#Herzhaft: Dark Souls

Von Michael Prammer am 12. Januar 2018

Die vergangene Nintendo Direct Mini hat mir vor allem wegen einer Ankündigung richtig viel Freude bereitet: Dark Souls: Remastered.

Darks Souls gehört zu meinen absoluten Lieblingsspielen und das bockschwere Abenteuer jetzt auf Nintendo Switch noch einmal neu erleben zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes für mich. Doch woher kommt die Faszination der Souls-Reihe eigentlich? Und warum ist Dark Souls für mich noch eine Spur besser als das ohnehin schon geniale Demon's Souls?

Vom Überraschungshit zum eigenen Sub-Genre

From Software hat im Jahr 2009 mit Demon's Souls einen echten Überraschungshit abgeliefert, der für viele Rollenspiel-Fans locker zu den besten Genre-Vertretern auf der PlayStation 3 zählt. Das Spiel ist knüppelhart, unbarmherzig und verzeiht keine Fehler. Beginnend in der Hubworld Nexus macht ihr euch auf den Weg, um euch einer ganzen Horde von Dämonen zu stellen und zum Ende jedes Areals einen großen Endboss zu legen. Unbedachtes kämpfen ist dabei absolut fehl am Platz. Wer nicht bei jedem Schlagabtausch ordentlich in Deckung geht, ausweicht und zum schnellen Gegenangriff ausholt, sieht kein Land und scheitert bereits an den einfachsten Gegnern.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Das Leveln eures Charakters muss wohl überlegt sein. Besiegte Feinde werfen Seelen ab, mit dessen Hilfe ihr eure Charakterentwicklung vorantreibt. Der größte Feind im Spiel ist dabei meist die eigene Gier und Unvorsichtigkeit. Beides wird bitter bestraft, denn ihr verliert beim eigenen Tod alle gesammelten Seelen. Doch ansich noch kein Grund zur Sorge. Denn wenn ihr euch vom letzten Speicherpunkt aus zum Platz des Ablebens durchkämpft und die verlorenen Seelen wieder aufsammelt, ist alles gut. Doch auch auf dem Weg dahin könnt ihr sterben und dann war wirklich alles umsonst. Genau diese Spielmechanik hat Demon's Souls zu einem neuen und eigenen Sub-Genre gemacht.

Seitdem spricht fast jeder Rollenspiel-Fan von der „Souls-Reihe“ und man verbindet den Namen bis heute mit bockschweren Rollenspielen. Dark Souls ist dabei der direkte Nachfolger von Demon's Souls und machte trotz desselben Spielprinzips einiges anders - für mich persönlich deutlich besser. Der Nexus ist einer offenen Welt gewichen, von der aus der Spieler prinzipiell jederzeit jeden Winkel betreten kann. Wenn man es denn schafft. Große Feinde sorgen nämlich dafür, dass ihr in den meisten Fällen zunächst nur dorthin geht, wo euch das Spiel zu einem bestimmten Zeitpunkt auch haben will. Neue Seelen werden in Dark Souls nicht mehr im Nexus verarbeitet, sondern an Lagerfeuern. Das eigentliche Ziel ist es fortan also, von Lagerfeuer zu Lagerfeuer zu kommen und auf dem Weg dorthin möglichst viele Seelen zu sammeln - und nicht zu sterben. Große Bosse und auf den ersten Blick schier unüberwindbare Feinde sind ebenfalls wieder an der Tagesordnung. Doch obwohl das Spiel weiterhin sehr schwer ist, wirkt es doch zugänglicher und eingängiger als Demon's Souls.

Der Tod lauert an jeder Ecke

Wem Dark Souls zu schwer ist, der kann sich über ein bestimmtes Prinzip auch Hilfe suchen. Dieses Hilfe-System wurde bereits bei Demon's Souls eingeführt und ist auch heute noch Bestandteil der Serie. Spieler können (eine Internetverbindung vorausgesetzt) eine Botschaft auf dem Boden hinterlassen und andere Spieler können sich so ins Spiel mit einbringen und beispielsweise bei großen Bossen unterstützende Hilfe leisten. Online-Features dürfen dabei nur menschliche Spieler leisten; ein weiteres Merkmal der Souls-Reihe. Denn wer stirbt, ist zunächst nur als eine Art Hülle unterwegs und muss erst wieder Menschenform annehmen.

Technisch gesehen war Dark Souls damals kein Meilenstein, sondern abseits mancher Gebiete (z.B. die Burgen) höchstens solide. Es war und ist noch heute vor allem die beklemmende Atmosphäre, die das Spielgeschehen prägt. Eine echte, klassische Geschichte gibt es in Dark Souls ebenfalls nicht. Vielmehr gibt es einzelne Handlungstränge, die ihr stückchenweise dank der NPC's im Spiel vermittelt bekommt. Das alles reichte dennoch aus, um ein absolut unvergessliches Rollenspielerlebnis zu kreieren.

Die Kombination aus dem überall lauernden Tod, der ständigen Angst, versagen zu können und alle Seelen zu verlieren, machen jedoch den größten Reiz der Serie aus. Dark Souls führt das Spielprinzip von Demon's Soul konsequent fort und machte es durch sinnvolle Verbesserungen sogar noch eine Spur besser. Die offene Spielwelt und die Gefahr Bereiche zu betreten, die für den Spieler eigentlich noch nicht bestimmt sind, bringen einen Schuss "Extragefahr" und einen zusätzlichen Reiz in die Serie. Die überwältigenden Bosse und das unbeschreibliche Gefühl des Sieges, wenn man diese nach unzähligen Versuchen endlich gelegt hat, sind einfach die schönsten, die ich in einem Videospiel bisher je erlebt habe. Mit Dark Souls: Remastered für Nintendo Switch diese Freude jetzt sogar unterwegs jederzeit erleben zu können ist absolut fantastisch.

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3 Kommentare:


Tobsen
vor 1 Woche | 0
Ja, das ist ne richtig coole Ankündigung gewesen! Ich werde Dark Souls auch noch mal einen Besuch abstatten - das wird episch!

Tatze
vor 6 Tagen | 0
Hab nie verstanden wo das Spiel nun diesen Ruf her hat besonders schwer zu sein. Einzig die beiden Gargoyles waren ne kleine Hürde, weil man noch nicht so recht im Spiel drin war. Insgesamt ein großartiges Spiel trotz einiger Kritikpunkte (Einige Bosse freeloot - wie z.B. der Endboss)

TraxDave
vor 3 Tagen | 0
Was mir absolut nicht gefällt, hat eigentlich nichts mit dem Spiel an sich, sondern mit dem ganzen Getue rundherum und dem Quasi-Genre der Souls-likes zu tun.
Nun werden schon teilweise andere nahmhafte Spiele im Nachhinein als Souls-like eingeordnet, oder neue Games, die über ein stinknormales Kampfsystem verfügen im Vorhinein als Souls-Abklatsch betitelt.
Dass Souls für jedermann die schwersten Spiele schlechthin sind, verstehe ich persönlich ebenso nicht. Ninja Gaiden oder dessen geistiger Nachfolger Nioh würde ich auf jeden Fall schwerer einstufen. Dark Souls ist nämlich zu lernen (ähnlich wie Monster Hunter) und mit Geduld zu meistern. Andere genannte lassen sich nicht so leicht „austricksen“.