Test: DOOM

Nutzer-Story von Matthew1990 am 21. November 2017

Konsole: Nintendo Switch

Release: 10.11.2017

Abschlussdatum: 21.11.2017

Spielzeit: ca. 30 Stunden


Spieleinhalt

Ich habe die Hauptkampagne durchgespielt und sämtliche Secrets, Collectables und Classic Maps gefunden. Dazu habe ich auch jede Mission-, Waffen- und Runen-Challenge abgeschlossen und meine komplette Waffen und Rüstung auf das Maximum aufgewertet.


Spieleranzahl

Die Kampagne lässt sich nur alleine durchspielen.
Im Online-Modus kann man mit bis zu 12 Spielern in verschiedenen Modi antreten.


Story

Ihr wacht auf und findet euch auf einen seltsamen Altar wieder. Während der erste Besessene an euer Fleisch will, reißt ihr euch von euren Ketten los, schnappt euch den Kopf der Kreatur und zerschmettert ihn an den Altar. Ihr werft euch runter auf den Boden, schnappt euch die nahe liegende Pistole und ballert euch den Weg durch eine Basis frei. Ihr findet eure DOOM-Rüstung, bewaffnet euch mit einer Schrotflinte, fahrt den Aufzug hoch... und befindet euch mitten auf einer Mars-Station, die von Dämonen heimgesucht wird.

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Review

DOOM steht im genauen Gegensatz zu Splatoon 2: Während Splatoon einen geilen Online-Modus mit Single-Player-Kampagne hat, hat DOOM eine geile Single-Player-Kampagne mit Online-Modus.

Der erste Eindruck des Spiel war nicht gerade positiv: Zu erst lädt man 9GB herunter, die obligatorisch für das Spiel sind. Dann folgt eine längere Wartezeit, weil das Spiel eine unüberspringbare Screenfogle von ihren Entwicklern hat: Erst Bethesda, dann id Software, Warnhinweise für JoyCons, noch mehr Warnhinweise.
Nachdem man dann eine Weile abgewartet, wird man auch in ein liebloses Menü geworfen, statt ein Titelbildschirm. Selbiges verwendete ich daher für den Test.

Wenn die Kampagne startet wendet sich doch das Blatt und das Spiel präsentiert euch in den ersten paar Minuten genau das, was euch das Spiel bieten will: Pure Gewalt... und was dann folgt ist auch stumpfe Gewalt..., aber das ist schon irgendwie geil!

Die Story ist recht simple gehalten: Ihr seid auf den Mars und erfahrt, dass die Dämonen befreit wurden, da Menschen der Religion sich den Dämonen anschließen wollte. Nun sollt ihr die Dämonen aufhalten. Die Story ist völlig nebensächlich und rechtfertigt die jeweiligen Missionen. Der Protagonist ist jedoch kein Held, wie sonst auch, sondern verfolgt einfach sein eigenes Ziel: Alle Dämonen töten. So ignoriert er Kontaktaufnahmen oder wiedersetzt sich Anweisungen der Kontaktperson.

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Das primäre Spielziel besteht darin die jeweiligen Aufgaben der Mission zu erfüllen und zur nächsten Mission zu gelangen. Jede Mission ist in sich abgeschlossen und lässt sich im Menü jederzeit wieder aufrufen. Fast jede Mission besitzt Secrets in Form von Upgrades für Waffen, tote Eltiesoldaten für Rüstugnsupgrades, Hebel für Classic Maps und kleine DOOM-Guy-Figuren, um Modelle freizuspielen.

Dazu besitzt fast jede Mission bis zu drei Challanges, z.B. bestimmte Gegner mit einem bestimmten Glory-Kill töten, Multikills mit bestimmte Waffen absolvieren oder eine bestimmte Anzahl an Kills mit temporären Power-Ups, wie 4-fach-Schaden, zu erlangen.

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Das Spielprinzip ist auch recht einfach: Hauptsächlich läuft man durch die Mission und ballert sich durch Horden von Dämonen in einem extrem blutigen Szenario. Ihr bekommt im Verlauf des Spiels ein großes Waffenarsenal und trifft auf viele verschiedene Dämonen, die ihr gerne den Kopf weg pusten wollt.

Wenn dies euch nicht reicht, könnt ihr das Hauptspiel auch im Arcade-Modus spielen, wo ihr für Punkte die Gegner zerfetzt und euren Highscore online teilen könnt.

