Kommentar: Tiere in Videospielen

Von Jeremiah David am 24. Januar 2018

Seit einigen Jahren stößt mir etwas immer wieder negativ ins Auge: Die Darstellung von Tieren in modernen Videospielen.

Eins vorweg: Ich bin kein Vegetarier (und möchte keine Diskussion darüber anzetteln, ob es in Ordnung ist Tiere zu essen), aber ich sehe mich dennoch als Tierfreund. Zum Frühstück gibt es nur Freilandeier, und wenn ich Fleisch kaufe, dann versuche ich Fleisch aus einer Landwirtschaft zu wählen, die in puncto Tierschutz mehr als nur die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt. Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem mehrere Katzen und ein Hund zu den festen Familienmitgliedern zählten. Als mein Kater vor einigen Jahren im stolzen Katzenalter von 20 Jahren das Zeitliche segnete, ging mir das näher als der Tod meiner Großeltern einige Monate später, worauf ich nicht unbedingt stolz bin, aber womit ich verdeutlichen möchte, wie nahe ich meinen Haustieren stand, beziehungsweise noch immer stehe.

Ich bin ein Tierfreund und im vergangen Jahr habe ich viel Zeit in der Welt von Horizon Zero Dawn – erst im Hauptspiel, dann in The Frozen Wilds – zugebracht. Das ist soweit nichts Besonderes. So wie ich Tiere mag, mag ich eben auch Open-World-Videospiele. Und Filme, Lesen, Schokoeis, Pizza, Bier und viele andere Dinge. Meine Interessen sind breit gefächert und meistens schneiden sie sich nicht, im Falle der Tiere und Videospiele, stößt mir allerdings ein ums andere Mal sauer auf, dass Tiere vor allem in größeren Open-World-Spielen, immer häufiger leblosen Items gleichgestellt werden.

Horizon Zero Dawn ist ein sehr gutes Spiel und bietet eine riesige, abwechslungsreiche Welt mit faszinierenden Charakteren, coolen Sci-Fi-Dinos, atemberaubenden Landschaften und natürlich auch verschiedenen Tieren. Flora und Fauna wurden von Entwickler Guerilla Games super umgesetzt. Neugierige Spieler entdecken in den Wäldern und Steppen neben Wildschweinen, Füchsen und Hasen sogar kleine Ratten, Eichhörnchen, Fische und Vögel, doch sie sind praktisch nicht mehr als Ressourcen.

Wer sich im Crafting-Menü des Spiels die Upgrades für verschiedene Taschen ansieht, dem wird schwarz auf weiß (bzw. weiß auf braun) vor Augen geführt, welche Tiere für welches Upgrade getötet werden müssen. Die Fallentasche erfordert die Haut eines Truthahns, die Tasche für den Jägerbogen möchte ein Waschbärfell, die Munitionstasche für die Stormslinger-Waffe verlangt gar nach den Knochen eines Eichhörnchens und einer Ratte. Auch Wildschweine, Fische und Dachse lassen sich zu Taschen verarbeiten. Klar, Hauptdarstellerin Aloy bewegt sich durch eine postapokalyptische, wilde Welt, in der es weder Kunstleder, noch Plastik oder Gummi gibt. Primitive Völker gingen früher natürlich auf die Jagd, aber es lassen sich auch Spiele der Gegenwart, wie beispielsweise Teile der FarCry-Serie, finden, in denen mit Tieren ähnlich verfahren wird. Die Zelda-Serie spielt zwar nicht in einer modernen Welt, kam jedoch jahrelang ohne das Töten echter Tiere aus. Im Gegenteil - wer einmal ein Huhn zu töten versucht hat, wurde mit einem Schwarm wild gewordener Hennen knallhart bestraft, die Schweinchen in Wind Waker waren unsterblich. Erst seit Breath of the Wild sind Wildschweine, Füchse, Rehe und Vögel effektive und höchst saubere Fleischlieferanten. Binnen Sekunden verwandeln sich die toten Tiere in appetitliche Fleischkeulen und leckere Steaks. Damit nicht genug, auch Eidechsen, Frösche und Insekten lassen sich gewinnbringend in einem Kochtopf verrühren.

