Test: Forza Horizon 3

Nutzer-Story von prog4m3r am 16. Oktober 2017

Microsoft legt mit dem grandiosem Forza Motorsport 7 vor (hier zum NplusX-Test), Sony zieht mit Gran Turismo Sport nach, doch wo bleiben zwischen diesen beiden Titeln die Spieler, die wenig Freude an Rennsimulationen haben? Vermutlich bei Mario Kart 8 Deluxe, aber wer davon etwas Abwechslung möchte, sollte sich einmal Forza Horizon 3 ansehen.

Willkommen zum Horizon

Bereits die Einführungsfahrt zum Festivalgelände präsentiert sich atemberaubend. Hinter dem Steuer des Supersupersportwagens Lamborghini Centenario bekommt man zunächst noch auf asphaltierten Pisten einen ersten Eindruck von der wunderschönen Landschaft Australiens, kurz darauf geht es in einem Truck durch staubiges Terrain, Tropfsteinhöhlen und schließlich den traumhaften Strand entlang. Aber dies alles ist lediglich ein kleiner Vorgeschmack auf das massive Programm an Veranstaltungen und Herausforderungen, die dafür sorgen, dass einem auch nach Stunden hinter dem Steuer nicht langweilig wird. 

Mach doch was du willst…

Du bist der Boss, wortwörtlich, anstatt als unbekannter Rennfahrer der durch Siege bei Meisterschaften und abgedrehte Stunts zu Ruhm und Ehre gelangen kann, seid ihr in Forza Horizon 3 nicht zum reinen vergnügen vor Ort. Hauptziel des Spiels ist dabei anders als in den Vorgängern nicht am großen Horizon-Finale teilzunehmen, sondern möglichst viele Fans zu akquirieren, neue Festival-Locations freizuschalten, auszubauen und letztendlich alle Schaurennen zu absolvieren. Selbst die früher einfach vorhandenen Radiosender, müssen im Verlauf des Spiels erst einmal unter Vertrag genommen werden. Zum Glück habt ihr für all die organisatorischen Dinge eure Assistentin Kiera, so dass ihr euch voll und ganz darauf konzentrieren könnt den Blödsinn zu machen, welcher eure feierwütige Hipster-Meute vergrößert. Alternativ könnt ihr aber natürlich auch selbst Herausforderungen erstellen (und online teilen) oder eure Privilegien als Boss ausnutzen und eine Meisterschaft die eigentlich mit Off-Road Vehikeln absolviert werden würde, mit Sportwagen bestreiten. Ob letzteres so sinnvoll ist möchte ich etwas anzweifeln, letztendlich hat man meiner Meinung nach mehr davon einfach mit der vorgeschlagenen Fahrzeugklasse zu fahren. Diese durch eure neue Rolle nun noch größere Freiheit war an und für aber schon immer der Hauptaspekt der Reihe, ob ihr nun Lust auf ein Rennen habt, PR-Stunts absolviert, Aussichtspunkte besucht, an zwielichtigen Straßenrennen teilnehmt oder einfach ein wenig durch die Welt fahren wollt, die bisher größte und abwechslungsreichste Open-World ist ein Abenteuerspielplatz der zum erkunden einlädt – nun auch inklusive Avatar, (Spitz-)Namen und personalisiertem Nummernschild.

Ein Aspekt der mir an all der Freiheit noch nie so richtig gefallen wollte; war und ist auch im dritten Teil jedoch der Schwierigkeitsgrad, der keinerlei Lernkurve bereit hält, da die Gegner während der Spieler voranschreitet nur anspruchsvoller werden, wenn man sich dazu entschließt diesen selbst zu anzupassen (was von Fahrhilfen für den blutigem Anfänger bis zu einem recht Simulationsartigen Erlebnis in vielerlei Einstellungen möglich ist) – immerhin fragt Forza Horizon 3 aber, sofern man einige Rennen problemlos gewinnt, ob man diesen nicht erhöhen möchte.