Doch ihr könnt nicht nur eure Feinde unter Beschuss nehmen. Ihr könnt mit einer handlichen Kettensäge mit genug Munition einfach zersägen oder betäubte Gegner mit einem Glory-Kill via Nahkampfangriff in Stücke reißen. Ihr reißt dem Gegner einen Arm aus, schließt ihm die Kehle mit seinem eigenen Zahn auf oder ihr zerreißt seinen Kiefer, doch nicht nur visuelle Gewalt habt ihr davon: Ihr profitiert durch Munition und Heilung, wodurch die Glory-Kills ein großer Bestandteil des Spiels werden.

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Im Verlauf einer Mission könnt ihr einen Hebel finden, der euch eine Passage zu einem Raum führt, der in klassischer Grafik gehalten wird. Wenn ihr einen solchen Raum entdeckt, schaltet ihr dazu eine Mission frei, wo ihr auf genau dieser klassischen Karte spielen könnt. Abgesehen von Gegner und eurer Waffe ist alles in einer klassischen DOOM-Grafik vorzufinden.

Solche kleinen Fanservices sind gerade für Fans der Reihe ein schönes Feature.
Nebenbei: In einer Mission findet man sogar ein kleines Minispiel am PC, wo man Reihen von Dämonen im Candy Crash-Style zerstören und Higscores aufstellen kann.

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Obwohl das Spiel primär stumpf darauf ausgelegt ist, einfach alles zu töten, was einem in den Weg kommt, bietet das Spiel dennoch genug Tiefe, um das Gemetzel erst richtig in Fahrt zu bringen. So kann man bei toten Elitesoldaten Upgrades für die Rüstung finden, wodurch man schneller die Waffen wechselt oder Schaden durch Explosionsfässern reduziert. Man findet Sphären, die einem die Energie, Schilde oder Rüstung erhöhen. Man bekommt durch alles mögliche Waffenpunkt, z.B. durch eine bestimmte Anzahl an getöteter Dämonen, Abschließen von Missionschallanges oder das Finden von Secrets, womit man Upgrades der Waffenmodi ausbauen kann. Jede Waffe hat ein bis zwei verschiedene Modi, z.B. hat das Sturmgewehr eine Sniper-Funktion oder man baut Miniraketen dran, die man jederzeit wechseln kann. Wenn ein Modus voll aufgewertet ist, kann man eine Waffenchallenge abschließen, wodurch man die Waffe noch weiter verbessert, z.B. muss man die Miniraketen nicht mehr nachladen.
Auch finden sich Runenprüfungen in vielen Missionen, die meist darin bestehen eine bestimmte Anzahl an Gegner zu töten unter bestimmten Einschränkungen, z.B. sehr wenig Leben oder man kann sich nur nach einem Kill 3 Sek. bewegen. Danach bekommt man eine Rune mit einem bestimmten Effekt, wie längere Benommenheit der Dämonen. Auch für Runen gibt es Challanges, damit diese noch besser werden.
Das Spiel bietet damit genug Tiefe, um seinen Charakter aufzubauen und stärker zu werden.


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Neben der Einzelspieler-Kampagne und dem Arcade-Modus gibt es noch den Online-Modus. Dort spielt man mit bis zu 11 anderen Spielern in verschiedenen Modi. Man kann sich dort ebenfalls einen Avatar erstellt mit verschiedenen Designs, Moves und Waffensets, die man alle über Levelaufstiege und Erfolge freischalten kann.

Der Online-Modus ist eigentlich aus vielen anderen Spielen bekannt: Deathmatch, Team-Deathmatch, Capture the Flag, Herrschaft, etc. und ist meist auch recht simple gehalten. Man läuft auf Gegner zu, versucht sie auszuschalten und hofft, dass man selbst nicht stirbt. Nicht ansatzweise so komplex wie Splatoon, aber da solche Online-Shooter selten auf der Nintendo-Konsole vorzufinden sind, eine nette Alternative.

Leider finde ich es schade, dass sich manche Erfolge (und dadurch die resultierende Belohnung) ab einem bestimmten Prestige-Level freischaltbar sind, z.B. kann man erst Kopfschüsse sammeln, wenn man weit genug gelevelt hat.

Dafür bietet der Online-Modus oft ziemlich coole DOOM-Features, z.B. kann man sich in einen riesigen Dämon verwandeln oder man schnappt sich die klassischen PowerUp, um mehr Schaden zu verursachen, oder findet die BFG und ballert das gegnerische Team weg.