Was in Zelda die Amphibien und Insekten sind, sind in Horizon Zero Dawn kleine Nagetiere und Fische. Ist es wirklich nötig sogar Rattenknochen und Fischgräten zu verarbeiten? Muss jede Tasche aus einem speziellen Tier hergestellt werden? Man könnte damit argumentieren, dass das Gameplay so durch eine zusätzliche Sammelkomponente bereichert wird, aber in Horizon Zero Dawn garantiert das Töten eines Tieres noch nicht einmal das Finden gesuchter Ressourcen. Ich habe als Aloy Dutzende digitale Waschbären erlegt, um nach zick missglückten Versuchen mit lediglich „fettigem Fleisch“ als Resultat endlich ein Tierchen mit Fell zu finden. Die anderen Waschbären durchstreiften offenbar nicht nur lautlos, sondern auch hautlos den Wald.

In anderen Spielen nehmen Tiere meist ebenfalls keine bessere Rolle ein. Oftmals sind sie dazu verdammt, einfach nur den Gegnerkatalog zu erweitern. Bären, Wölfe, Hunde, Tiger, Löwen, Krokodile... Es gibt kaum ein Raubtier, das nicht in irgendeiner Form in irgendeinem Spiel getötet werden muss, obwohl sich die meisten Tiere in der Natur vor Menschen scheuen und mit wenigen Ausnahmen nur dann aggressiv werden, wenn sie sich bedroht fühlen.

JRPGs setzen selten auf echte Tiere und stattdessen meist auf Fantasiewesen, aber auch hielt gilt viel zu häufig: Töte alles, was sich bewegt. In Xenoblade Chronicles 2 beispielsweise gibt es viele Wesen, die einfach nur grasen und dem Spieler gegenüber alles andere als feindselig erscheinen, trotzdem kann ich sie angreifen und werde für einen „Sieg“ mit Erfahrungspunkten belohnt. Selbiges gilt für etliche andere Titel. In der Pokemon-Serie geht es vereinfacht gesagt darum, tierartige Wesen zu fangen und zu trainieren, um sie gegen andere Kreaturen kämpfen zu lassen. Menschen steigen nicht in den Ring. Zwar wird das Ganze mit bunten, lustig aussehenden Fantasiewesen und natürlich ohne Blut und Gedärme dargestellt, aber Gemeinsamkeiten mit Hahnenkämpfen im echten Leben lassen sich nicht bestreiten.

Spiele, in denen der Spieler eine realistische, emotionale Beziehung zu einem Tier oder Fabelwesen herstellen kann, sind selten. Pferde dürfen hin und wieder Fahrzeuge als Transportmittel ersetzen, sind aber normalerweise kaum mehr als „lebendige Autos“. Hunde stehen gelegentlich als Begleiter (FarCry 5, Skyrim oder Fallout 4) bereit, besitzen jedoch selten einen eigenen Kopf, wie es zum Beispiel Trico aus The Last Guardian tut. Analog zu den Reittieren sind sie wenig mehr als Werkzeuge, die wir zum Erreichen bestimmter Ziele einsetzen können. Werden Tiere, vor allem Hunde und Katzen dann doch einmal als mehr dargestellt, so werden sie gnadenlos verniedlicht, um jüngere Spieler und speziell Mädchen zu einem Kauf zu bewegen.

Ich möchte nicht den Moralapostel spielen. Ich habe nichts gegen Gewalt in Videospielen per se. Natur ist grausam. Leben und Tod sind unzertrennbar miteinander verbunden, aber es macht für mich einen Unterschied, ob ich einen virtuellen Menschen oder ein Tier ins Jenseits befördere, weil er/es nach meinem eigenen virtuellen Leben trachtet und ich mich verteidige, oder einfach nur, weil ich es kann beziehungsweise weil es das Spiel grundlos so vorgibt. Bereichert ein logischer, sinnvoller Zusammenhang nicht auch das Gameplay? Zumindest indirekt? Ich wünsche mir, dass Tiere realistischer dargestellt werden. Anders formuliert: Mir fehlt in AAA-Games häufig der Respekt vor der Natur.

Vielleicht störe ich mich an Nichtigkeiten. Es gibt genug Games, die auf sehr freundliche Art und Weise mit der Darstellung von Tieren umgehen. Und überhaupt: Es sind so oder so keine echten Tiere. Ich kann sehr wohl Spiele und reales Leben auseinander halten, aber verkommen Tiere nicht auch in der realen Welt mehr und mehr zu Nutzgegenständen? Oscar Wilde sagte „Life imitates Art“ – frei übersetzt: Das Leben imitiert die Kunst. Ist das so? Oder womöglich andersrum?