The Good, the Bad and the Ugly

Mit knapp 350 Wagen bleiben in der großen Spielwelt mit insgesammt 488 Straßen eigentlich kaum Wünsche offen, ob ihr nun mit den dicksten Sportwagen durch das australische Outback rasen oder doch lieber mit einem Strandbuggy die Küste unsicher machen wollt. Dennoch gibt es wie üblich viele DLC, die Erweiterungen Blizzard Mountain sowie der Hot Wheels DLC welcher euch ins fiktive Thrilltopia entführt mal ausgenommen, muss man dennoch einmal ansprechen wie viele zusätzliche Autos hinter überteuerten DLC-Paketen verschwinden. Dies wäre noch nicht so tragisch, wenn die Preise mancher im Hauptspiel enthaltener Wagen nicht so absurd hoch wären. Klar kann man einfach mehr spielen, dennoch habe ich nach dem erreichen des Hauptziels und unzähligen Spielstunden an GESAMTEINNAHMEN gerade so 4,5 Millionen Credits zusammen, welche man allein für den Lamborghini Veneno hinlegen müsste. Die Gewinnausschüttung in Horizon 3 ist selbst verglichen mit den Vorgängern recht mager und die Prozente für das abschalten von Fahrhilfen machen im Endeffekt nur ein paar mickrige tausend Credits aus. Das Horizon-Finale und die damit verbundene Ausschüttung einer ganzen Millionen Credits? Gestrichen! Die Preise der günstigsten Wagen wurden hingegen auf mindestens 25.000 Credits erhöhtimmerhin lassen sich im neuem Auktionshaus manch teure Wagen etwas günstiger erwerben. 

Ein Schelm, wer denkt, man wolle hier die teuren Mikrotransaktionen verkaufen – im Paket zu 19,99 Euro sind jedenfalls genügend Gutscheine um sich direkt mal den eben angesprochenen Lamborghini Veneno zu leisten (zugegebener maßen einer der teuersten zehn Wagen im Spiel), man gönnt sich ja sonst nichts? Bei all dem könnte man glatt vergessen, dass in der großen Spielwelt nun auch deutlich mehr Wagen in Scheunen versteckt sind, nach welchen man ohne die Schatzkarte – für nur 2,99 Euro – eine ganze weile Suchen kann. Fangen wir am besten gar nicht von den Rabatt-Tafeln an (diese werden auch angezeigt wenn man die Schatzkarte erwirbt), aber die waren auch in den vorherigen Teilen nicht so einfach aufzutreiben.

Fazit:

GRÖSSER, HÖHER, WEITER! Nach diesem Motto präsentiert sich Forza Horizon 3, aber ob dies nun die Lösung für alle Probleme ist? Zweifelsfrei macht auch der dritte Teil immer noch unverschämt viel Spaß, dennoch zeigen sich so langsam Ermüdungserscheinungen denen auch die neue Rolle als Festival Boss nicht wirklich entgegen wirken kann, eine etwas längere kreative Pause bis zum vierten Teil würde ich ganz persönlich begrüßen, Neueinsteiger wird dies alles aber natürlich nicht weiter stören. All meinem meckern zum trotz, der bisher größte Rennspiel-Urlaub wartet darauf von euch erlebt zu werden, denn auch Forza Horizon 3 gehört mit zum besten was das Genre aktuell zu bieten hat, also packt eure Controller und auf nach Australien.

Wertung:

8.0

prog4m3r meint:

"Playground Games steht zu seinem Namen und liefert erneut einen riesigen Abenteuer-Spielplatz"
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Herausragend
Technik: Gut

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1 Kommentare:


Ken_Sugisaki
vor 1 Monat | 0
Deine Kritikpunkte kann ich nur halb nachvollziehen. Das man selbst für den Schwierigkeitsgrad sorgt find ich super. Nachm Feierabend kann man entspannter fahren und am Wochenende zeigen was man kann. Auch die Schatzkarte muss man nicht kaufen. Im Internet gibt es genügend Bilder mit allen Infos. Klar ist das einfach nur blöd gemacht.
Die Suche nach den Scheunenfunden fand ich allerdings sehr sehr spaßig. So hat man sich ein paar Regionen erfahren und musste nicht eine Aufgabenliste abarbeiten.

Meine Kritikpunkte wären, dass man auch in einer Meisterschaft immer vom 8. Platz starten muss. Hierdurch gibt es für mich keinen Unterschied zu normalen Rennen. Zudem wird man zu Beginn mit vielen möglichen Rennen erschlagen. Außerdem die von dir genannte DLC Politik und das natürlich die beste Automarke der Welt (VW) nicht vertreten ist.