So bewerten wir

Bei der Konzipierung unseres vorangegangenen Projekts WiiUX haben wir damals viel Zeit in die Entwicklung unseres Wertungssystems gesteckt. Hierbei flossen vor allem Erfahrungen aus vielen Jahren GameCubeX und WiiX ein, die zeigten, dass das klassische System aus Grafik, Sound, Steuerung und Gameplay und mit 0.1er-Schritten in den Wertungen einer Weiterentwicklung bedurfte.
 
Deswegen erarbeiteten wir ein System, das die klassische Gesamtwertung als Zahl nicht ganz über Bord wirft, diese aber dezidiert anhand von spielrelevanten Faktoren herleitet. So greifen End- und Teilwertungen zahnradartig ineinander, um zu einem nachvollziehbaren, fairen und hilfreichen Gesamturteil zu kommen, dem ihr bei eurer Kaufentscheidung vertrauen könnt. Für NplusX nutzen wir dieses inzwischen bewährte System weiter.
 

Die Gesamtwertung als Zahl

Gibt es wirklich einen messbaren Unterschied zwischen einer 8.6 und einer 8.7? Es kann gut sein, dass Kamil ein Spiel mit einer 7.3 bewerten würde. Doch wenn er schlecht gelaunt ist, gibt er dem Spiel eine 7.2, während Andreas vielleicht eine 7.4 vergeben hätte, weil er die weibliche Hauptfigur attraktiv findet. Diese Abstufungen sind subjektiv, hängen vom Bauchgefühl des Testers ab und haben zu wenig Aussagekraft, um objektiv zu sein. Unser System ist schlanker und klarer.

Die Gesamtwertung für jedes Spiel ist eine Zahl, die einen allerersten Eindruck von der Qualität eines Spiels geben soll. Hier bleiben wir bei den gewohnten Dezimalzahlen von 1.0 bis 10.0, allerdings liegt der kleinste Abstand bei 0.5 Punkten. Diese Abstufung ist unserer Meinung nach am besten dazu geeignet, ein Spiel aussagekräftig und gleichzeitig präzise bewerten zu können.

1.0: Ein Spiel mit dieser Wertung ist in seiner Grundfunktionalität derart eingeschränkt, dass es faktisch "kaputt" ist. Man sollte eigentlich glauben, dass es solche Spiele im Zeitalter der Qualitätssicherung nicht mehr geben kann…

1.5 - 4.5: Wenn der Entwickler keine Zeit in die Entwicklung eines Spiels investiert hat, solltet ihr auch keine Zeit dafür opfern, es zu spielen.

5.0 - 6.5: Dies wird oft als schlechte Wertung interpretiert - tatsächlich können diese Titel zumindest Fans des Genres unterhalten. Spieler, die einen bestimmten Aspekt eines solchen Titels mögen, dürfen einen Kauf also durchaus riskieren.

7.0 - 7.5: Gut. Nicht mehr und nicht weniger. Oft gilt hier die Floskel "für Genrefans interessant". Spiele dieser Region bieten aber nur wenige neue Spielideen oder haben Schwächen.

8.0 - 8.5: Spiele mit sorgfältig durchdachten Konzepten und dem nötigen Feinschliff. Wenn man nicht gerade eine Abneigung gegen das Genre oder einen anderen Aspekt dieser Spiele hegt, sollte man sie spielen.

9.0 - 10: Die Höchstwertungen heben wir uns für Spiele auf, die keine nennenswerten Fehler machen und gleichzeitig etwas Einzigartiges bieten. Wer sich diese Werke entgehen lässt, verpasst etwas Großartiges. Hier gilt eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Die Teilwertungen

Zusätzlich zur Gesamtwertung vergeben wir drei Teilwertungen. Dabei wollen wir auf ein flexibles Schema setzen, um jeder Art von Titel gerecht zu werden. Sonst kämen Fragen auf wie: „Welche Grafik-Wertung bekommt ein Spiel, das auf Retro-Optik setzt? Ist bei einem Puzzle-Spiel der Sound wirklich wichtig? Hat ein Adventure mit Story-Fokus wirklich eine schlechte Gameplay-Wertung verdient?“. Je nach Genre des getesteten Spiels können verschiedene Gedanken und Aspekte in diese Wertungen einfließen.

Spielerlebnis: Die Spielerlebnis-Wertung geht gezielt auf den spielerischen Teil ein und ist am stärksten vom Genre abhängig. Bei einem Jump'n'Run stehen Elemente wie Steuerung, Leveldesign und Gestaltung der Spielwelt im Vordergrund. Bei einem Rollenspiel zählen hingegen ein gutes Kampfsystem, eine gute Story und ein guter Soundtrack. Auch ein einzigartiger Grafikstil kann positiven Einfluss auf diese Wertung haben. In den meisten Fällen ist diese Wertung also gleichbedeutend mit dem, was allgemein als "Gameplay" bezeichnet wird.

Umfang: Diese Kategorie misst, wie viel Spiel ihr für euer Geld bekommt. Die reine Spielzeit ist natürlich sehr wichtig für diese Wertung, allerdings fließen auch Extras in Form von Bonusinhalten, zusätzlichen Spielmodi oder die Wiederspielmotivation in diese Wertung ein. Fehlende Inhalte, die eigentlich vorhanden sein sollten (etwa Online-Modi in einem Multiplayer-Titel), führen oft zu Abzügen.

Technik: Die Technik-Wertung mag auf den ersten Blick wie eine simple Zusammenfassung von "Grafik" und "Sound" erscheinen. Es geht uns aber auch darum zu bewerten, wie gut die jeweilige Hardware genutzt wird. Unsauberkeiten wie Grafikfehler, lange Ladezeiten, Aussetzer in der Steuerung, Spielabstürze oder sonstige Bugs haben einen negativen Einfluss.

Jede dieser drei Kategorien wird mit einem Adjektiv bewertet: 

- schlecht
- mangelhaft
- durchschnittlich
- gut
- sehr gut
- herausragend