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Trotz des ganzen Spielspaßes bremst DOOM leider enorm im Bezug der Technik. Neben Einbrüche der Framrate und den 9GB Download, die das Spiel erfordert, findet man zu viele Bugs im Spiel.
Entweder fällt man durch den Boden und stirbt einfach oder ein Gegner verschwindet im Boden bzw. in der Wand. Öfters verschwand der Spielsound. Am meisten hat es mich geärgert, dass ich trotz das Einsammeln aller Upgrades nicht den zweiten Waffenmodus des Plasmagewehrs erhalten habe. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich zu früh ins Menü ging, da ich den Modus direkt aufrüsten wollte oder das Upgrade erst nach dem Durchspielen der Hauptstory erhalten habe.

Dazu besitzt DOOM auch leider kein Motion-Control, was mir persönlich gerade durch Splatoon sehr gefehlt hat. Es wäre angenehmer gewesen, wenn man über Motion Control präziser hätte zielen können.


Pro-Contra-Kurzfassung

+ vielseitiger Online-Mehrspieler
+ ingame Challenges z.B. Runen, waffen-Upgrades, Sidequests
+ Arcade-Modus
+ viele Secrets


- Buggs
- 9GB Download zum Spielen
- kein Motion Control beim Zielen



Wertung:

8 / 10

Matthew1990 meint:

"DOOM ist ein brutales und blutiges Abenteuer, das viel Spaß mit Gewalt bringt, jedoch nicht ganz sauber programmiert wurde."
Spielerlebnis: Herausragend
Umfang: Sehr gut
Technik: Durchschnittlich

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4 Kommentare:


Tatze
vor 2 Wochen | 1
Danke für deinen Test (Der leider ein wenig untergeht).
Ich finde das Spiel zu großen Teilen eher unschön. Als jemand der Motionblur absolut hasst, frage ich mich, ob vielleicht mehr möglich gewesen wäre, wenn es eben dieses nicht gegeben hätte. Frisst ja nunmal ordentlich Ressourcen.

Matthew1990
vor 2 Wochen | 1
Danke für dein Feedback. :)
Mir ist das gar nicht so aufgefallen mit dem Blur-Effekt, aber das liegt wohl daran, dass ich mich damit nicht ganz so auskenne. Hatte erst im NplusX-Test zum ersten mal davon gehört und mich darüber informiert.
Ja, da wäre dann bestimmt einiges mehr möglich gewesen. :)

2null3
vor 2 Wochen | 0
Guter Test. Deckt sich mit meinen Erfahrungen, nachdem ich das Spiel letzte Woche durchgespielt habe.
Zum Thema "Motion Blur": Du kannst es in den Optionen reduzieren und auch komplett abschalten, genauso wie den "chromatic aberration" Filter. Beide Effekte machen das Spiel noch ein wenig unschärfer als es eh schon ist und nachdem ich beides ausgeschaltet hatte, lief alles super und sah sogar ein wenig besser aus.
Motion Control habe ich auch vermisst, aber einfach durch den Einsatz von Waffen kompensiert, mit denen man nicht genau zielen muss, also mit Schrotflinten und Raketenwerfern.
Das wirklich schlimme an dem Spiel sind die Bugs. Audiofehler hat man in so ziemlich jedem Level einmal, auch wenn es meistens nur ein sehr lauter Ton ist, der 2 Sekunden lang abgespielt wird, bevor alles wieder normal ist, aber auch das Ausbleiben von Soundeffekten durfte ich 2 oder 3 mal erleben (erfordert den Neustart des Spiels) und einmal sogar einen Fehler bei dem ich in keinem Menü mehr navigieren konnte (erfordert den Neustart der kompletten Konsole).
Letztlich sind 8 von 10 Punkten gerechtfertigt, wenn die Probleme irgendwann einmal behoben werden. Dann hat man nämlich einen spaßigen Shooter und ich freue mich jetzt schon auf das Wolfenstein Spiel.
So, mit den aktuellen Fehlern, würde ich 7/10 Punkten geben.

Matthew1990
vor 2 Wochen | 0
Danke schön. :)
Wenn man die Effekte auch ausschalten kann, ist es ja zumindest in der Hinsicht praktisch und flexibel.
Bei mir half oft ein Neustart vom letzten Checkpoint. Vielleicht hilft es dabei auch. Ansonsten ist es echt ärgerlich, die Software neuzustarten. Vor allem, weil das Intro immer so lange dauert.
Ich hoffe echt, dass da Bugfixes kommen, leider bezweifle ich es vorerst. :/