Test: Steamworld Dig 2

Nutzer-Story von Etzloets am 13. November 2017

Im Jahr 2013 erschien mit Steamworld Dig ein Spiel, das viele Fans für sich gewinnen konnte. Trotzdem hatte der Titel einige Schwächen, die ihm das Prädikat Toptitel verwehrten. Der Nachfolger möchte die Kritikpunkte ausmerzen. Ob das Vorhaben geglückt ist, verrät euch dieser Test.

Wie früher im Sandkasten

Als Spieler steuert ihr dieses mal Dorothy, die im ersten Teil lediglich als Nebendarstellerin auftauchte. Sie macht sich auf die Suche nach Rusty, dem Helden des Vorgängers. Dieser ist verschwunden und um ihn zu finden gräbt Dorothy sich immer tiefer in die Erde. Hieraus besteht auch das Spielprinzip von Steamworld Dig 2. Mit der Spitzhacke bewaffnet geht es dem Untergrund an den Kragen. Viele abwechslungsreiche Spielmechaniken solltet ihr also nicht erwarten.

y1QsBSWD1.jpg

Aber keine Angst, aufgelockert wird das Gameplay trotzdem. So lauern unter der Erde nicht nur Edelsteine, die ihr sammeln und für Geld verkaufen solltet, sondern auch angriffslustige Gegner. Von Käfern über verrückte Kultisten wird dem Spieler einiges geboten. Auch Bossgegner tauchen im Verlauf der Handlung auf. Hiervon hätte es aber ruhig ein paar mehr geben können. Alle Feinde folgen klaren Angriffsmustern, weshalb das eigene Vorgehen angepasst werden sollte. Blindlinks mit der Hacke drauf los stürmen wird oftmals im virtuellen Tod enden. Und das bedeutet, dass ihr einen Teil der gesammelten Mineralien verliert und wieder in der Stadt landet.

Reichtümer ohne Ende

Um an alle Edelsteine und Geheimnisse zu gelangen, müsst ihr unter der Erde mit Bedacht vorgehen. Ihr müsst aber nicht nur auf die Gegner achten, auch andere Gefahren lauern im Erdreich. So fallen euch etwa schwere Steine auf den Kopf, wenn ihr unvorsichtig seid. Klug eingesetzt könnt ihr die Umgebung auch zu eurem Vorteil einsetzen, um zum Beispiel Feinde aus dem Weg zu räumen.

rQAc6SWD2.jpg

Um an die zunehmende Gefahr im Verlauf des Abenteuers gewappnet zu sein, könnt ihr eure Ausrüstung in der Stadt aufrüsten. Hierfür werden Geld und Zahnrädchen benutzt, die ihr gut versteckt in der Spielwelt findet. Die Augen offen zu halten zahlt sich also aus. Dazu gibt es ein Levelsystem. Dorothy erhält für besiegte Gegner Erfahrungspunkte, die es euch ermöglichen, neue Upgrades freizuschalten.

Auch die Ausrüstung erweitert sich im Laufe der Zeit. Anfangs nur mit der Spitzhacke bewaffnet, findet ihr später neue Waffen, wie Granaten, und hilfreiche Items, durch die es sich leichter durch die Schächte manövrieren lässt, zum Beispiel ein Seil. Durch die neuen Gegenstände lohnt es sich auch in bereits besuchte Bereiche zurückzukehren, da sich neue Geheimnisse aufdecken lassen.

Was man im Erdreich nicht alles findet

Hilfreich ist hierbei das Schnellreisesystem. Immer wieder schaltet ihr Zugangspunkte frei, durch die ihr schnell in die Stadt und in bereits besuchte Bereiche reisen könnt. Lange Laufwege werden dadurch umgangen. Die Stadt werdet ihr vor allem am Anfang öfter besuchen müssen, da dort euer Öl für die Lampe wieder aufgefüllt wird. Im Dunkeln gräbt es sich nämlich nicht so leicht.

qhC6FSWD3.jpg

Für zusätzliche Abwechslung sorgen Höhlen, die Mini-Dungeons darstellen. Mal weicht ihr fallen aus, mal müsst ihr Schalterrätsel lösen. Harte Kopfnüsse sind zwar nur selten dabei, trotzdem lockern diese Bereiche das Spielgeschehen angenehm auf. Das Gesamtgefüge aus Graben, Aufrüsten, Kämpfen, Aufleveln und Rätseln erzeugt eine Suchtspirale, der man sich nur schwer entziehen kann, auch wenn die Story nie über den Durchschnitt hinaus kommt. 

Auf der technischen Seite macht Steamworld Dig 2 vieles richtig. Die Schauplätze sind abwechslungsreicher als im Vorgänger, die Animationen sind charmant und das Spielgeschehen läuft immer flüssig. Es gibt darüber hinaus liebevoll gestaltete Charaktere. Einzig die Oberfläche der Spielwelt hätte etwas mehr Abwechslung vertragen können.

E5O4jSWD4.jpg

Fazit:

Steamworld Dig habe ich einst durch das Plus-Programm auf der Playstation 4 kennengelernt. Das Spielprinzip hat bei mir für einige spaßige Spielstunden gesorgt. Leider war das Spiel zu einfach und auch zu kurz. Teil 2 dreht nun an den richtigen Schrauben. Um die Story zu beenden könnt ihr 6 bis 7 Stunden einplanen. Wer alles finden möchte, kann mit circa 12 Stunden rechnen. Und viele Geheimnisse sind so gut versteckt, dass ihr intensiv suchen müsst. Auch die Rollenspiel-Elemente wurden gut in das vorhandene Konzept eingefügt. Dazu kommen Passagen, die Geschick am Controller erfordern. Insgesamt wurde ein Gesamtwerk erschaffen, das sich meiner Meinung nach mit dem Prädikat Toptitel schmücken darf.

Wertung:

8,5

Etzloets meint:

"Eine Perle des eShops, die nicht untergehen sollte"
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Gut
Technik: Sehr gut

Schreibe einen Kommentar: