Test: Final Fantasy XV: Episode Prompto

Nutzer-Story von Tobsen am 04. Juli 2017

Nachdem Gladiolus' DLC-Episode vor einigen Monaten nur leidlich überzeugen konnte, schickt Square Enix mit Prompto nun einen weiteren FFXV-Charakter in die Loipe. Ob er sich besser schlägt als Gladio, lest ihr hier.

Wie schon beim Test zu Episode Gladiolus spreche ich auch hier eine Spoilerwarnung aus: Story-relevante Aspekte aus dem FFXV-Hauptspiel werden angerissen. Wer sich nicht spoilern lassen will, liest bitte nur den Wertungs- und Infokasten.

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Nach einem unsanften und unfreiwilligen Abflug vom Dache eines fahrenden Zuges findet sich der Fernkämpfer Prompto völlig entkräftet in einer Eiswüste wieder. Ein paar Dutzend Meter macht der Körper noch mit, bevor er zusammenbricht und in einer Art Forschungskomplex wieder erwacht. Nach dieser netten Einführungssequenz übernimmt der Spieler zum ersten mal richtig die Kontrolle über den Pausenclown der Gruppe in Final Fantasy XV: Prompto Argentum. War er im Hauptspiel umgeben von seinen Freunden und nie um einen flotten Spruch oder gar Chocobo-Liedchen verlegen, so stellt sich die Situation in diesem DLC gänzlich anders dar. Die Stimmung ist durch die Bank bedrückend, was der Einsamkeit des Protagonisten und dem Setting sterile-Forschungseinrichtung-in-Eiswüste geschuldet ist. Und so albert Prompto auch nicht herum, sondern ist geplagt von inneren Dämonen. Im Hauptspiel kommt diese Seite Promptos an einigen sehr wenigen Stellen zum Vorschein - in diesem DLC ist dies im Gegensatz dazu nahezu permanent der Fall. So viel sei gesagt: das ist kein „Mimimi“ Promptos, sondern das, was er in diesem DLC erlebt, gibt ihm wirklich allen Grund dazu, der Verzweiflung nah zu sein.

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Dies ist auch zugleich der erste Pluspunkt des DLCs: Die Geschichte, die der Spieler in ca. drei bis vier Spielstunden erfährt ist wirklich interessant und relevant.

Ein weiterer schöner Aspekt dieser Episode ist das Gameplay. Da Prompto Fernkämpfer ist und Final Fantasy XV „Fantasy based on reality“ ist, wird nicht mit Bögen oder dergleichen rumhantiert, sondern ordentlich Blei verschossen. Genauer gesagt geschieht das mit Pistolen, MGs und Scharfschützengewehren. Prompto steuert sich in bester 3rd-Person-Shooter-Manier mit dem Blick über seine Schulter und dem Schießprügel im Anschlag. Das hat zwar mit RPG nicht mehr so viel zu tun und ist auch nicht so kompetent umgesetzt wie etwa in Resident Evil 6 oder Gears of War 4, aber es funktioniert wirklich gut und das Wichtigste: Es macht Spaß.
Lediglich die Tatsache, dass die Standard-Pistole so wenig Schaden anrichtet, dass sie nahezu unbrauchbar ist und die schlechte Gegner-KI sorgen für Irritation. Letzter Punkt tut dies besonders, da die KI schwächer ist als die der gleichen Gegnertypen im Hauptspiel. Ich kann es natürlich nicht mit letzter Sicherheit sagen, aber ich vermute, dass Square Enix den Intelligenz-Regler hier bewusst runterschraubte, um auszugleichen, dass man nun eben allein und nicht zu viert ist und nicht behänd wie Noctis durch die Spielwelt warpen kann. Irgendwie schade, aber verkraftbar.

Der dritte Pluspunkt ist die Spielwelt. Lief man mit Gladiolus lediglich einen zwar hübschen, aber nichtsdestotrotz schnurgeraden Dungeon entlang, so wartet Episode Prompto auch mit einem Dungeon (der Forschungseinrichtung), aber auch mit einer netten Open-World-Passage in der Eiswüste inkl. fahrbaren Schneemobils auf. Hier gilt es, entweder die Story voranzutreiben oder kleine Nebenquest-Scharmützel zu bestehen. Nach dem ersten DLC hatte ich überhaupt nicht damit gerechnet und wurde daher positiv überrascht.

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Und schließlich stößt der Spieler im Laufe des DLCs auf mehrere alte Bekannte des Kernspiels. Nicht nur ich dürfte ein Lächeln auf den Lippen beim Spielen gehabt haben, als „the sexiest Dragoon of all time“ plötzlich die Bühne betrat.

Man hört eventuell bereits heraus, dass ich mit Episode Prompto viel glücklicher als mit Gladio bin. Promptos DLC ist sicher nicht so brillant wie der aktuellste Musterschüler aller DLCs „Hearts of Stone“ von Witcher 3: Wild Hunt, aber er ist dennoch wirklich in Ordnung.

Wie Episode Gladiolus kostet auch Episode Prompto 4,99 Euro und ist für PS4 und X1 in den jeweiligen Stores verfügbar.

Getestet auf PlayStation 4

Wertung:

7.0

Tobsen meint:

"Na, bitte, geht doch! Interessanter, länger, besser. Prompto zeigt Gladio, wie es geht. Etwas mehr RPG und KI hätten allerdings auch hier nicht geschadet."
Spielerlebnis: Gut
Umfang: Durchschnittlich
Technik: Sehr gut

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1 Kommentare:


JoWe
vor 3 Monaten | 0
Nice - dieser Gameplay-Wechsel scheint sehr erfrischend. Wenn es die Episoden mal im Pack vergünstigt gibt, werde ich mir alle drei sicher holen!