Wie seht ihr das?

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17 Kommentare:


Denios
vor 3 Monaten | 0
Interessanter Kommentar^^ Tatsächlich habe ich darüber auch schon häufig nachgedacht, denn ich bin zwar auch kein Vegetarier, aber an sich halte ich schon jedes Leben für lebenswert (ich schlage auch keine Fliegen tot). Jagen ist eines der letzten Dinge, die ich im echten Leben machen würde, ich könnte es erstens nicht übers Herz bringen, ein Tier zu ermorden, ich würde zweitens auch spätestens beim Ausweiden kotzen/umkippen. Vielleicht deswegen find ich das in Videospielen gar nicht so schlimm, denn irgendwie hat man als Mensch ja trotzdem noch so ein bisschen das Jäger-und-Sammler-Gen und so kann man das ausleben, ohne echte Tiere umbringen zu müssen und ohne das ganze Blut und die Gedärme. Ich liebe Monster Hunter, aber da wird ja selbst das Ausweiden extrem verharmlost^^ wäre das realistischer, könnte ich mit der Serie auch nix anfangen.
Dass Tiere generell aber viel zu sehr objektisiert werden, finde ich allerdings auch. Es muss ja nicht wirklich überall sein.

Matthew1990
vor 3 Monaten | 2
Interessanter Artikel. Ich habe echt versucht dagegen zu argumentieren, aber jedes Mal scheitere ich. Tiere sind in der Tat einfache Ressourcen: Das Fällen von Bäumen, Abbauen von Erze, Töten von Tieren...
Viele Spiele zwingen einem dies ja auf, egal ob es zur obligatorischen Hauptquest ist, man Erfolge für das Töten bekommt, Sidequests, Belohnungen, Aufwertung von Ressourcen, etc.

Aber Spiele wie Skyrim und BotW ist das Töten optional. In Xenoblade Chronicles 2 kann man friedliche Kreaturen angreifen, aber auch das ist oft freiwillig.
Wie wäre denn die Alternative? Sollen die zukünftigen Spiele komplett auf das Kämpfen gegen Tiere ausfallen? Wie kann man denn mehr als nur Ressourcen aus Tieren machen?

Man kann als Spieler doch selbst abwiegen: Muss man nun die harmlosen Tiere töten? Muss ich echt jedem in Sidequests den Gefallen tun? Ich stimme in der Tat immer zu, weil es am Ende nur einfache Daten sind. Würde mich jemand real fragen, ob ich für ihn 10 Hunde töten würde, würde ich ihm den Vogel zeigen.

Am Ende ist der Charakter in Videospielen doch nur grausam wie man ihn spielt.

Jerry
vor 3 Monaten | 0
Da hast du recht. Unabhängig davon, geht es mir aber weniger darum, dass Tiere getötet werden müssen, als darum, dass das Töten zunehmend verharmlost wird und nicht mehr kontextgebunden (d.h. sinnvoll) stattfindet. Ähnliches gilt m.M.n. übrigens auch für das Töten von Menschen in Videospielen. Früher wurden Spiele "zensiert", indem Menschen plötzlich grünes Blut bekamen und sich nach dem Ableben einfach in Luft auflösten. Aus einer USK-18-Wertung wurde dann schnell USK-16, obwohl die Tat an sich nur verharmlost wurde. Müsste es nicht genau andersherum sein? Wäre die Aktion mit zumindest ansatzweise realistischen Folgen nicht besser, als ganz ohne Folgen?
2null3
vor 3 Monaten | 0
Das kommt darauf an:
Wenn das Spiel einen Bildungsauftrag hat, kann es gar nicht realistisch und brutal genug sein. "Schindlers Liste" hätte als Film wohl nicht funktioniert, wenn die Nazis mit Konfetti-Kanonen geschossen hätten (ein etwas überspitztes Beispiel, zugegeben).
Bei Spielen, die aber wie die Mehrheit der Spiele einfach nur unterhalten sollen, muss man abwägen, ob man lieber eine größere Zahl potentieller Kunden oder ein größeres Maß an Realismus erreichen möchte, zumal der Tot in vielen Spielen nur ein Grund ist, um eine Figur aus der aktuellen Handlung zu entfernen, ohne ihr die Chance zu geben, sie wieder teilnehmen zu lassen.
Um das mit einem weiteren Beispiel zu garnieren: Würde Schach an Qualität gewinnen, wenn die Bauern das Feld blutend verlassen würden?

