verborgene Perlen, die sehr kostbar und nur schwer zu finden sind. Sie sorgen bei den ortsansässigen Händlern für funkelnde Augen - euer Geldbeutel wird sich ebenfalls freuen.

Aus dem Leben eines Minenarbeiters

Somit seid ihr in SteamWorld Dig die meiste Zeit damit beschäftigt, Reichtümer zu fördern, euch upzugraden und natürlich die Geschichte weiter voranschreiten zu lassen. Dumm nur, dass ihr jedes Mal, wenn eure Taschen gefüllt sind, irgendwie an die Oberfläche zurückkommen müsst, um diese gegen Geld einzutauschen. Glücklicherweise gibt es in der ganzen Mine jedoch einige verschiedene Abkürzungen nach oben in das Dorf. Dennoch ist stets Vorsicht geboten: Im Verlauf des Spiels trefft ihr auf so einige Gegner, die nicht unbedingt begeistert davon sind, dass ihr im Stollen umherwandert und Schätze bunkert. 

Auch hierfür ist Rusty jedoch bestens ausgerüstet und kann den Unholden mit der Spitzhacke und co. auf die Pelle rücken. Stirbt euer Held, verliert ihr eure gesammelten Reichtümer und landet wieder an der Oberfläche im Dörfchen. Zusätzlich zieht euch die Kneipenbesitzerin einen Teil eures Vermögens aus der Tasche. Das Sterben hat also im Gegensatz zu anderen Genre-Vertretern noch echte Konsequenzen.

Wenn man etwas an Steam World Dig bemängeln kann, dann ist es in erster Linie die ziemlich magere Spieldauer von rund vier bis fünf Stunden. Wer das Spiel einfach nur durchdaddeln möchte, kann diese Zeit sogar unterbieten. Man kann andererseits aber auch etwa sechs bis acht Stunden in das Spiel investieren, wenn alle Upgrades erworben bzw. gefunden werden sollen. Einen echten Anreiz für einen zweiten Durchlauf gibt es dann jedoch nicht.

Davon einmal abgesehen macht SteamWorld Dig auf der Nintendo Switch optisch eine richtig gute Figur und erstrahlt in vollen 1080p. Die Soundkulisse ist unterhaltsam und passend gewählt, wirkt höchstens bei längeren Spielsessions etwas eintönig. Gespielt wird wahlweise mit den Joy-Cons oder dem Pro Controller. Wir können beide Steuerungsoptionen bedenkenlos empfehlen. Darüber hinaus gibt es in der Switch-Version allerdings keine neuen Features, Spielmodis oder sonstige Neuerungen.

Fazit:

SteamWorld Dig ist ein gelungenes Plattform-Spiel für Zwischendurch. Das Erkunden der Mine ist spannend, wenn auch die Rückwege oft anstrengen können. Das Streben nach neuer Ausrüstung und Verbesserungen spornt immer wieder an, den tiefen Stollen von Rustys Onkel zu erkunden. Etwas schade ist jedoch, dass die spannende Buddelei und Schatzsuche relativ schnell vorbei ist. Darüber darf man angesichts des fairen Preises und der gelungenen Steampunk-Optik auch schonmal hinwegsehen. Fans des Genres die bislang noch nicht zugeschlagen haben können also bedenkenlos zur Switch-Version zugreifen.

Von uns getestet: Nintendo-Switch-Version

Wertung:

8.0

Michael Prammer meint:

"Sehr gelungener, wenn auch kurzer Ausflug in die Welt eines Steampunk-Minenarbeiters."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Durchschnittlich
Technik: Gut

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2 Kommentare:


JoWe
vor 2 Jahren | 0
Also wenn es im Sail in den E-Shop kommt oder Retail werde ich wohl nicht drum rum kommen ...

JoWe
vor 2 Jahren | 0
Sail=Sale natürlich