Buch-Tipp: Die Super Mario Encyclopedia

Von Lars Peterke am 03. November 2017

Wir haben einen Blick in das erste Mario-Lexikon geworfen. Und das war irgendwie auch überfällig, bedenkt man, dass die Zelda-Reihe im nächsten Frühjahr bereits mit ihrem dritten Buch bedacht wird. Nun bekommt also auch der Ex-Klempner im roten Overall endlich sein eigenes Buch. Aber was taugt das 256 Seiten starke Werk?

17 Spiele, 30 Jahre

Ursprünglich erschien die Mario-Enzyklopädie anlässlich des 30. Jubiläums im Oktober 2015 in Japan. Warum die deutsche Übersetzung nun so lange auf sich warten ließ, weiß vermutlich nur Nintendo selbst. Die eingedeutschte Fassung hält sich streng an das Original, weshalb das Buch neben einem Interview mit Takeshi Tezuka auch mit einer vierseitigen „Werbe-Anzeige“ über den Super Mario Maker beginnt. Ein Spiel, welches ihr heute vermutlich nur noch eher schlecht in den Regalen findet. 

Auch ein zweiter Fakt ist dem Umstand der Übersetzung geschuldet: alle Bilder im Buch sind aus den japanischen Versionen der Spiele entnommen. Das ist bei der Präsentation der Welten nicht sonderlich schlimm und fällt auch meist nicht auf, allerdings hätten wir uns bei den großen Titelseiten zu den einzelnen Spielen schon die lokalisierten Logos der Spiele gewünscht.

Die „Super Mario Encyclopedia“ versteht sich als eine Art Katalog. Auf über 250 Seiten werden nacheinander alle 17 Mario-Spiele vorgestellt. Super Mario Odyssey ist dementsprechend natürlich nicht mit dabei und auch Crossover-Titel wie Super Mario World 2: Yoshi’s Island oder Super Mario Land 3: Wario Land fehlen. Zu allen anderen Spielen werden dafür sämtliche Spielelemente aufgelistet. Und damit sind wirklich alle gemeint.

Kleinteilige Referenz zum Schmökern

Die Präsentation der Spiele ist über das komplette Buch hinweg gleich gehalten und beginnt immer mit einer kurzen Vorstellung der Spielhandlung. Dazu gibt es einige Infos zum Release generell und ihr könnt euch das (japanische) Key Visual sowie die Gestaltung von Box, Anleitung und Spielmodul ansehen.

Auf den Folgeseiten werden dann zunächst alle Charaktere vorgestellt. In diesem Zusammenhang werden Marios Power-Ups erklärt und ihr findet einige Charaktere die Mario im Laufe seines Abenteuers trifft. Danach folgt eine Auflistung aller Gegner und Welten. Dabei wird wirklich kein Stein auf dem anderen gelassen und zu jedem Gegner gibt es ein kleines Bild samt beschreibenden Satz. Selbiges gilt für die Spielwelten. Während bei älteren Titeln für jedes Level ein Screenshot abgedruckt ist, werden bei den späteren Titeln alle Welten vorgestellt, bei denen es dann je Aufgabe (also etwa für jeden Stern in Super Mario 64) je ein Bild gibt.

Zum Abschluss einer jeden Spiele-Auflistung gibt es noch einen kurzen Abschnitt mit Trivia zum jeweiligen Spiel. Darin sind diverse kleinere Anekdoten aufgeführt und es wird in der Regel verraten, welche Belohnungen die Spieler durch das Absolvieren besonders schwerer Aufgaben erlangen. Auch ein paar Infos über Marios Move-Set in dem jeweiligen Spiel gibt es.

Zwischen den Spielen lockern kleine Exkurs-Seiten das Buch auf. So gibt es beispielsweise eine Auflistung von Sportspielen mit Mario oder eine Lehrstunde über die verschiedenen Neuauflagen von Mario-Spielen, die den Fans insbesondere zur Ära des Game Boy Advance vergönnt waren. Zum Abschluss bietet das Buch noch eine Auflistung aller Mario-Spiele. Dort sind dann auch Spiele wie Yoshi’s Island aufgeführt. Oder eben jene, in denen Mario nur ein wirklich kleines Kameo bekam, etwa als Maske beim Maskenhändler in Zelda: Majora’s Mask.

Fazit: 

Die „Super Mario Encyclopedia“ ist ein sehr üppiges und durch die Bank schön gestaltetes Werk über Marios Spiele geworden. Dabei wird aber in erster Linie Wissen vermittelt, das ein Mario-Fan vermutlich schon hat. Nichtsdestotrotz ist es ein ein großer Spaß, in dem Buch zu Schmökern und dabei in Erinnerungen zu schwelgen. Da kann es schon passieren, dass man beim Anblick der vielen Spielelemente wieder Lust bekommt, sein liebstes Mario-Spiel aus Kindertagen wieder in den Modulschacht seiner Konsole zu schieben. Vermisst haben wir in dem ansonsten runden Paket nur eine Artwork-Galerie mit Designs und internationalen Cover-Artworks. Was das Buch übrigens komplett außen vor lässt, ist der Blick hinter die Kulissen. Entwickler kommen nicht zu Wort und man erfährt nichts über den technischen Entstehungsprozess der Spiele. Aber wer weiß, vielleicht war dies ja nicht das letzte Mario-Buch…

Die Super Mario Encyclopedia ist am 12. Oktober für 29,95 Euro im Verlag TOKYOPOP erschienen. Falls ihr neugierig geworden seid, könnt ihr sie hier bestellen. Hinweis: es handelt sich hierbei um einen Affiliate-Link.

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1 Kommentare:


Ken_Sugisaki
vor 2 Jahren | 0
Interessante Story! Da kann ich für Leseratten Lux et Tenebrae von Roman Gürsel empfehlen.