JeWe
vor 3 Monaten | 1
@2null3 "Um das mit einem weiteren Beispiel zu garnieren: Würde Schach an Qualität gewinnen, wenn die Bauern das Feld blutend verlassen würden? "
Qualität lässt sich steiten. Aber gib mir ein "magisches" Schach wie in Harry Potter, und ich würde einige Zeit wieder etwas mehr Schach spielen ^^


2null3
vor 3 Monaten | 1
Ein recht philosophischer Artikel bei dem es wohl keine eindeutige Meinung geben kann, weswegen ich meine einfach mal so hier stehen lasse:
Zuerst die unbequemste aller (für mich geltenden) Wahrheiten: In der heutigen Welt sind die meisten Tiere nichts anderes als Ressourcen. Klar, einige besondere lieben wir über alle Maßen und nehmen sie in unsere Familien auf, aber der Rest begegnet uns in Form von Kleidung, Taschen, Schuhen oder als Essen für uns oder (da wird's, wenn man länger drüber nachdenkt erst richtig bunt) als Futter für unsere Tiere.
Wie Denios esse auch ich gerne Fleisch, könnte aber selber kein Tier töten und wir flüchten uns beim Kauf und Verzehr von Fleisch in der Regel in Ausreden wie "Das wäre eh getötet worden" oder "Wenn ich es nicht kaufe, kauft es jemand anderes" oder "Es wurde ja auch nur zu diesem Zweck geboren". Meistens denken wir am liebsten aber gar nicht erst über das Thema nach und fahren damit auch ganz gut.
Spiele konfrontieren uns nun aber mit der Situation in der wir uns aus unterschiedlichen Gründen selber die Hände schmutzig machen müssen der dann unausweichlich der zwiespältige Akt der "Verwertung" des Kadavers folgt. Hier ist man dann hin und her gerissen: Zeigt man das Ausweiden in allen Details, zeugt man dem Tier und dem Ritual der Jagd einen gewissen urzeitlichen Respekt, muss sich dafür aber ein Maß an Blut und Gewalt antun, dass in Spielen (jetzt wird's auch wieder abgedreht) eigentlich dem Töten von Menschen vorbehalten ist. Reduziert man die Gewalt auf eine kleine Staubwolke aus der eine Hühnchenkeule auf den Boden fällt, ist das ganze jugendfrei und kaum verstörend, trivialisiert aber den gesamten Vorgang der Tötung, was wohl dann wieder zu Artikeln wie dem obigen führt.
PETA hat einmal zum Protest gegen die Mario Spiele aufgerufen, weil er in einigen Spielen einen Waschbär-Anzug trägt und damit das Tragen von Pelzen bewirbt (http://features.peta.org/mario-kills-tanooki/). So albern das klingt zeigt es doch nur wie fließend die Grenzen bei der Wahrnehmung sind.

Ich hätte noch viel mehr dazu zu sagen, aber mir gehen die Zeichen für den Kommentar aus.

prog4m3r
vor 3 Monaten | 3
Da fehlt mir irgendwie der Punkt, also ja du kritisierst, dass Tiere in Videospielen oft nur als Ressourcen dargestellt werden, aber wie könnte man es deiner Meinung nach besser machen?

Im Endeffekt sind in unserer Gesellschaft die meisten Tiere halt nichts anderes als (nachwachsende) Rohstoffe. Klar hat der ein oder andere eine emotionale Bindung zu seinem Haustier, aber für das Stück Fleisch auf meinem Teller habe ich ebenso viel Empathie wie für Menschen zu denen ich ebenso keine emotionale Bindung habe... also absolut kein. Dies dann auch noch auf unser Hobby Videospiele auszuweiten, schlägt schon fast in die Kerbe einer gewissen Tierschutzorganisation, welche sich schon mit makaberen Spielen gegen Super Mario Bros. und Pokémon platzierte.

Dahingehend, es fehlt in diesem Kommentar schlicht und ergreifend der für mich (als Spieler) interessante Teil: Wie würde es anders/besser gehen und das Spiel/Gameplay bereichern?

