Test: Death Squared

Von Michael Prammer am 19. Juli 2017

Hat hier jemand ,,kooperatives Rätselspiel" geschrien? Und gleichzeitig ,,Nintendo Switch" in seinen Gedanken umherschwirren? Dann ist Death Squared genau das richtige Spiel. Warum, verraten wir in unserem Test.

Das Spielprinzip ist so simpel wie genial: befördere die farbigen Würfel in die farbigen Felder und du gewinnst. Tja, ganz so einfach ist das nicht. Death Squared ist auf Kooperation ausgelegt, kann aber auch wunderbar alleine gespielt werden. Klingt komisch, funktioniert aber wie am Schnürchen.

Aber der Reihe nach. Death Squared ist ein Rätselspiel, das man alleine, zu zweit oder zu viert an einer Konsole spielt. Den sogenannten Storymodus kann man entweder als Solist oder mit einem Mitspieler bewältigen und so insgesamt 80 Level knacken. Im Partymodus dürfen vier Spieler gleichzeitig ran. Je mehr Spieler teilnehmen, desto mehr ist auf dem Spielfeld los. Statt zwei Würfeln sind es im Partymodus dann vier Würfel, was die Sache deutlich komplizierter macht.

Alleine gut – mit Freunden eine Wucht

Der bereits erwähnte Storymodus kann auch alleine gespielt werden. Dazu ist ein wenig Köpfchen und Feinmotorik des Gehirns gefragt. Mit dem linken Stick steuert man den roten Würfel und mit dem rechten Stick das blaue Pendant. Der Clou an der Sache: bewegt man den einen Würfel, hat das in beinahe jedem Level indirekte oder direkte Auswirkungen auf den anderen Würfel. Beispiel: Man bewegt seinen linken Würfel zwei Felder nach links. Gleichzeitig wird hinter dem anderen Würfel eine Falle aktiviert, die diesen zu zerstören droht. Macht man nun den nächsten Schritt, ist das Spiel vorbei und man beginnt den Level von vorne. Der Trick dabei ist zu schauen, wie man beide Würfel geschickt miteinander harmonieren lässt.

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Beispielsweise könnt ihr spezielle Plattformen aktivieren, die an die jeweilige Würfelfarbe gekoppelt sind, oder Laserstrahlen in der Farbe eures Würfels abwehren. Dann verschanzt ihr den anderen Würfel sicher hinter einem Hindernis und führt den Zug mit dem anderen Würfel fort. Die Levels sind zu Beginn sehr simpel, werden jedoch schnell komplexer und entpuppen sich schon bald als eine knackige Herausforderung. Oftmals gelingt es durch mehrmaliges Probieren und Taktieren, die richtigen Wege zum Ziel zu finden. Allerdings werdet ihr sehr schnell auf den Boden der Tatsachen geholt, wenn ihr euch zu sicher fühlt und in der Folge einen dummen Fehler macht - etwa, weil ihr den falschen Analogstick betätigt und einen der Würfel in den Abgrund befördert.

Was alleine schon relativ viel Laune macht und zu einer großen Herausforderung ausartet, entpuppt sich mit mehreren Spielern als absoluter Partyspaß. Zu zweit an einer Konsole, was mit zwei Joycon kein Problem darstellt, kann man das Spielprinzip schnell erlernen. Und dann muss man sich taktisch klug absprechen. Es sei an dieser Stelle gesagt, dass durchaus einige Freundschaften oder Beziehungen in ernsthafte Gefahr kommen könnten, wenn ihr Death Squared längere Zeit zusammen spielt. Doch wenn ihr Fehler des Mitspielers nicht so ernst nehmt und ein wenig Geduld habt, kommt ein absolut fantastisches Couch-Koop-Feeling auf, wie wir es in dieser Form sehr lange nicht mehr bei einem Puzzle-Spiel wahrgenommen haben. Zu viert im Partymodus ist das Spielgeschehen um einiges chaotischer und der Schwierigkeitsgrad noch einmal deutlich höher.

Bei aller Laune, die das Spiel macht, bleibt die Präsentation etwas karg. Die Hintergrundmusik ist zwar unterhaltsam und auch die Optik für das Spiel selbst passend, jedoch sollte man kein Highlight in Sachen Aufmachung erwarten. Auch mit deutschen Texten wurde gegeizt, was aber eigentlich auch nicht notwendig ist, da die Story kaum relevant ist und das Spielprinzip sich eigentlich von alleine erklärt. Auf einen Onlinemodus wurde ebenfalls verzichtet. Dieser hätte sein Potential ohne vernünftige Voice-Chat-Unterstützung aber ohnehin nicht voll entfalten können; erst gemeinsame Absprachen und anschließendes gegenseitiges „Anbrüllen“ geben diesem Spiel seine Würze.

Fazit:

Death Squared ist ein Musterbeispiel dafür, wie ein knackiges, einfaches und unterhaltsames Puzzlespiel für rund 15 Euro auszusehen hat. Mit wenigen Mitteln gelingt es dem Titel, Einzelgänger oder Gruppen aus mehreren Spielern stundenlang zu unterhalten. Auch der Umfang kann sich durchaus sehen lassen. Für Solisten ist Death Squared ein anspruchsvoller Puzzler für zwischendurch, und sobald zwei oder vier Spieler vor der Konsole sitzen, entfaltet das Gameplay sein volles Potential. Allerdings kann dieses Spiel Freundschaften oder Beziehungen durchaus auf die Probe stellen - nehmt es also nicht allzu ernst, sondern habt einfach nur Spaß damit.

Von uns getestet: Nintendo-Switch-Version

Wertung:

8.5

Michael Prammer meint:

"Koop-Granate für Puzzle-Freunde, die auch Solisten fordert, aber erst im Mehrspieler-Modus richtig zündet."
Spielerlebnis: Sehr gut
Umfang: Gut
Technik: Gut

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2 Kommentare:


blither
vor 1 Jahr | 0
Wow, hatte das Spiel als Puzzle- und Coop-Hit gar nicht auf dem Schirm. Klingt sehr gut. Schaue ich mir demnächst mal an.

blither
vor 1 Jahr | 0
Edit:
Hab's gestern im eShop (10€) gekauft. Gefällt mir richtig gut! Es erinnert von der Steuerung und der Spielmechanik an "Brothers: A Tale of two Sons". Bei letzterem wäre ein Coop-Modus auch eine nette Option gewesen.

Die Puzzles sind anfangs einfach, und werden dann recht komplex. Ein Editor wäre super gewesen, aber die Entwickler liefern derzeit in unregelmäßigen Abständen neue Level nach.

Auf jeden Fall eine coole Idee, die viel Aufmerksamkeit verdient. Ein sehr erfrischendes Puzzle-Spiel mit tollem Coop- und Multiplayer-Modus!