Test: Horizon Zero Dawn: The Frozen Wilds

Von Jeremiah David am 06. November 2017

Die Maschinenjagd geht weiter.

Acht Monate sind vergangen, seitdem Spieler erstmals mit der rothaarigen Nora-Kriegerin Aloy im post-post-postapokalyptischen Amerika riesige Roboterdinosaurier jagen durften. Die Welt von Horizon Zero Dawn, Guerilla Games' erste neue IP nach Killzone, konnte viele Gamer in ihren Bann ziehen. Auch NplusX zeigte sich beeindruckt: Unser Redakteur Lars vergab eine mehr als respektable Gesamtwertung von 9.0 (Zum Test).

Jetzt geht die Robo-Dino-Action in die zweite Runde, denn mit „The Frozen Wilds“ veröffentlicht Sony eine Story-Erweiterung für das Hauptspiel. Kann der DLC ein sehr gutes Spiel noch besser machen?

Viel Schnee mit bunten Flecken

Nach der Installation des fast 10GB großen DLCs öffnet sich ein steiniger Gebirgspfad zu einem neuen Gebiet im Nordosten der Karte. Das eisige, tief verschneite Land wird vom Nomadenstamm der Banuk bewohnt, die namentlich schon vorher Erwähnung fanden, ansonsten jedoch kaum in Erscheinung traten. Die Region entspricht in etwa einem Viertel der bis dahin verfügbaren Karte und ist damit, rein von der Größe her, durchaus imposant.

Optisch ähnelt das Gebiet sehr den verschneiten Gegenden des Hauptspiels. Vielleicht zu sehr. Im normalen Tageslicht sind Hellblau, Weiß und Grau die dominierenden Farben, die Banuk bringen jedoch zumindest ein klein wenig Abwechslung in die kalte Einöde. Mit Hilfe von Schwefelbädern, wie man sie z.B. aus dem Yellowstone Nationalpark in den USA kennt, färben die Banuk ihre Kleidung knallbunt und bemalen Felsformationen mit verschiedenen Mustern und Ornamenten. Außerdem verwenden sie blau leuchtende Kristalle, die vor allem nachts, am besten in Kombination mit grün-blauen Polarlichtern am Firmament, absolut faszinierend aussehen.

Nach Betreten des neuen Gebiets kommen wir mit Aloy in einem Zeltlager an und beobachten zunächst eine Zeremonie zum Gedenken an einige verstorbene Banuk-Krieger. Während die Männer einen bizarren Totentanz aufführen, steigen weit in der Ferne dicke, bedrohlich wirkende Rauchschwaden in den blutrot gefärbten Abendhimmel. Ein Fremder berichtet uns von einem mysteriösen „Deamon“, der die Maschinen mit Hilfe verschiedener Kontrolltürme gegen die Banuk aufhetzt und damit indirekt für den Tod der Krieger verantwortlich ist. Als hilfsbereite, abenteuerlustige Entdeckerin machen wir uns natürlich sofort auf, um herauszufinden, was es mit diesem Deamon auf sich hat.

Altbekanntes in neuem Gewand

Neben der Hauptgeschichte gibt es noch eine Vielzahl an Side-Quests, die Aloy durch Schnee und Eis führen. In einem verlassenen, halb zerfallenen Wasserkraftwerk helfen wir einem Fremden, alle Schleusen zu schließen, um ein überflutetes Tal wieder freizulegen. Anderswo suchen wir nach vermissten Jägern oder metzeln uns durch ein Banditenlager. Die eisigen Temperaturen und die dicken Schneeflocken, die uns häufig um die Ohren fliegen, sorgen dafür, dass Aufgaben, die auch schon im Hauptspiel vorkamen, noch einmal frisch wirken. So können wir beispielsweise wieder einen Langhals besteigen, um die umliegende Umgebung auszukundschaften, dieser steckt allerdings zunächst hoffnungslos im Eis fest und muss erst befreit werden.

Die verschiedenen Quests in The Frozen Wilds bieten zusammen etwa zehn Stunden Unterhaltung mit einigen neuen und noch viel mehr bekannten Elementen. Wer zusätzlich jeder Sammelaufgabe nachgehen möchte, kann diese Zeit gut strecken.

The Frozen Wilds erweitert das Hauptspiel darüber hinaus um einige neue Outfits, Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände. Zudem lassen sich im kalten Norden nicht nur neue Maschinengegner finden (darunter die an einen riesigen Gorilla erinnernde Frost- bzw. Feuerklaue), auch zusätzliche Wildtiere wie Eichhörnchen, Bergziegen oder Dachse tummeln sich im Tiefschnee.

Im Menü treffen wir ebenso auf Neuerungen. Der Skill-Tree verfügt jetzt über eine vierte Spalte mit der Überschrift „Traveller“. Hier kann Aloy acht neue, mehr oder weniger nützliche Fähigkeiten erlernen, wie z.B. die Möglichkeit ein beschädigtes Roboter-Reittier zu reparieren. Leider sind die meisten dieser Fertigkeiten zwar nett, aber vollkommen unnötig. Auf das altbewährte Gameplay haben sie in der Regel so gut wie keinen Einfluss. Ebenfalls unnötig, aber saulustig: Im Foto-Modus kann Aloy neuerdings Schneeengel machen.

Fazit:

The Frozen Wilds‘ eisige Landschaft könnte an manchen Stellen etwas abwechslungsreicher sein und die neue Geschichte erreicht nie ganz die erzählerischen Höhen des Hauptspiels, aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau. Horizon Zero Dawn war und ist ein hervorragendes Spiel und mit dem DLC bekommen wir in erster Linie eines: Mehr davon.

Wertung:

8.5

Jeremiah David meint:

"The Frozen Wilds ist fast so gut wie das Hauptspiel und ein willkommener Nachschlag für alle Fans."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Sehr gut
Technik: Herausragend

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4 Kommentare:


Terry
vor 1 Woche | 0
Da ich wegen Zelda damals nicht dazu gekommen bin es zu spielen, werd ich mir mal die Complete Edition holen. Bin gespannt wie es mir gefällt

Jerry
vor 1 Woche | 0
Es wurde damals ja immer wieder mit Zelda verglichen, obwohl es sehr unterschiedliche Spiele sind. Beide allerdings absolut top!
Ramy
vor 1 Woche | 0
Hatte ich auch schon überlegt. Dache, das könnte für die Wintermonate ein passender Titel sein :)


JoWe
vor 1 Woche | 0
Sehr cool (huehue). Mangels einer PS4 werde ich mich aber wohl wieder mit Division ins verschneite NewYork stürzen ...
Auf HzD bin ich aber schon etwas neidisch.