Jerry
vor 3 Monaten | 0
Dass die meisten Tiere nichts anderes als nachwachsende Rohstoffe sind, gilt - mit Abstrichen - nur für Nutztiere, d.h. Rinder, Schweine, Hühner, etc. Diese werden zu bestimmten Zwecken gezüchtet. Eichhörnchen, Eidechsen, Insekten und co existieren soweit mir bekannt noch immer in erster Linie als Wildtiere. Mein Nachbar hat noch keine Libellenfallen an seinem Teich aufgestellt, weil er ein Elixier gehen sein Rheuma brauen möchte.
"Wie würde es anders/besser gehen und das Spiel/Gameplay bereichern?" - Lass mich die Frage mit einer Frage beantworten: Wie bereichert das Töten von Insekten und Amphibien zur Herstellung von Tränken in Z:Brot das Gameplay (erst recht bei der bereits vorhandenen Fülle an Kräutern/Blumen)? Wieso reicht es in HZD nicht, realistische Ziele wie Rehe, Wildschweine und Gänse zu jagen? Wieso musste die Palette um Ratten, Eichhörnchen, etc erweitert werden? Wie oben schon geschrieben, geht es mir nicht um das Töten per se, sondern um einen sinnvollen, vernünftigen Kontext. ;-)
JeWe
vor 3 Monaten | 1
Hmm? Ratten, Kröten, Fliegen und anderes gelten schon lange als typische "Zutaten" für magische Tränke etc.
...und das nicht nur in Videospielen sondern doch in so ziemlich allen (Unterhaltungs-) Medien.
Ob man das nun wirklich braucht oder ob das Spiel dadurch sinnvoll bereichert wird ist da wohl eine persönliche Frage (ich persönlich brauche es nicht unbedingt, es kommt aber imho auch auf das Game an, da bei es bei Zelda schon häufiger Tränke, Hexen, Geister & Co. gab, sehe ich hier auch eine marginale Bereicherung darin...). Generell auf das Tränkebrauen bezogen gehören imho immer die typischen Zutaten dazu, ob man die nun kaufen muss oder selber sammelt tut da dann auch nicht mehr viel zu Sache...


Tobsen
vor 3 Monaten | 1
Richtig sauberer Kommentar.
Ein recht prominenter neuerer Vertreter eines Videospiels, in dem ein 'Tier' Kumpane und nicht bloß Rohstoff ist: The Last Guardian. Oder der Geheimtipp Tokyo Jungle für die PS3. Technisch eine Zumutung, aber eine super Idee. Davon ein remastered oder Teil 2, please.

JeWe
vor 3 Monaten | 0
Interessanter Kommentar, auch wenn ich im manchem Punkten nicht übereinstimme. Inwiefern sich das Töten von Tieren in Videospielen verschlimmert hat bzw. weshalb es früher weniger verharmlost worden sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Es wurde ja auch als Beispiel Pokémon genannt, wo sich das in diesem Punkt in den letzten Jahrzenten groß zum Schlechten gewandelt haben soll? Keine Ahnung. Mario, Zelda, Metroid, Moorhun, ein Großteil der (J)RPGs, Action Adventures, etc. pp. Überall hielten die Tiere/Monster doch überwiegend als Gegner, Ressource oder dergleichen her. Ansonsten war die Chance nicht gering, dass man eben Menschen abschlachtete. Dass man ein Tier/Monster/Mensch als richtigen Partner hatte und nicht (!) gleichzeitig gegen ähnliche Wesen kämpfte, ist mir jetzt eher weniger bekannt. Und jene Positivbeispiele fehlen mir auch im Artikel...

Also ich verstehe die Kritik, die der Artikel ausüben möchte und kann es auch nachvollziehen, dass man Tiere/Monster/Menschen nicht als "Sache" ansehen sollte und würdevoll zu behandeln hat. Aber wenn das dem Großteil schon im richtigen Leben - sofern er keine persönliche Bindung zu eben jenem hat - ähnlich stark tangiert wie ein umfallender Reissack am anderen Ende der Welt, sehe ich da die Chancen bzgl. Videospielen eher gering...

Ich habe aber auch drei Punkte im Artikel gefunden, die ich so unterstreichen möchte:
- Ein respektvoller Umgang ist eigentlich nie verkehrt, egal ob nun Mensch, ein anderes Lebewesen oder die Natur.
- Zufällige Drop-Items nerven beim Farmen.
- Der Unterschied zwischen reeller und virtueller Welt ist geringer, als manche zu glauben vermögen. Und die Grenzen verschwimmen mit fortschreitender Technik immer mehr. Ob ich nun einen von Angesicht zu Angesicht beleidige/mobbe, oder es in über einen Chat/Game stattfindet, beides ist scheiße und wird strafrechtlich verfolgt. Andersherum kann man sich über einen netten Kommentar oder einen hilfsbereiten Char in einem Game genauso freuen wie im wirklichen Leben.

Matthew1990
vor 3 Monaten | 1
Als Positivbeispiel wurde ja The Last Guardian genannt. Auch die "The Legend of Zelda"-Reihe.
Ich denke, komplett auf das Töten von Tieren kann man nicht verzichten, aber durch die Digitalisierung hat man so schon wenig Bezug auf die Charaktere im Spiel.
Man hat so viele RPGs, wo man emotionale Bindungen mit den Charakteren eingeht. Ich denke, etwas dergleichen in moralischer Hinsicht würde vollkommen ausreichen.
In manchen Spielen wir das töten ja unterstützt, z.B. in WoW gibt es diverse Erfolge dafür.
In Skyrim kann ich Waffenskills aufbessern, selbst wenn ich Tiere als Zielscheibe nehme.
Ich muss da gerade an "The Last of Us" denken, wo man auf die Giraffe trifft, die einem einen WoW-Effekt verleitet hat. Man brauchte sie nicht töten, man hatte da Gänsehaut, etc.
Ggf. Bindungen und Abenteuer mit diversen Geschöpfen beschreiten. Pferde in BotW und Skyrim werden meist liegen gelassen.
Die wichtigste Frage ist: Passt das dann zum Spiel, zur Welt oder gar zum Charakter?
In manchen Spielen hätte man es sicherlich einbauen können, z.B. Fall Out 4. Ich meine, wer "I am Legend" kennt, weiß, wie gut ein Tier in eine Story integriert werden kann. :)
JeWe
vor 3 Monaten | 1
"[...] und nicht (!) gleichzeitig gegen ähnliche Wesen kämpfte, ist mir jetzt eher weniger bekannt"
Das ist bei The Last Guardian ja meines Wissens auch der Fall gewesen. Ganz davon ab ist Last Guardian ja ein relativ neues Spiel und demnach eher ein Gegenbeispiel dafür, weshalb es früher besser gewesen sein soll. Dafür nämlich haben mir die Beispiele gefehlt. Dass es Ausnahmen gibt will ich ja gar nicht abstreiten, dass waren aber solche Spiele imho eben zu jeder Zeit gewesen, und nicht erst seit Neuerem...
Und auch bei der Zelda Reihe hat man vernab von den Hühnern schon immer gegen Monster (die ich ja extra nocht neben Tieren erwähne, aber im Zusammenhang mit Videospielen oft gleichsetzen würde) gekämpft. Zumindest sehe ich keinen größen Unterschied zu den Poket *Monster* oder den im Artikel angesprochenen "Fantasiewesen", wie Spinnen oder Fledermäuse beispielsweise ;)

Also ich stimme ja wie erwähnt zu, dass es mehr Games geben könnte, wo man eine bessere Bindung zu solchen Wesen aufbauen kann und sie nicht nur als Zielscheibe oder dergleichen herhalten müssen. Nichts desto trotz verwundert mich eben, weshalb es früher besser gewesen sein soll. Mal abgesehen von weniger detailreichen Grafiken, Sounds, Physiken, etc. versteht sich ^^

Jerry
vor 3 Monaten | 1
Die "Monster" in Zelda sind klassische Gegner. Sie können mir/meinem Charakter auf die ein oder andere Art und Weise Schaden zufügen. In Zelda:Brot ist es erstmals in der Zelda-Serie möglich, Tiere/Wesen zu töten, die absolut harmlos sind. Z.T. ist dies sogar nötig, um bestimmte Tränke, etc, herzustellen.
Abgesehen davon bin ich aber gar nicht der Meinung, dass sich die allgemeine Situation groß geändert hat. Da bin ich vollkommen bei dir. ;-) Ich denke allerdings, dass solche Feinheiten gerade in Open-World-Spielen seit der 360/PS3-Ära mehr auffallen als noch zu (S)NES, N64 oder Gamecubezeiten, als technische Defizite noch mehr Fantasie von den Spielern verlangte. Damals war ein Hase noch ein Pixelhaufen, oder ein kleines Wesen aus wenigen Polygonen, das nur aufgrund der langen Ohren als Hase erkennbar war. Heute ist es in Spielen wie HZD ein nahezu fotorealistisches, anatomisch perfekt umgesetztes Nagetier.

JeWe
vor 3 Monaten | 0
Gut, den Punkt bzgl. größerer Realismus in neueren Spielen kann ich dann verstehen.
Wenn du sonst keinen großen Unterschied zu früher siehts, habe ich das falsch verstanden. Dann bleibt als Diskussion aber imho immer noch:
- Inwiefern definiert man "harmlos?" - In dem Artikel wurde ja auch kritisiert, dass die Tiere in Videospielen als böser Gegner, als Zielscheibe oder ähnlichem herhalten müssen oder auch nur aus Spaß angegriffen werden (die Hühner aus Zelda wären bei mir zumindest ein Beispiel, aber in vielen anderen Serien kann man auch einfach den "Tieren" ausweichen, eine direkte (!) Gefahr stellen sie nicht immer dar, manchmal sogar gar keine und sie füllen die Umgebung ähnlich wie NPC nur mit "Leben").
- Inwiefern ist das in der Realität anders? Auch (oder gerade?) hier - und imho egal ob früher oder heute - werden Tiere entweder als Ressourcen grausam gehalten, oder einfach nur aus Spaß getötet. Dann doch lieber in Videospielen. Dort sind sie - zumindest noch Stand heute - per Definition keine Lebewesen und haben weder ein Leben noch Gefühle, die man verletzen könnte.
- Wie sähe die Lösung aus? Mehr Videospiele mit "tierischen" Begleitern, die auch dementsprechend handeln/behandelt werden können? Gerne! Eine breit gefächerte Auswahl hat selten geschadet ^^ ...Nur ändert das aber eben nichts an den Games, wo die "Tiere" nicht als solche eingebaut sind. Und auf solche verzichten möchte ich nicht bzw. sehe ich in diesem Aspekt auch nur höchstens ein eher untergeordnetes Problem...


kraid
vor 3 Monaten | 0
Warum muss ich beim lesen dieses Artikels plötzlich daran denken ob man BotW auch "vegan" durchspielen kann?

Keine Tiere töten, nur Pflanzen, Pilze, Früchte und Monster zu Tränken verarbeiten, Kleidung ggf. nicht aufrüsten wenn Tierische Bestandteile benötigt werden usw.
Getötet werden nur die Gegner, also natürlich die angriffslustigen Monster, aber auch Fledermäuse oder Oktoroks, wenn diese angreifen.

Hirsche oder Wildschweine können unter Umständen auch attakieren, jedoch sollte man sie auch in dem Fall verschonen.
Bei Wölfen bin ich mir jetzt nicht ganz sicher ob sich die Rudel auch auf andere weise vom Angriff abhalten lassen, als einen zu erlegen.
(evtl. mit nem Stück Fleisch, aber woher nehmen wenn man keine Tiere erlegen darf?)

Ken_Sugisaki
vor 3 Monaten | 0
Also das Töten von Tieren "nur" für Lebensmittel oder Kleidung ist denke ich mehr als normal. Ich mein jeder Elefant wäre froh, wenn der nicht nur zum Elfenbein crafting gejagt werden würde. Selbst in einer post apokalyptischen Welt. Was wäre das für ein Spiel wo ich wie in einem Slum nach nem alten polyester T-Shirt mit nem lustigen Spruch suche. Wäre zwar womöglich realistischer, aber das vermittelt mal so gar nicht ein passendes Feeling.

Dass Tiere hingegen eig nie einen eigenen Charakter haben, ist für mich ein eher nachvollziehbarer Kritikpunkt. Nur frag ich mich: wozu? Bei den meisten Spielen ist man ja froh, wenn es einen Menschen mit nem brauchbaren Charakter gibt. Bei ner Töle oder so käme dann im besten Fall nur (kitschiger) Müll bei rum, weil ein Entwickler seinen kläffer da verewigen will. - Ne da sind mir die Tiere wie sie jetzt sind ganz recht.